| Die Sternsingerinnen und
Sternsinger sind die Erben der Drei Weisen aus dem
Morgenland, von denen das 2. Kapitel des Matthäusevangeliums erzählt. Die Tradition von
diesen biblischen Gestalten bis zum Brauch des Sternsingens läßt sich in all ihren
Facetten nicht mehr nachzeichnen. Ein wesentliches Ereignis für die Entstehung und
Etablierung des Brauches nördlich der Alpen ist die Übertragung der Reliquien der Drei
Weisen von Mailand nach Köln 1164 durch Rainald von Dassel, Kanzler des Heiligen
Römischen Reiches Deutscher Nation. Aus den Drei Weisen wurden die "Heiligen Drei
Könige", die nun auch mit "Kaspar", "Melchior" und
"Balthasar" ihre Namen bekamen. Im Zusammenhang mit dieser Verehrung erfreuten
sich Mysterienspiele zu den Drei Königen besonderer
Beliebtheit. Aus dem Dreikönigsspiel hat sich das Sternsingen entwickelt. Der Brauch begegnet uns in einer verwandelten Form im 16. Jahrhundert wieder. Die Lateinschüler mußten ihr Schul- und Kostgeld als Almosen einsammeln. Dazu zogen sie am Tag vor den Hochfesten durch die Straßen und sangen vor den Häusern. Wer sich dadurch belästigt fühlte, konnte sich durch eine einmalige Zahlung an Neujahr oder Dreikönig loskaufen, wie Freiburger Quellen bezeugen. Das Einsammeln von Spenden gehörte von jeher zum Brauch und bestimmte ihn fortan bis in unsere Tage, wie sich aus literarischen Quellen belegen läßt. Der Brauch verbreitete sich und blieb besonders im Alpenraum lebendig. An diesen Brauch knüpfte das KINDERMISSIONSWERK/DIE STERNSINGER bei seiner Initiative zur Aktion Dreikönigssingen an. Die Idee war, dem Brauch, dessen ursprünglicher Gehalt verloren gegangen war, einen neuen Sinn zu geben und zugleich wieder die Hilfe für Notleidende in den Vordergrund zu stellen. An der ersten Aktion 1959 beteiligten sich Sternsinger in 100 Pfarrgemeinden und sammelten 90.000 DM. Seit 1961 beteiligt sich der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) an der Aktion, die seitdem vom KINDERMISSIONSWERK/DIE STERNSINGER und vom BDKJ gemeinsam getragen wird. Aus den bescheidenen Anfängen ist die weltweit größte Aktion von Kindern für Kinder gewachsen, an der sich 1997 ca. 500 000 Kinder und Jugendliche und rund 100 000 ehren- und hauptberufliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und über 90% der Pfarrgemeinden in der Bundesrepublik Deutschland beteiligt haben. In den knapp 40 Jahren ihres Bestehens wurden durch die Aktion über 25.000 Projekte unterstützt und ca. eine halbe Milliarde DM gesammelt. Die Aktion wird heute auch in anderen europäischen Ländern durchgeführt. |
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Sternsingerinnen Finnentrop 1999
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