Der W E I H
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W E I H N A C H T S B A U M
| vor
der Geburt Christi |
Völkerstämme in Mittel- und Nordeuropa feiern die Mittsommerwende, die den Frühling bringen und böse Geister und Dämonen vertreiben soll. Immergrünen Pflanzen
schreibt man besondere Kräfte zu. |
| Im Jahr 0-5 | kommt ein
Kind, das den Namen Jesus Christus trägt zur Welt. Belegt ist das Datum
nicht exakt, das Geburtsjahr fällt in die Regentschaft des römischen
Kaisers Augustus Oktavian ( 27 vor Chr. bis 14 nach Chr.).
Wissenschaftler datieren die Geburt Jesus in die ersten Jahre der
Zeitrechnung. Der Geburtsort wird auch heute von den Gelehrten in
Bethlehem oder auch in Nazareth gesehen, auch könnte die Geburt
zwischen März und November gelegen haben. Auch das Hinrichtungsjahr
diskutierten die Wissenschaftler, zweifelsfrei ist der Name des
Stadthalters Pontius Pilatus. Fest steht, dass diese frohe Botschaft
2000 Jahre Ihren religiösen Charakter bewahrt und nichts an Ihrer
Intensität verloren hat. |
| Ab 100 n.Chr. | verbreiten
sich die niedergeschriebenen Zeugnisse der Evangelisten. In 2 von 4
Evangelien im Griechischen: Frohe Botschaft, wird von der Geburt Christi
berichtet . Die eher dürftige Berichterstattung hängt damit zusammen,
dass damals wie heute bei wichtigen Persönlichkeiten eher einem
Todesdatum als eine Geburtsdatum gedacht wird. |
| 354 n. Chr. | feiern
die Römer zum ersten Mal Weihnachten. Grund war die Absicht, die
Christen eine Abgrenzung zum zeitgleichen Tag des unbesiegbaren
Sonnengottes = Dies natalis solis invicti = Geburtstag der Sonne
herbeizuführen.
Der römische Kaiser Aurelian (214-275) hatte diesen Tag zum Staatsfeiertag erklärt. Bischof Liberius definierte ebenfalls einen Tag zwischen dem Fest zu Ehren des Saturn, Gott des Landbaues und den Kalendern (17.Dezember) um aufgrund der Konkurrenz der Religionen und den erstaunlichen Parallelen in den Glaubensgemeinschaften ein Zeichen zu setzen. Nördlich der Alpen wurde das germanische Jul-Fest gefeiert es gab Dämonenbeschwörungen zwischen dem 21.Dezember und dem 06.Januar (sogenannte Rauhnächte). 5. Dezember, Geburtstag des Sonnengottes Mithra. Feierlichkeiten gibt es heute noch im Iran. Die Griechen feiern ebenfalls am 25. Dezember den Geburtstag des Gottes Helios und die Juden das Chanukka-Fest. Die christliche Kirche schaffte es so, einige nichtchristliche Feste zu christianisieren. Durch die Feier der
Geburt Christi wurden kirchliche Weichen gestellt: |
| 313 n. Chr. | Toleranzedikt
von Mailand (offizielle Anerkennung Jesus als der Sohn Gottes) |
| 325 n. Chr. | Konzil
von Nicäa bestätigt Jesus Christus als Gottheit, gleichberechtigt
neben Gott Vater und göttlicher Inkarnation.
Zunächst hatte sich bei den Christen schon der 6.Januar (Epiphanias) durchgesetzt, das später zum Fest der Heiligen 3 Könige erklärt wurde. Auch heute feierte die
Ostkirche am 05. und 06. Januar Weihnachten (weltlich ‚Väterchen
Frost' genannt) Die 10. Morgenstunde des 06. Januars ist der Taufe Jesu
Christi gewidmet. |
| 388 n. Chr. | wird
die erste Weihnachtspredigt gehalten. In einer sprühenden Rede spricht
in Antiochien Chrisostomus von dem Fest als Geburtsstätte aller Feste -
Die Geburt Jesus Christus. |
| Im 4. Jh. | werden
die germanischen Kulte fortgesetzt. Immer wieder sollen immergrüne
Zweige Dämonen und Geister vertreiben und das Frühjahr bringen. |
| Um 440 - 450 | wird
nach Überlieferungen in einer Kirche in Byzanz am Heiligen Abend die
erste Lichtermesse mit Kerzen gefeiert. |
| Im 6. Jh. | erklärt Kaiser Justitian das Weihnachtsfest zum gesetzlichen Feiertag. |
| Im 7. Jh. | wird der Weihnachtsfestkreis liturgisch festgelegt (1. Advent bis Septuagesima) |
| 800 n. Chr. | Karl
der Große wird von Papst Leo III in Rom am 25.Dezember zum Kaiser gekrönt. |
| 813 n. Chr. | Festlegung
des 25. Dezembers als Feiertag- Geburtstag Jesu Christi bei einer Synode
in Mainz |
| Im 9. Jh. | Die
heiligen 3 Könige - Kaspar, Melchior und Balthasar werden erstmals
genannt. Im Matthäus Evangelium (Matth.2,1) ist von Sterndeutern aus
dem Osten ‚magio' die Rede. Meist einer Priesterkaste angehörend,
waren Sie Berater von Königen. Wahrscheinlich erhielten Sie auch
deshalb auch den Titel ‚Könige' |
| 1170 | der bayrische Spielmann Sperrvogel singt von den geweihten Nächten ' ZE WIHEN NAHTEN ' = Weihnachten |
| Im 13. Jh. | Die
ersten Weihnachtskrippen werden mit den Heiligen 3 Königen gebaut. Der
Erlöser als Mensch rückt in den Vordergrund.
Maßgeblich sind hier die
Lehren der Mystiker: Berhard von Clairvaux 1090-1153) Franz von Assissi
(1182-1226) |
| 1419 | schmückte
die Freiburger Bruderschaft der Bäckerknechte im Heilig Geist Spital
einen Weihnachtsbaum mit Lebkuchen, Äpfeln, Goldstreifen, gefärbten Nüssen
und Papier |
| 1494 | bestätigt
Sebastian Brant in ‚Narrenschiff ' die Sitte ‚Weihnachtsmaien'
aufzustellen |
| 1509 | zeigt
ein Kupferstich den ersten mit Lichtern geschmückten Tannenbaum von
Lucas Cranach dem Älteren |
| 1535 | werden
in Straßburg auf dem Markt Stechpalmen, Buchskränze und Eiben verkauft |
| 1588 | Elisabeth
I von England ‚kreiert' einen Festtagsbraten, der schon von alters her
sehr beliebt war: Die Weihnachtsgans |
| 1597 | schmückt
die Handwerkerzunft Bremens einen Christbaum. Die Stadtbewohner nehmen
diesen neuen Brauch schnell auf. Auch am Oberrhein werden Christbäume
geschmückt. |
| 1605 | sollen
erste geschmückte aber kerzenlose Bäume in Straßburg die Stuben
verschönert haben. |
| 1611 | Herzogin
Dorothea Sybille von Schlesien verschönert Ihr Schloss zum Fest mit
einem geschmückten Kerzenbaum |
| 1708 | Liselotte
von der Pfalz schreibt Ihrer Tochter in einem Brief von dekorierten Buxbäumen
mit Kerzen. In allen kultivierten Häusern werden nun die
weihnachtlichen Lichterbäume zur gesellschaftlichen Attraktion. |
| 1754 | erscheint
in einer Berliner Zeitschrift ein Bericht vom neuen Brauch, Fichten mit
goldenen und roten Kartoffeln geschmückt als Zimmerschmuck zu
verwenden. |
| 1770 | Goethe
berichtet von den schönen Weihnachtsbäumen in Straßburg, die mit
Kerzen und Schmuck behangen sind |
| 1815 | Die
Biedermeierzeit bricht an. Der Weihnachtsbaum wird eleganter Mittelpunkt
der Familie.
Der Weihnachtsmann als
Nachfolger des Nikolaus ist überwiegend der Gabenbringer in
Norddeutschland. Das Christkind als Engel beschert die Kinder im Süden
und Osten des Landes. Zunächst sind es nur Süßigkeiten. Später ist
es Brauch, auch Erwachsene mit Schmuck oder kleinen Geschenken zu überraschen. |
| 1816 | Henriette
von Nassau-Weibling, Gattin des Erzherzogs Karls, Sieger von Aspern über
Napoleon, bringt aus dem Rheinland den alten Brauch nach Wien für Ihr
erstes Kind und für jeden Monat des Jahres 1 Kerze an den Baum zu hängen
und zu schmücken. Der Brauch verbreitete sich schnell. |
| 1831 | Johann
Simon Lindner zeigt in seiner 'Spielwaren-Musterkarte' Früchte, Nüsse
aus bleiverspiegeltem Glas - die Vorreiter der Christbaumkugeln |
| 1848 | August
Imgard, der Auswanderer aus Wetzlar schmückt den ersten Amerikanischen
Weihnachtsbaum mit mundgeblasenen Kugeln. |
| 1860 | wird
der erste Adventskranz in einem Hamburger Armenhaus aufgehängt. |
| 1866 | wird der erste gusseiserne Weihnachtsbaumständer patentiert. |
| 1870 | wird
der Christbaumschmuck industriell hergestellt. Aus Draht und Federn gibt
es erste Versuche künstliche Weihnachtsbäume herzustellen. Kaiser
Wilhelm I. feiert Weihnachten mit einem festlich dekorierten
Weihnachtsbaum im Schloß Versailles. Der Weihnachtsbaum wird zum
nationalen deutschen Symbol mit seinem heutigen dekorativen Charakter
und seiner heutigen Pracht. |
| 1882 | findet
in den USA der erste mit elektrischem Licht beleuchtete Weihnachtsbaum
der Welt große Beachtung. |
| 1891 | wird
der erste Lichterbaum am Amtssitz des Präsidenten der USA am Weißen
Haus aufgestellt. |
| Ab 1900 | trat
der Weihnachtsbaum seinen Siegeszug durch die Welt an. In vielen Häusern,
aber auch in öffentlichen Gebäuden findet der Weihnachtsbaum große
Zustimmung. Nach langem Widerstand und als heidnisches Symbol abgelehnt,
installieren nun auch die Kirchen geschmückte Lichterbäume mit einer
Krippe. |
| 2000 | In diesem Jahr werden in Deutschland ca. 23 Mio. Weihnachts- bäume verkauft. Ungezählt sind die Farben und Formen der Christbaumdekorationen. Neben Fichte und Blaufichte haben sich neue Tannensorten wie die aus dem Kaukasus kommende Nordmanntanne oder auch Nobilistanne etabliert. Nadelfestigkeit, starke Äste und ein guter Duft sind heute Garantien für einen schönen festlich geschmückten Weihnachtsbaum. |
