Finnentrop. (ff) In den nächsten Wochen erhalten die ersten der rund zehn Millionen Bewerber um eine der heiß begehrten Karten zur Fußballweltmeisterschaft im nächsten Jahr Post, ob sie zu den Glücklichen gehören, die ein Ticket ihr eigen nennen dürfen. Gerade einmal 812.000 Eintrittskarten sollen in der Auslosung der ersten Verkaufsoffensive am 15. April an den Mann gebracht werden. Eine unbefriedigende Situation, dachten sich auch die Bürgerschützen um den ersten Vorsitzenden Stefan Wintersohle.

Gleich als bekannt wurde, daß die Rechte für die Übertragung der WM-Spiele im Rahmen des sogenannten „Public Viewing“ von der Firma Infront Sport und Media kostenlos zu erwerben seien, bewarben sich die Schützen um die entsprechenden Aufführungsrechte. FIFA, Infront und das OK verständigten sich darauf, daß außer in den zwölf WM-Städten allerorts das Großereignis des kommenden Jahres öffentlich vorgeführt werden kann.

Jetzt erhielten die Bürgerschützen Post aus Zug in der Schweiz, dem Sitz des Rechteinhabers Infront. Damit sind die Schützenbrüder jetzt berechtigt, alle 56 Spiele, die in ARD, ZDF und RTL ausgestrahlt werden, live auf Großbildleinwänden zu übertragen. „In einer großen Fangemeinde mit wehenden Fahnen wird das Mitfiebern bei den Fußballspielen doch gleich zum Erlebnis“, ist sich Stefan Wintersohle sicher, daß dieses Angebot von den Fans begeistert angenommen wird. „Wenn wir schon nicht in die Stadien kommen, wollen wir wenigstens unsere Festhalle zur Fußballarena umfunktionieren“, so der Schützenchef und führt weiter aus: „Bei uns bekommt jeder Fan eine Karte, und das sogar kostenlos“.

Erste Planungen sehen vor, die Vorrundenspiele im kleineren Rahmen im vereinseigenen Kinosaal der Schützenhof-Lichtspiele, die derzeit modernisiert und umgebaut werden, zu zeigen. Die Spiele mit deutscher Beteiligung, die Halbfinale und das Finale sollen dann im großen Saal der Festhalle auf Großbildleinwand präsentiert werden. „Die Detailplanungen stehen noch aus, doch wir sind froh, diese gute Nachricht den Fußballbegeisterten schon jetzt, über ein Jahr vor Anpfiff des Eröffnungsspiels, präsentieren zu können“, freut sich Wintersohle bereits auf das bunte Fahnenmeer und die jubelnden Fans, die in ihren heimischen Fernsehsesseln wohl kaum eine vergleichbare Arena-Atmosphäre erreichen können.

 

Obwohl das zweitgrößte WM-Stadion, das zur WM 1974 eröffnete Westfalenstadion in Dortmund, nur knapp eine Autostunde entfernt ist, werden die wenigsten Fußballfans eine reelle Chance haben, eine der heiß begehrten Eintrittskarten für den „Fußballtempel“ erwerben zu können.


Text und Bilder von Kai Hoffmann (ff)

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