Finnentrop. (ff) Der Werksausschuss der Gemeindewerke machte sich am Freitag auf die Suche nach den Ursprüngen des Trinkwassers in der Gemeinde Finnentrop. Nach der Besichtigung des Hochbehälters Schönholthausen, der sich nach einem Brand jetzt wieder in einem hervorragenden Zustand präsentiert, ging es weiter zur Pumpstation in Weuspert. Die angedachte Wanderung fiel förmlich ins Wasser und so wurde witterungsbedingt auf einen Planwagen umgesattelt. Ausschussmitglied Norbert Maag ließ es sich nicht nehmen, seine Kollegen persönlich mit dem Traktor zu chauffieren.

Danach zeigten sich die Ausschussmitglieder um den Vorsitzenden Günter Sprenger von den drei mächtigen Pumpen, die jeweils eine Förderleistung von 180 Kubikmetern pro Stunde haben, in der Pumpstation Müllen beeindruckt. Das unscheinbare Pumpenhaus am Fretterbach wurde von Mitarbeitern der Gemeindewerke, die sich ebenfalls der „Expedition“ angeschlossen hatten, komplett in Eigenregie renoviert und auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Im Pumpenraum projezierte der kaufmännische Werkleiter Josef Baußmann eine Computerpräsentation auf eine Leinwand und erläuterte grafisch die Zusammenhänge der Trinkwasserbeschaffung im Gemeindegebiet.

Die Pumpstation Müllen, die über ein schier unerschöpfliches Wasserreservoir verfügt, versorgt unter anderem die Hochbehälter Birkenstraße und Galgenkopf mit dem kostbaren Nass. Am 2. September 2002 ging der neue Hochbehälter auf dem Galgenkopf, der mit 373 m über NN höchsten Erhebung im Versorgungsgebiet Finnentrop / Bamenohl, ans Netz.

Bis dahin wurden die Orte Finnentrop, Bamenohl und Weringhausen über die beiden Hochbehälter Birkenstraße und Schee mit Trinkwasser aus der Quelle Müllen versorgt. Die vorhandene und geplante Bebauung im Umfeld des Zentrums Finnentrop liegt in einer Höhenlage, die von den beiden vorhandenen Behältern mittel- und langfristig nicht mehr ausreichend versorgt werden konnte. Außerdem war die Bausubstanz des Hochbehälters Schee aufgrund seines Alters sehr stark angegriffen und sanierungsbedürftig. Aus diesem Grunde hatten die Gemeindewerke bereits im Jahre 1996 eine Studie in Auftrag gegeben, welche die Gesamtsituation der Trinkwasser- sowie der Löschwasserversorgung des Großbereiches Finnentrop beurteilen sollte.

Der Behälter wurde als „Brillenbehälter“ mit zwei Kammern von je 500 Kubikmetern Fassungsvermögen geplant. Das entspricht einer Trinkwassermenge von einer Millionen Litern. Der neue Behälter dient als Ausgleichsbehälter und ist somit in das Wasserleitungsnetz direkt eingebunden. Er wird durch eine Druckleitung befüllt, die von der Wassergewinnungsanlage in Müllen über den Hochbehälter Birkenstraße verläuft. Bei Bedarf können über eine entsprechende Schieberstellung auch die Hochbehälter in Lenhausen und Rönkhausen vom Galgenkopf aus mitversorgt werden.


Text und Bild von Kai Hoffmann (ff)

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