Rönkhausen.
(ff) Über 600 Zuschauer sahen am Wochenende in der dortigen Schützenhalle das
Theaterstück „Das verflixte Klassentreffen“ von der Autorin Regina Rösch,
aus deren Feder schon das Erfolgsstück des letzten Jahres stammte. Die
wochenlange Probenarbeit wurde den Freizeitdarstellern des Theaterclubs mit
einer gehörigen Portion Applaus des begeisterten Publikums belohnt. Allein die
Vorstellung am Samstag abend stellte mit über 400 Zuschauern einen neuen Rekord
dar und war damit bis auf den letzten, zusätzlich aufgestellten Stuhl restlos
ausverkauft. Daniel Helmig, der selbst als Darsteller im Stück fungierte, aber
erst im zweiten Teil zum Zuge kam, freute sich: „Soviele Zuschauer hatten wir
samstags noch nie“.
Die Geschichte ist schnell erzählt: Franz-Josef Holzmeier hat in seiner Familie nicht das Sagen, vielmehr führt Ehefrau Amanda das Regiment über ihren Gatten, Sohn Markus und den Großvater. Die alltägliche Familienidylle gerät nach einer „entglittenen“ Chorprobe bei der Lektüre der morgendlichen Lokalzeitung offenbar aus den Fugen. Im Nachbarort hat es ein Klassentreffen gegeben, was bis dahin noch nichts Besonderes ist. Doch Amanda fasst den Entschluß, eben ein solches Klassentreffen gemeinsam mit ihrer Freundin Franziska und der „Dorftratsche“ Paula zu organisieren.
Das die Einladung auf keinen Fall Elisabeth erreichen soll, dafür sorgen Franz-Josef, sein Freund August und unfreiwillig der Postbote Ferdinand. Denn Elisabeth hat vor 23 Jahren ein uneheliches Kind bekommen, für das der unbekannte Erzeuger jedes Jahr seine Alimente bezahlt. Ein Verwirrspiel voller Aufregungen und Verwechslungen beginnt. Offensichtlich haben die beiden Freunde Franz-Josef und August, hervorragend verkörpert von Ralf Broichhaus und Willi Weiss, ganz unterschiedliche Motive, dieses Wiedersehen zu verhindern. Franz-Josef, der die „Tatnacht“ im Vollrausch erlebte, kann sich an die angebliche Zeugung nicht mehr erinnern und der Geizhals August erweist sich als Retter in der Not. Seit über 20 Jahren verwaltet er treuhänderisch die von Franz-Josef gezahlten Alimente und einer „Risikozulage“ für den verschwiegenen Kumpel. Bis die Wahrheit ans Licht kam, wurden die Lachmuskeln des Publikums ordentlich strapaziert. Eine besondere Leistung wurde Ralf Broichhaus als Hauptdarsteller abverlangt, mußte er doch kurzfristig für den erkrankten Stefan Bröcher einspringen und innerhalb von drei Wochen den gesamten Text des Franz-Josef Holzmeier büffeln. Der langanhaltende Applaus war ein sicheres Zeichen dafür, daß ihm diese schauspielerische Herausforderung vollends gelungen ist.
Im nächsten Jahr ist dann wieder die Laienschauspielschar der Löschgruppe Rönkhausen an der Reihe, die im Wechsel mit dem Theaterclub in Rönkhausen die Bretter besteigen, die die Welt bedeuten und für beste Unterhaltung sorgen.
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Text und Bilder von Kai Hoffmann