Finnentrop. (ff) Nach den Ostentroper Laienschauspielern, die im letzten Jahr die „Melcher`s Scala“ kurzerhand nach Finnentrop verlegten, erfüllte am Samstag der Theaterclub Rönkhausen die Bühne der Festhalle mit turbulentem Leben.

Zum Abschluß der Spielzeit 2002/2003 präsentierte die Kulturgemeinde in Kooperation mit der Sparkasse Finnentrop den Schwank „Der kühne Schwimmer“. Wo sich im Verlauf des Winters ansonsten namhafte Theaterprofis die Klinke in die Hand gaben, zelebrierte die Laienspielschar, unter der bewährten Regieführung von Hubertus Hoffmann, Volkstheater in Vollendung. Ob es an einer unglücklichen Terminwahl lag, der Dreiakter lockte leider nur rund 300 Zuschauer, konnte Hubertus Hoffmann letztendlich auch nicht ausmachen. Doch davon ließen sich die Darsteller nicht beeindrucken und gaben ihr Bestes.

Stefan Bröcher brillierte in der Titelrolle des „kühnen Schwimmers“ Otto Häberlein, der sich ohne fremde Hilfe eigentlich gar nicht über Wasser halten kann. Am Starnberger See soll der gewiefte Witwer gar die junge Annemarie Degenhard, gespielt von Silke Hoheiser, vor dem Ertrinken gerettet haben. Fortan gehört das Herz der holden Maid aus Dank dem betagten Schlitzohr. Gabriele Degenhard (Katja Schuppert), Otto`s elegante Schwiegermutter in spe, verschafft dem vermeintlichen Lebensretter auch noch die Rettungsmedaille. Doch eigentlich hatte der Bauernbursche Xaver Kraxentrager, von Klaus Mosler mit dem passenden Dialekt spitzbübisch in Szene gesetzt, die ohnmächtige Frau ans rettende Ufer gebracht. Als dann kurz vor der geplanten Vermählung noch der Ex-Verlobte Fritz Neubauer alias Daniel Helmig auftaucht, ist das Chaos eigentlich perfekt. Doch zu allem Überfluß möchte Dr. Waldemar Möbius (Ralf Broichhaus) seiner Hündin Lena durch Häberlein`s Rüden Menne noch einen Wurf reinrassiger Welpen bescheren und verwirrt den heiratswilligen Titelhelden mit seinen Ausführungen vollends. Doch am Ende haben sich dann doch wieder alle gekriegt, der Xaver die Emma, der Fritz die Annemarie und Otto Häberlein entdeckt plötzlich gar die Reize seiner angedachten Schwiegermutter.

Die Garanten für Szenenapplaus waren Dirk Rau als Professor Wernecke und Wilfried Weiss als Baumeister Eggebrecht, die dem Bräutigam als Trauzeugen fungieren sollen. Herzerfrischende Situationskomik, die durch durch das zuckersüße Outfit des schwulen Professors und dem sächsischen Akzent seines Freundes zusätzlich an Esprit gewannen. Auch die Trockenschwimmübungen von Dietmar Schuppert als Bademeister Hummel im blau-weiß-gestreiften Beadeanzug waren an Ästhetik kaum zu überbieten. Bei einer Spielzeit von annähernd drei Stunden war nicht nur das Sitzfleisch der Zuschauer gefordert, auch das Textpensum für die Hobbydarsteller und die Souffleuse Ivonne Danz war enorm.

Die neue Saison beginnt für die Kulturgemeinde am 17. August mit dem Jazzfrühschoppen im Park des Schloß Bamenohl und der Theaterclub lädt am 25. und 26. Oktober zu seinen Aufführungen in die Schützenhalle Rönkhausen ein.

 

 

Der Trockenschwimmer Die geplatzte Hochzeit Professor Wernecke Es ist vollbracht

Text und Bilder von Kai Hoffmann

zurück