Finnentrop. (ff) Tom, ein noch etwas orientierungloser Jugendlicher, schlägt zusammen mit seinem Kumpel Oliver einen türkischen Jungen zusammen. Oliver, der eigentlich mit dem Baseballschläger zugeschlagen hat, verdrückt sich und bringt seinen Freund Tom damit in eine üble Situation. Tom will es ihm heimzahlen und lauert Oliver auf. Doch bei diesem Warten bekommt das Wort „Freundschaft“ für Tom auf einmal ganz andere Dimensionen. Dieser Oliver, der sowieso nur Saufen, Randale und Ausländer-Klatschen im Kopf hat, haut Tom am Ende noch in die Pfanne und schwärzt ihn bei der Polizei an.
Oliver bleibt bei dem Theaterstück „Klatschkopf“, das am Freitag morgen im Finnentroper Rathaus vom Hein Knack Theater aus Hennef aufgeführt wurde, eine imaginäre Person. Heinz Diedenhofen verkörperte überzeugend den Jugendlichen Tom, der sich über seinen fiktiven Kumpel Oliver so seine Gedanken macht. Dabei kommt er auf einmal zu offensichtlich für ihn völlig neuen Erkenntnissen. Er macht sich seine Gedanken über Männlichkeit, Fremdenhass und Gewalt. Das Ein-Mann-Stück, das im Ratssaal in zwei Vorstellungen über 300 Jugenliche der Jahrgangsstufen neun und zehn in seinen Bann zog, wußte durch seine Suche nach den Hintergründen und sozialen Ursachen von Gewalt zu überzeugen. Provozierend, wachrüttelnd, nachdenklich und ehrlich machte sich Heinz Diedenhofen an das immer aktuelle Thema. Mal auf der kleinen Bühne, mal mitten im Publikum, kam der engagierte Darsteller mit seiner „Keule“ und einer Mülltonne als Requisiten aus.
Mit
seiner Ausdrucksweise war der Schauspieler immer auf der Höhe der Jugendlichen,
die mal gefesselt, mal vergnügt oder auch nachdenklich das Treiben verfolgten.
„Die Schweine von heute, sind die Schinken von morgen“, ist sich Tom sicher,
als er hinter der Mülltonne auf Oliver wartet und auf Rache sinnt. Das Stück
geht dem Mythos des Heldenhaften der Gewalt auf den Grund und fragt auch nach
Opfern und Mitläufern. Nach gewaltbereiten Mitläufern, wie Tom auch einer ist.
Die
Aufführung der Kulturgemeinde wurde von der Gemeinde Finnentrop aus
Landeszuweisungen zur Förderung von Projekten und Maßnahmen der Kommunen gegen
Rechtsextrmismus finanziell unterstützt. Daher konnten die Vorstellungen für
die Jugendlichen auch kostenlos angeboten werden.
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Text und Bilder von Kai Hoffmann