Finnentrop. (ff) Obwohl die Bauarbeiten zum T-DSL-Ausbau bereits begonnen haben (wir berichteten), wird der begehrte Internetzugang wohl noch einige Monate auf sich warten lassen. Harald Krings vom zentralen Beschwerde-Management der Deutschen Telekom in Bonn rechnet mit einem Abschluß der Bauarbeiten noch in diesem Jahr, danach folgt eine eingehende Prüfung mit abschließender Abnahme der Technik. „Als Termin für die Verfügbarkeit von T-DSL im Raum Finnentrop halte ich das erste Quartal 2006 für realistisch“, so Harald Krings, der sich bei seiner Aussage auf die aktuellen Informationen der Technikabteilung stützt.

Bei der Frage, warum denn der magentafarbene Telekommunikations-Riese erst jetzt den DSL-Ausbau in Finnentrop startet, verwies Krings auf die ständig fortschreitende Entwicklung der Datentechnik: „Bisher schien es nicht möglich, DSL in Verbindung mit dem in Finnentrop verbauten Glasfaserkabel zu realisieren. Doch inzwischen machen neue Technologien auch diese Kombination möglich“. Ob nur Teilbereiche des betroffenen Bereiches ausgebaut werden oder zukünftig alle Haushalte über einen Zugang verfügen können, machte Krings von einer Wirtschaftlichkeitsbetrachtung abhängig: „Die Kosten und der Aufwand müssen sich schon in einem vertretbaren Rahmen bewegen“.

Auch Carl-Michael Welzel wandte sich seinerzeit mit seinem DSL-Begehren an die Beschwerdestelle in Bonn. Der Bamenohler sammelte über 500 Unterschriften von Interessierten, die mangels DSL-Zugang ihrem Unmut Luft machten. Doch damals machte die Telekom ihren Kunden im Raum Finnentrop und Bamenohl wenig Hoffnung auf eine schnelle Lösung. Durch diesen unbefriedigenden Umstand auf den Plan gerufen, tummeln sich inzwischen zwei Funkanbieter mit ihren Drahtlosangeboten auf dem heißumkämpften DSL-Markt.

Die Firmen Airtraxx Wireless GmbH und Wi-Beg Communication GmbH beschlossen im Januar 2005, das erste deutsche Pilotprojekt mit der Zukunftstechnologie WiMax gemeinsam umzusetzen und entschieden sich für einen Start in der Gemeinde Finnentrop. Nach anfänglichen Lieferschwierigkeiten im Bereich der Hardware, konnten Ende Juli die ersten beiden Basisstationen an einem Mobilfunkmast in Heggen ihren Betrieb aufnehmen. Während damit in Heggen eine Funkabdeckung von 95 % erreicht wird, gucken in Finnentrop und Bamenohl einige Internetfreaks noch immer in die Röhre. Airtraxx macht keinen Hehl daraus, daß die Abdeckung in den beiden Orten lediglich bei 60 % bzw. 40 % liegt. Derzeit haben die Aufbauarbeiten an einem weiteren Standort begonnen, um zwei weitere Basisstationen installieren zu können, die dann bis Ende September ihren Dienst aufnehmen sollen. Bis zum 11. August konnten die ersten 100 Kunden für den schnellen Internet-Zugriff freigeschaltet werden, bis Mitte 2006 hat man sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, rund 1000 Kunden mit drahtlosen Internetzugängen auf pre-WiMax-Basis zu bedienen.

Dem geplanten Ausbau der Telekom steht Rene Lippertz von Airtraxx gelassen gegenüber: „Es ist nicht neu, daß die Telekom Ankündigungen verbreitet, DSL zu starten, wenn potentielle Mitbewerber auftauchen. Doch auch die Telekom muß bei derartigen Investitionen hart kalkulieren. Ein Komplettausbau ist für die Telekom nicht rentabel. Wir gehen davon aus, daß 2006 nur Teilbereiche mit DSL versorgt werden“.

Am 1. Juni diesen Jahres gaben Bürgermeister Dietmar Heß und sein Lennestädter Kollege Alfons Heimes auf der Hohen Bracht den offiziellen Startschuss für DSLonair, einem weiteren Funkanbieter für Highspeed-Internet. Die DBD Deutsche Breitband Dienste GmbH kooperiert im hiesigen Raum mit ihrem Partner Innofactory GmbH mit Sitz in Lennestadt. Das Heidelberger Unternehmen ist bestrebt, überall dort, wo kein DSL verfügbar ist, bundesweit Funknetze aufzubauen und setzt dabei in Finnentrop und Lennestadt auf die WLAN-Technologie. Inzwischen wurden bundesweit 14 Netze mit über 2000 Kunden installiert.


Text  von Kai Hoffmann (ff)

 

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