Datum: 24.02.2008

Quelle: Kai Hoffmann

Bericht kommentieren klick

zurück  


Finnentrop. (ff) Die Teilnehmerzahl war mit 136 Personen für eine Jahreshauptversammlung des Bürgerschützenvereins recht hoch, doch blieb die Zahl der interessierten Schützenbrüder deutlich hinter der außerordentlichen Mitgliederversammlung vom 20. Dezember zurück, als die Hintergründe der Unregelmäßigkeiten des ehemaligen Vorsitzenden Stefan Wintersohle erstmals bekannt wurden.

Und so verlief die Versammlung, die von Vorstandswahlen und der Affäre Wintersohle bestimmt war, auch recht unspektakulär und ohne große Überraschungen. „Als dunkelstes Kapitel der Vereinsgeschichte“, bezeichnete Schriftführer Gerd Baier am Samstagabend in seinem Jahresbericht die Machenschaften des Ex-Vorsitzenden Stefan Wintersohle, die am 18. November aufgedeckt wurden. Kassierer Wolfgang Wiethoff ließ letztmals die Zahlen des Vereins Revue passieren, er trat aus gesundheitlichen Gründen zurück. Besonders die vergangenen beiden Wochen, in denen ein neuerlicher Fall von Unterschlagung in Bezug auf Werbeprovisionen (wir berichteten) aufgedeckt wurde, hatten Wiethoff emotional schwer zu schaffen gemacht.Rechnungsprüfer Bernhard Lubeley, der aus gegebenem Anlass eine sehr umfangreiche Erklärung der Kassenprüfer verlas, lobte den scheidenden Kassierer für seinen Einsatz und dankte ihm für die lückenlose Aufklärung des Schadens, der durch die Veruntreuung von Vereinsgeldern durch den Ex-Vorsitzenden entstanden war.

 Während der übrige geschäftsführende Vorstand, über den auf Anregung Lubeleys einzeln abgestimmt wurde, entlastet wurde, verweigerten die anwesenden Schützen dem zurück getretenen Vorsitzenden Stefan Wintersohle einstimmig die Entlastung.

Im Anschluss verlas der zweite Vorsitzende Heinz-Josef Schröder einen Brief des Ex-Schützenchef, in dem er seinen Austritt aus dem Schützenverein erklärte. Damit griff Stefan Wintersohle einem drohenden Ausschlussverfahren vor, das im Vorfeld der Versammlung heiß diskutiert wurde. Helmut Adler verwies nochmals auf den Paragraphen sieben der Satzung, der in Absatz c besagt, dass die Mitgliedschaft von Schützen erlischt, die den Vereinsfrieden schwerwiegend stören. Für Bernhard Sieler hatte sich ein derartiges Ausschlussverfahren gegen den ehemaligen Vorsitzenden nach dessen freiwilligen Austritt allerdings erübrigt und er bezeichnete ein solches Vorgehen „als menschenunwürdiges Nachtreten des Vereins“, auf das man verzichten sollte.

Der Schaden in Höhe von 13.626 Euro, der dem Verein entstanden war, ist inzwischen von Stefan Wintersohle komplett zurückgezahlt worden. „Auch die Kosten von 1.100 Euro für das Gutachten eines externen Steuerprüfers hat uns der Stefan inzwischen überwiesen“, berichtete der zweite Vorsitzende Heinz-Josef Schröder.Allerdings entgeht Wintersohle auch durch seinen Austritt nicht möglichen Regressansprüchen, die durch weitere Aufdeckungen zu Tage gefördert werden könnten.

„Gleich zu Beginn der Affäre hat uns der Stefan ein Papier unterschrieben, in dem er zusichert, für den entstandenen Schaden komplett aufzukommen“, ergänzte Heinz-Josef Schröder. Damit dürfte die Akte Wintersohle, zumindest vorerst, für den Schützenverein geschlossen sein.

Der zurückgetretene erste Kassierer Wolfgang Wiethoff (rechts) mit seinem Nachfolger Dirk Vollmer, der bis jetzt als zweiter Kassierer im Vorstand aktiv war.

 

 

Rechnungsprüfer Bernhard Lubeley verlas aus gegebenem Anlass eine sehr umfangreiche Erklärung der Kassenprüfer und schlug vor, über die Entlastung des geschäftsführenden Vorstandes einzeln abzustimmen.

klick auf die Bilder zur Vergrößerung