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Finnentrop.
(ff) Die Teilnehmerzahl war mit 136 Personen für eine
Jahreshauptversammlung des Bürgerschützenvereins recht hoch,
doch blieb die Zahl der interessierten Schützenbrüder
deutlich hinter der außerordentlichen Mitgliederversammlung
vom 20. Dezember zurück, als die Hintergründe der
Unregelmäßigkeiten des ehemaligen Vorsitzenden Stefan
Wintersohle erstmals bekannt wurden.
Und so
verlief die Versammlung, die von Vorstandswahlen und der
Affäre Wintersohle bestimmt war, auch recht unspektakulär
und ohne große Überraschungen. „Als dunkelstes Kapitel der
Vereinsgeschichte“, bezeichnete Schriftführer Gerd Baier am
Samstagabend in seinem Jahresbericht die Machenschaften des
Ex-Vorsitzenden Stefan Wintersohle, die am 18. November
aufgedeckt wurden. Kassierer Wolfgang Wiethoff ließ
letztmals die Zahlen des Vereins Revue passieren, er trat
aus gesundheitlichen Gründen zurück. Besonders die
vergangenen beiden Wochen, in denen ein neuerlicher Fall von
Unterschlagung in Bezug auf Werbeprovisionen (wir
berichteten) aufgedeckt wurde, hatten Wiethoff emotional
schwer zu schaffen gemacht.Rechnungsprüfer Bernhard Lubeley,
der aus gegebenem Anlass eine sehr umfangreiche Erklärung
der Kassenprüfer verlas, lobte den scheidenden Kassierer für
seinen Einsatz und dankte ihm für die lückenlose Aufklärung
des Schadens, der durch die Veruntreuung von Vereinsgeldern
durch den Ex-Vorsitzenden entstanden war. |
Während
der übrige geschäftsführende Vorstand, über den auf Anregung
Lubeleys einzeln abgestimmt wurde, entlastet wurde,
verweigerten die anwesenden Schützen dem zurück getretenen
Vorsitzenden Stefan Wintersohle einstimmig die Entlastung.
Im Anschluss
verlas der zweite Vorsitzende Heinz-Josef Schröder einen
Brief des Ex-Schützenchef, in dem er seinen Austritt aus dem
Schützenverein erklärte. Damit griff Stefan Wintersohle
einem drohenden Ausschlussverfahren vor, das im Vorfeld der
Versammlung heiß diskutiert wurde. Helmut Adler verwies
nochmals auf den Paragraphen sieben der Satzung, der in
Absatz c besagt, dass die Mitgliedschaft von Schützen
erlischt, die den Vereinsfrieden schwerwiegend stören. Für
Bernhard Sieler hatte sich ein derartiges
Ausschlussverfahren gegen den ehemaligen Vorsitzenden nach
dessen freiwilligen Austritt allerdings erübrigt und er
bezeichnete ein solches Vorgehen „als menschenunwürdiges
Nachtreten des Vereins“, auf das man verzichten sollte.
Der Schaden
in Höhe von 13.626 Euro, der dem Verein entstanden war, ist
inzwischen von Stefan Wintersohle komplett zurückgezahlt
worden. „Auch die Kosten von 1.100 Euro für das Gutachten
eines externen Steuerprüfers hat uns der Stefan inzwischen
überwiesen“, berichtete der zweite Vorsitzende Heinz-Josef
Schröder.Allerdings entgeht Wintersohle auch durch seinen
Austritt nicht möglichen Regressansprüchen, die durch
weitere Aufdeckungen zu Tage gefördert werden könnten. |
„Gleich zu
Beginn der Affäre hat uns der Stefan ein Papier
unterschrieben, in dem er zusichert, für den entstandenen
Schaden komplett aufzukommen“, ergänzte Heinz-Josef
Schröder. Damit dürfte die Akte Wintersohle, zumindest
vorerst, für den Schützenverein geschlossen sein.

Der zurückgetretene erste Kassierer Wolfgang
Wiethoff (rechts) mit seinem Nachfolger Dirk Vollmer, der
bis jetzt als zweiter Kassierer im Vorstand aktiv war.

Rechnungsprüfer Bernhard Lubeley verlas aus
gegebenem Anlass eine sehr umfangreiche Erklärung der
Kassenprüfer und schlug vor, über die Entlastung des
geschäftsführenden Vorstandes einzeln abzustimmen. |