Finnentrop. (ff) Der Hauptdarsteller blinzelte am Sonntag nur vereinzelt hinter der Wolkendecke hervor. Beim Solartag „Finsolar“ war strahlendblauer Himmel leider Mangelware, doch der einstimmige Tenor der ausstellenden Firmen, die mit dem Verlauf der Veranstaltung durchaus zufrieden waren, lautete: „Hauptsache, es ist von oben trocken“. Im Rahmen der lokalen Agenda 21 präsentierte die Gemeinde Finnentrop auf Initiave des Arbeitskreis Wirtschaft Informationen rund um den begehrten Wärmespender Sonne. Anlagen zur Erwärmung des täglichen Warmwasserbedarfs, zur Heizungsunterstützung oder Schwimmbaderwärmung, die zur Aufdach-, Indach- oder Flachdachmontage geliefert werden können, wurden von den Unternehmen auf dem Marktplatz vorgestellt. Ob Flach- oder Röhrenkollektoren, die Sonne lacht.

In Mitteleuropa liegt die jährliche Sonneneinstrahlung bei rund 1000 kWh pro Quadratmeter. Jeden Tag liefert der glühende Himmelskörper 15.000 mal mehr Energie, als die Menschen verbrauchen können. Warum soll man sich diese mächtige Energiequelle also nicht zunutze machen ? Der Arbeitskreis Wirtschaft hat sich mit Engagement dafür stark gemacht, den interessierten Bürgern der Gemeinde, das Thema Solarenergie etwas näherzubringen. Fünf heimische Handwerksbetriebe unterstützen die Aktion, in dem sie bis August 2002 zwei Komplettpakete zur Brauchwassererwärmung zum Festpreis anbieten, die auf Vier- bzw. Fünf-Personen-Haushalte optimal zugeschnitten sind.

Neben der Nutzung der Solarwärme (Solarthermie) zur Brauchwassererwärmung kann die Sonnenenergie auch in Solarstrom (Photovoltaik) umgewandelt werden. Der Anteil der erneuerbaren Energien an der Deckung des Primärenergiebedarfs in Deutschland ist noch gering und liegt derzeit bei rund zwei Prozent. Doch das soll sich ändern, auch in der Gemeinde Finnentrop, die am Sonntag den Aufbruch ins Solarzeitalter einläutete. Seit fünf Milliarden Jahren liefert die Sonne volle Pulle Kraft zum Nulltarif. Unvorstellbare Power: Wenn die Sonne mit einem 12 Meter dicken Eispanzer umgeben wäre, hätte sie diesen in weniger als einer Sekunde weggeschmolzen.

Zum heimlichen Star der Veranstaltung hätte sich sicherlich der solare Wursterhitzer eines Attendorner Unternehmens entwickelt, bei dem mit Solarkraft leckere Bockwürtse erhitzt werden. Eine umweltfreundlicher Werbegag, der auch noch schmeckt. Doch leider war zum einen die Sonneneinstrahlung ein wenig zu dürftig, zum anderen war leider kein Wurstverkäufer vor Ort, der den strengen Vorschriften der Lebensmittelhygiene entsprochen hätte. Schade !

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Text und Bilder von Kai Hoffmann

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