Manfred Gabriel jetzt Ehrenmitglied

Heimische Apotheken finanzieren lebensrettenden Frühdefibrillator

 

Finnentrop. (ff) Schützenchef Stefan Wintersohle konnte am Samstagabend 112 Bürgerschützen zur Jahreshauptversammlung im Mittelsaal der Festhalle begrüßen. Kassierer Manfred Gabriel ließ das abgelaufene Jahr aus finanzieller Sicht nochmals Revue passieren, der erste Schriftführer Gerd Baier erinnerte in seinem Jahresbericht an die Highlights des Schützenjahres. Für Gelächter sorgte der zweite Schriftführer Wilfried König, als er beim Verlesen der Niederschrift der letzten Versammlung den amtierenden Jungschützenkönig Rene Weber mit dem Schickeria-Boxer Rene Weller verwechselte.

Hinter dem unscheinbaren Tagesordnungspunkt sieben verbarg sich für die Schützen eine Entscheidung mit einschneidender Tragweite. Der Vorstand machte der Versammlung den Vorschlag, den Ablauf des diesjährigen Schützenfestes an das „Rönkhauser Modell“ anzulehnen. Nachdem sich die letztjährige Freitagsvariante nicht durchsetzen konnte und Schützen wie Schausteller erhebliche Umsatzeinbußen hinnehmen mußten, wurde der Vorschlag des mit einem Frühschoppen ausklingenden Montags diskutiert. „Der König wird damit unter Umständen nicht mehr in seinem Heimatort seinen ersten Festzug haben. Das ist aber das einzige Ziel, das mit dieser Lösung nicht erreicht werden kann“, resümierte der erste Vorsitzende Stefan Wintersohle. Bei 29 Enthaltungen sprach sich die große Mehrheit der Schützenbrüder letztendlich dafür aus, zukünftig wieder von Samstag bis Montag zu feiern. Ob damit der lahmende Sonntagabend, der vor drei Jahren den Anstoß für Änderungen des Ablaufs gab, wirklich belebt werden kann, bleibt allerdings fraglich.

Bei den anstehenden Vorstandswahlen wurde der erste Vorsitzende Stefan Wintersohle bei drei Enthaltungen ebenso wiedergewählt wie der Beisitzer Hermann Schäfers, der das einstimmige Votum der Versammlung erhielt. Als neuer Jungschützenvertreter setzte sich Christian Bloß mit 52 Stimmen gegen seine Mitbewerber Matthias Rickert und den amtierenden Jungschützenkönig Rene Weber durch. Er tritt damit die Nachfolge von Christian Ruhrmann an, der dieses Amt sechs Jahre inne hatte. Nach 20 Jahren Mitarbeit im geschäftsführenden Vorstand stellte sich der erste Kassierer Manfred Gabriel nicht mehr zur Wahl. „Damit geht im Bürgerschützenverein eine Ära zu Ende“, zog Stefan Wintersohle eine Bilanz des unermüdlichen Tatendrangs des scheidenden „Finanzministers“. Sein Antrag, Manfred Gabriel aufgrund seiner Verdienste um den Verein zum Ehrenmitglied zu ernennen, fand in der Versammlung ein klares Votum. Zu Gabriels Nachfolger wurde der bis dahin zweite Kassierer Wolfgang Wiethoff gewählt. Damit wurde auch die Neubesetzung dieses Postens notwendig.  Der 25-jährige Dirk Vollmer wird in Zukunft als Vize-Kassierer die finanzielle Geschicke des Vereins mitlenken.

Ralf Tillmann aus der dritten Korporalschaft wurde zum neuen Offizier gewählt und tritt damit in die Fußstapfen des bisherigen Adjutanten Rainer Hachen, der im letzten Jahr leider verstorben ist. Da sich Offizier Hansi Barth aus gesundlichen Gründen nicht mehr zur Wahl stellte, wählte die Versammlung einstimmig den 22-jährigen Heizungsmonteur Kevin Hegener aus der ersten Korporalschaft ins Offizierscorps. Da auch Peter Rump krankheitsbedingt nicht mehr zur Verfügung steht, mußte auch hier ein Nachfolger gefunden werden. Tobias Krüger (22 Jahre) aus der dritten Korporalschaft setzte sich mit 76 Stimmen deutlich gegen Hallenwart Jürgen Langenberg (38 Jahre) durch, der nur 30 Stimmen erhielt. Hubertus Poggel wurde in seinem Amt als Offizier wiedergewählt. Während Rechnungsprüfer Bernd Lubeley einstimmig wiedergewählt wurde, setzte sich Uli Bücker gegen Andreas Hasenau als Nachfolger für den scheidenden Kassenprüfer Karl Korreck durch.

Bei einem tragischen Zwischenfall beim letztjährigen Schützenfest, konnte das Leben eines Musikers des Feuerwehrmusikzuges aus Bamenohl nur gerettet werden, weil ein Schützenbruder, der im Zivilberuf als Rettungsassistent tätig ist, beherzt eingriff. Diesen Vorfall nahmen die ortsansässigen Apotheken (Schloß-Apotheke,  Sonnenapotheke und Alte Apotheke) zum Anlass, die Anschaffung eines zukünftig in der Festhalle deponierten Frühdefibrillators zu unterstützen. „Eine großartige Aktion“, lobte Stefan Wintersohle dieses Engagement. Die Anschaffungskosten von rund 4.000 Euro werden zur Hälfte von der Björn-Steiger-Stiftung getragen, die bundesweit die Anschaffung solcher automatisierten Frühdefis mit der Initiative „Kampf dem Herztod“ unterstützt. Nach einem plötzlichen Herzversagen beginnen bereits nach fünf Minuten die ersten irreparablen Hirnschäden. Professionelle Hilfe innerhalb dieses Zeitfensters ist weder von Notärzten noch vom Rettungsdienst erreichbar. Deshalb ist nach Auffassung der Björn-Steiger-Stiftung die Breitenausbildung der Bevölkerung die einzige Lösung dieses Problems. „Bei der Behandlung von Kammerflimmern zählt nicht die medizinische Perfektion, sondern die schnellstmögliche Defibrillation“, heißt es in einem Infoblatt der Stiftung. Daher werden jetzt ausgebildete Ersthelfer aus den Reihen der Schützen gesucht, die sich einer Zusatzausbildung an dem neuen Gerät stellen. Interessenten sollten sich beim Vorsitzenden Stefan Wintersohle oder Christian Vollmert, dem stellv. Korporalschaftsführer der Ersten, melden, die auch weiteres Infomaterial bereithalten. Das Gerät soll eventuell bereits zu den Karnevalsveranstaltungen in der Festhalle einsatzbereit sein.

 

Weitere Termine des BSV im Jahr 2003:

28. März                     Fässchentrinken der Korporalschaften im Mittelsaal

25. Mai                       Versammlung vor Schützenfest

20. September             Abrechnungsversammlung

28. September             Kreisschützenfest in Rüblinghausen

 

Fotos:

     Die wieder- bzw. neugewählten Vorstandsmitglieder und Offiziere

     Manfred Gabriel ist jetzt Ehrenmitglied der Bürgerschützen

 

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Text und Bilder von Kai Hoffmann

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