Finnentrop. (ff)
Unter der Vogelstange fanden bei strahlendem Sonnenschein
mehrere hundert Zuschauer ein, um ein spannendes Schießen zu
verfolgen. Sechs ernsthafte Bewerber sorgten bis zum
bitteren Ende des Wappentiers für ein zähes Ringen um die
Königswürde.
Beim 55. Schuss durch den ersten
Vorsitzenden der Bürgerschützen, Stefan Wintersohle, ging ein Raunen
durch die Zuschauermenge am Nordzubringer. Der Vogel wurde durch den
Treffer gespalten und flatterte arg angeschlagen in seinem
Kugelfang, doch er fiel nicht.
Um 11.01 Uhr besiegelte
Michael Bienert mit dem 59. Schuss dann das Ende des
Schützenvogels. Für den 41-jährigen Postangestellten war es
der erst zweite Anlauf zum Schützenkönig und mit dem finalen
Treffer ließ er seine Mitbewerber Siggi Zimmermann,
Schützenchef Stefan Wintersohle, Vogelbauer Hubertus Poggel,
Wolfgang Weichhold und Jürgen Figaszewski hinter sich.
Damit geht die
Königswürde nach der Jungschützenkrone ebenfalls in die
zweite Korporalschaft. Obwohl Michael Bienert mittlerweile
schon seit einem Jahr in Attendorn wohnt und eigentlich vom
Elternhaus her in der dritten Schützenabteilung angesiedelt
ist, liefert der neue Regent dafür eine plausible Erklärung:
„Wir Maiböcke marschieren alle geschlossen in der zweiten
Korporalschaft“.
Der begeisterte
Motorradfahrer erkor sich Iris Klement aus Attendorn-Bürberg
zu seiner Königin. Die 40-jährige Wellnesstrainerin war von
der Tatsache der bevorstehenden Mitregentschaft anfangs
völlig überwältigt. Michael Bienert ist ein Ur-Finnentroper
und seitens des Schützenvereins familiär vorbelastet, war
doch Großvater Franz Schulte 37 Jahre lang Schriftführer bei
den Bürgerschützen. Vor 23 Jahren hatte der Neuregent
bereits die Würde des Jungschützenkönigs inne. „Da kam mir
doch heute morgen in den Sinn, einfach nochmal beim
Vogelschießen draufzuhalten“, erläuterte der glückliche
Schütze und freut sich schon auf den großen Festzug
anläßlich des Jubiläumsschützenfestes im nächsten Jahr.
Neben dem Schützenverein und den
Maiböcken hat Michael Bienert aber noch ein weiteres Hobby: das
närrische Treiben im Festkomitee Finnentroper Karneval. So gehörte
er anläßlich des jecken Jubiläums im Jahre 2003 als Jungfrau
Michaela I. dem bis jetzt einzigen Finnentroper Dreigestirn an.
Gerhard Adema sicherte sich bereits mit dem fünften Schuss das
Zepter, Markus Hachen erlegte mit dem achten Schuss den Reichsapfel
und Stefan Wintersohle traf mit dem 14. Schuss die Krone des
Wappentiers.
Die Mitbewerber Jürgen
Figaszewski, Siggi Zimmermann und Vogelbauer
HubertusPoggel (von links).
Bereits am Samstag sicherte sich
Sebastian Bialas die Regentschaft bei den Jungschützen. An der Seite
des 20-jährigen Bankkaufmanns marschierte Jungschützenkönigin
Katharina Schulte. Die 19-jährige absolviert derzeit eine Ausbildung
zur Fremdsprachen-Assistentin.