Datum: 21.01.2008

Quelle: Kai Hoffmann

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Finnentrop. (ff) Der Jahreswechsel wird gerne auch zum Anlass genommen, sich selbst gute Vorsätze aufzuerlegen, die dann meist doch wieder im Sande verlaufen. Light-Produkte sind momentan in, der Winterspeck out und Fitnessstudios boomen. Man achtet angesichts des nahenden Frühlings wieder auf gesunde Ernährung und sportliche Betätigung.

Wie ist es dann zu erklären, dass der Kirchenchor St. Cäcilia beim Schlachtfest wieder ein volles Haus zu verzeichnen hatte? Zur inzwischen schon achten Auflage pilgerten am Sonntag wieder rund 150 Liebhaber der deftig-westfälischen Küche in den Mittelsaal der Festhalle. Gegrillte Haxen, Sauerkraut, Eisbein, Grünkohl, Mettwurst, Bratkartoffeln, Rinderwurst und Kartoffelpüree ließen dem schlemmerwilligen Sauerländer das Wasser im Munde zusammen laufen. Angesichts dieser Leckereien ist der mahnende Hinweis auf den erhöhten Cholesterinspiegel schnell in den Wind geschlagen.

Für zehn Euro konnten die hungrigen Gäste „futtern wie bei Muttern“. Quasi ein Flatrate-Buffet, um es mal neudeutsch auszudrücken.„Dieses deftige Essen hat unsere Generation schon in der Jugend genossen, eben typisch westfälisch“,

sieht Walter Steukmann schon traditionelle Gründe als Motiv für die kleine Kaloriensünde am duftenden Kochtopf.

„Heute kennen die meisten jungen Hausfrauen diese Rezepte doch gar nicht mehr“, hat Walter Steukmann vollstes Verständnis dafür, dass Schwiegersohn Christof Müller gerne mal die Füße unter seinen Tisch streckt, wenn Schwiegermutter Rosemarie Köstlichkeiten wie „Stielmus“ zaubert. „Grünkohl bekomme ich ja noch hin, aber darüber hinaus muss ich bei derlei Hausmannskost die Segel streichen“, gibt Tochter Alexandra unumwunden zu.

Und so waren die Steukmanns und Müllers dann am Sonntag gleich mit drei Generationen beim Schlachtfest vertreten, auch Enkel Nils war mit von der Partie und ließ es sich schmecken. „Für Kinder unter sechs Jahren gibt’s einen Räuberteller kostenlos“, erläuterte Schriftführerin Bettina Becker. „Wenn sich heute die Kids in irgendwelchen Fast-Food-Lokalen den Bauch voll schlagen, haben sie vermutlich auch nicht weniger Kalorien verinnerlicht“, ist sich Walter Steukmann sicher, wagt den Selbstversuch und genießt seine deftigen Spezialitäten ohne sichtliche Reue, „das ist für mich auch ein Stück Lebensqualität“.

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