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Finnentrop. (ff) Der Jahreswechsel wird gerne auch zum
Anlass genommen, sich selbst gute Vorsätze aufzuerlegen, die
dann meist doch wieder im Sande verlaufen. Light-Produkte
sind momentan in, der Winterspeck out und Fitnessstudios
boomen. Man achtet angesichts des nahenden Frühlings wieder
auf gesunde Ernährung und sportliche Betätigung.
Wie ist es dann zu erklären, dass der Kirchenchor St.
Cäcilia beim Schlachtfest wieder ein volles Haus zu
verzeichnen hatte? Zur inzwischen schon achten Auflage
pilgerten am Sonntag wieder rund 150 Liebhaber der
deftig-westfälischen Küche in den Mittelsaal der Festhalle.
Gegrillte Haxen, Sauerkraut, Eisbein, Grünkohl, Mettwurst,
Bratkartoffeln, Rinderwurst und Kartoffelpüree ließen dem
schlemmerwilligen Sauerländer das Wasser im Munde zusammen
laufen. Angesichts dieser Leckereien ist der mahnende
Hinweis auf den erhöhten Cholesterinspiegel schnell in den
Wind geschlagen.
Für zehn Euro konnten die hungrigen Gäste „futtern wie bei
Muttern“. Quasi ein Flatrate-Buffet, um es mal neudeutsch
auszudrücken.„Dieses deftige Essen hat unsere Generation
schon in der Jugend genossen, eben typisch westfälisch“, |
sieht Walter Steukmann schon traditionelle Gründe als Motiv
für die kleine Kaloriensünde am duftenden Kochtopf.
„Heute kennen die meisten jungen Hausfrauen diese Rezepte
doch gar nicht mehr“, hat Walter Steukmann vollstes
Verständnis dafür, dass Schwiegersohn Christof Müller gerne
mal die Füße unter seinen Tisch streckt, wenn
Schwiegermutter Rosemarie Köstlichkeiten wie „Stielmus“
zaubert. „Grünkohl bekomme ich ja noch hin, aber darüber
hinaus muss ich bei derlei Hausmannskost die Segel
streichen“, gibt Tochter Alexandra unumwunden zu.
Und so waren die Steukmanns und Müllers dann am Sonntag
gleich mit drei Generationen beim Schlachtfest vertreten,
auch Enkel Nils war mit von der Partie und ließ es sich
schmecken. „Für Kinder unter sechs Jahren gibt’s einen
Räuberteller kostenlos“, erläuterte Schriftführerin Bettina
Becker. „Wenn sich heute die Kids in irgendwelchen
Fast-Food-Lokalen den Bauch voll schlagen, haben sie
vermutlich auch nicht weniger Kalorien verinnerlicht“, ist
sich Walter Steukmann sicher, wagt den Selbstversuch und
genießt seine deftigen Spezialitäten ohne sichtliche Reue,
„das ist für mich auch ein Stück Lebensqualität“. |
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