Finnentrop. (ff) Während anderenorts die Wahlplakate des Kommunalwahlkampfs langsam vergilben, wurde jetzt Propagandamaterial ganz anderer Art wieder ans Tageslicht gefördert.

Bei den Kanalarbeiten im Rahmen der Kirchstraßen-Sanierung entdeckten am Dienstag Mitarbeiter der Firma Wilhelm König aus Schmallenberg ein guterhaltenes Emailleschild, das sicherlich schon rund 70 Jahre im lehmigen Erdreich vor der Katholischen Kirche schlummerte. Die Arbeiterpartei bot den Volksgenossen darauf an, bei allen Fragen mit Rat und Hilfe zur Seite zu stehen. Ferner wurden die zuständigen Ansprechpartner in den jeweiligen Bezirken genannt, deren Namen allerdings fein säuberlich entfernt wurden.

So weit reichte die Liebe zur NSDAP nach Kriegsende dann wohl doch nicht mehr. Nach Angaben von Zeitzeugen soll sich an der Fundstelle ein Bombentrichter in der Kirchstraße, die damals noch Hans-Schemm-Straße hieß, befunden haben. Offensichtlich damals eine günstige Gelegenheit, sich vor Eintreffen der Amerikaner seiner braunen NS-Vergangenheit zu entledigen. Gregor Humpert vom Bauamt der Gemeinde Finnentrop siedelte das Schild im Zeitraum vor der Machergreifung der Nazis an, die damit Werbung für ihre Machenschaften betrieben. Ein stummes Dokument eines düsteren Kapitels der deutschen Geschichte. Das Schild ist inzwischen ins Rathaus gebracht worden, es soll dort im Archiv seinen neuen Platz finden.

Kirchstraßenanwohner Meinolf Klinkhammer begutachtet

das Fundstück auf der Kirchenmauer
 

Bauarbeiter Alfred Saßmannshausen war bei der Entdeckung des NSDAP-Schildes dabei: "Gefunden hat es aber der Bagger"

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Text und Bilder von Kai Hoffmann                                    zurück