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Finnentrop. (ff)
Die Sanierungsarbeiten der Kirchstraße gehen zügig voran:
Die ausführende Firma König begann in dieser Woche mit den
Asphaltierungsarbeiten des zweiten Teilstücks. Nachdem am
Dienstag der Bereich vom Haus Bernemann bis zur Katholischen
Pfarrkirche mit der groben Unterschicht abgedeckt wurde,
erhielt der Straßenzug vom Abzweig Falbecke bis zum Abzweig
Freiherr-vom-Stein-Straße gestern bereits seine endgültige
Schwarzdecke.
Doch unter dem
frischen Asphalt lauert bereits ein neues Ärgernis: Am
Montagnachmittag begann die RWE mit einem Meßwagen, eine
bereits früher gemeldete Kabelstörung zu orten. Offenbar
hatten Arbeiter beim Abstecken des Randsteines in Höhe des
Hauses Nr. 62 mit einer Stahlstange die Isolierung des
Kabels verletzt. „Bedingt durch die mechanische Beschädigung
kam es zu Folgeschäden. Der defekte Leiter verursachte in
den gesunden Leitern eine Spannungsanhebung“, erklärte
Stefan Volpert von den RWE in Arnsberg die Störung in der
1-KV-Leitung. Eine Hausanschlußmuffe und eine Endmuffe
wurden als ebenfalls beschädigt ausgemacht. Darüber ob
dieses Schäden bereits vorher bestanden oder tatsächlich
erst durch die mechanische Beschädigung verursacht wurden,
konnte bei den RWE auf Anfrage der WESTFALENPOST niemand
Angaben machen. „Diese Muffen sind immer Schwachstellen in
solchen Leitungen“, konnte Stefan Volpert nur pauschale
Angaben machen, ob aufgrund von Isolationsschäden
alterungsbedingt Feuchtigkeit in das Kabel eingedrungen war.
Noch bis spät in
die Nacht wurden die Defekte im bereits in die Jahre
gekommenen 400-Volt-Kabel mit weiteren Muffen repariert und
am nächsten Morgen begannen die planmäßigen Asphaltarbeiten.
Doch plötzlich sind die RWE nach Angaben von Stefan Volpert
gewillt, das rund 60 Meter lange Teilstück auszutauschen,
was natürlich nach der Fertigstellung der Fahrbahn nicht
ohne erheblichen Aufwand zu bewerkstelligen sein dürfte.
„Wir sind bestrebt, das Kabel auszutauschen und dabei
bemüht, möglichst wenig zu beschädigen“, so der zuständige
Planer Volpert. Um diese Umstände zu klären, soll noch in
dieser Woche mit dem Bauamt der Gemeinde Finnentrop ein
Ortstermin stattfinden.
„Die RWE
sind lange vor der angedachten Sanierungsmaßnahme der
Kirchstraße über die geplanten Arbeiten informiert worden“,
so Gregor Humpert vom Bauamt, der die Entscheidung des
Energieversorgers, die Stromversorgungsleitung im Bereich
Kirchstraße nicht komplett zu erneuern, noch heute nicht
nachvollziehen kann. Alle Versorgungsleitungen wurden in
diesem Zuge in den Gehweg verlegt, lediglich das Stromkabel
und die Leitungen der Telekom blieben unangetastet. Da der
Gehweg im betroffenen Bereich jetzt nur noch talseitig
erstellt wurde, verlaufen diese Leitungen nun teilweise
unter der neuen Fahrbahndecke. Spätere Erneuerungen führen
zwangsläufig zu Flickschustereien, die eigentlich zukünftig
vermieden werden sollten. „Bei Störungsfreiheit sehen wir
keinen Bedarf, unsere Leitungen erneuern zu müssen“,
rechtfertigt Stefan Volpert die in Arnsberg gefällte
Entscheidung. Doch lag im Bereich Kirchstraße tatsächlich
Störungsfreiheit vor ? Bereits im April 2002 mußten
RWE-Monteure zu einer nächtlichen Reparatur einer ähnlichen
Störung im Kreuzungsbereich Falbecke ausrücken. Und auch vor
der letztjährigen Silvesternacht gingen auf der Kirchstraße
die Lichter aus, in Höhe des Hauses Nr. 34 kam es ebenfalls
zu einem derartigen Störungsfall.
26.11.2004
Finnentrop. (ff)
Der geplante Schildbürgerstreich, die frisch asphaltierte
Kirchstraße zur Erneuerung eines Stromkabels wieder
aufreißen zu wollen, ist erstmal vom Tisch. Bei einem
Ortstermin am gestrigen Freitag mit Vertretern von RWE,
Gemeinde Finnentrop und der ausführenden Firma König wurde
über die möglichen Lösungsansätze diskutiert. „Nach
nochmaliger Auswertung unserer Meßergebnisse vom Montag,
kamen wir zu dem Schluß, die reparierte Leitung zum jetzigen
Zeitpunkt nicht zu erneuern“, so Stefan Volpert von den RWE
in Arnsberg und führte weiter aus: „Die Spannungsfestigkeit
der 1-KV-Leitung liegt im zulässigen Toleranzbereich“.
Allerdings
sollen bei den weiteren Straßenbauarbeiten Möglichkeiten
geschaffen werden, die auch ein späteres Aufschneiden der
Teerdecke vermeiden sollen. So soll im Bereich der
verkehrsberuhigenden Aufpflasterung am Abzweig
Freiherr-vom-Stein-Straße ein Leerrohr verlegt werden, das
bei einer späteren Kabelerneuerung genutzt werden kann. „Wir
wollen uns so ein gewisses Maß an Flexibilät für zukünftige
Maßnahmen erhalten“, erklärte Stefan Volpert im Gespräch mit
der Westfalenpost. Desweiteren könnte man im Bedarfsfalle
das wenn auch schmale Bankett hinter dem bergseitigen
Randstein für die Verlegung nutzen. Ferner verfügt auch die
Firma König über Geräte, um mit einer sogenannten
Bodenrakete Bohrungen unterhalb der Fahrbahn durchzudrücken.
Darüber ob
zumindest im zweiten Bauabschnitt, der nach dem Schützenfest
2005 in Angriff genommen werden soll, gleich von Beginn an
mit der Erneuerung der Stromversorgung zu rechnen ist,
konnte Volpert keine verbindlichen Angaben machen. Die
Entscheidung der RWE, die Leitungen im Zuge der Sanierung
nicht grundlegend zu erneuern, stößt bei den Anliegern, die
mit nicht unerheblichen Gebühren an den Kosten der Fahrbahn-
und Gehwegerstellung beiteiligt werden, auf Kopfschütteln.
„Die RWE sind rechtzeitig vor der Maßnahme von der Gemeinde
über die geplanten Maßnahmen im Bereich Kirchstraße
informiert worden“, zeigte auch Ralf Venema vom Bauamt der
Gemeinde Finnentrop gestern wenig Verständnis für die im
Vorfeld getroffene Entscheidung des Energieversorgers.
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