Datum: 04.11.2006

Quelle: Kai Hoffmann

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Frettermühle. (ff) Die Mühle ist anheimelnd beleuchtet und drinnen singt der Männergesangverein Schönholthausen Weihnachtslieder. Warme Gemütlichkeit, doch an der Tür wird ein junges Paar mit einem frierenden Baby vom Wirt abgewiesen. Das Konzert des MGV wird vom fiktiven Radio Lennetal live übertragen und jede Störung lässt den Wirt noch mehr aus der Haut fahren.

Alle Befürchtungen von Inhaber Klaus Brill, sein Mühlencafe könnte jetzt in den Ruf der schroffen Ungastlichkeit geraten, sind jedoch völlig unbegründet. Vielmehr stammt die Szene, die auf die teaminterne Bezeichnung 2993.18 hört, aus dem Drehbuch der RTL-Serie „Unter uns“, die in dieser Woche in der Gemeinde Finnentrop aufgezeichnet wurde. „Ruhe am Set“, rief Aufnahmeleiter Gerrit Regul am Donnerstag in Frettermühle, als die Herbergs-Szenen zum einstündigen Weihnachts-Special gefilmt wurden, das am 22. Dezember gesendet wird. Auch Hans-Werner Rademacher vom Tourismusamt der Gemeinde ist an diesem kalten Novembermorgen mit am Drehort: „Das Team hatte bei uns im September wegen der Dreharbeiten angefragt und war nach den ersten Ortsbesichtigungen hellauf begeistert“.

Und tatsächlich fand Regisseur Chris Heininger in der Gemeinde Finnentrop ideale Bedingungen für das moderne Wintermärchen vor: „Allein die kleine Scheune in Fehrenbracht ist mit ihrem Inventar ein Schmuckstück. Normalerweise müssen wir einen LKW mit Requisiten mitschleppen, um so eine Scheune auszustatten“. Um die Rahmenbedingungen zu schaffen, musste Organisationstalent „Radi“ Rademacher allerdings einige Telefonate führen, bevor sich das 40 Mann starke Team mit dem Fahrzeugtross auf den Weg ins Sauerland machen konnte. Eine Schafherde musste zur richtigen Zeit am passenden Ort sein, Strassen mussten gesperrt werden und am Drehort wurden ein Polizeiwagen und ein Reisebus gebraucht.

Neben den Hauptdarstellern Andreas Büngen in der Rolle des Jan Gräser und Arissa Ferkic alias Silke Seebach, ist Lina Metzdorf der heimliche Star der Truppe. Alles dreht sich um die erst drei Monate alte Hauptdarstellerin, die das Baby Robinson verkörpert. Decken werden herbei geholt, wärmende Taschen geschleppt, Lina soll ja nicht frieren.  Zufall.

Im Brusttragegurt von Andreas Büngen fühlt sich die Kleine sichtlich wohl.

 Die beiden Schauspieler sind schon alte Kollegen, Lina hatte schon vier Wochen lang bei Dreharbeiten im Studio mitgespielt. „Normalerweise werden auch solche Babyrollen gecastet, doch die Mutter von Lina ist eine Freundin unserer Produktionsleiterin“, berichtete Produktionsassistentin Janna Bardewyck über den glücklichenUnd schon geht es auch weiter im minutiös gestaffelten Drehplan des Grundy-UFA-Teams. Der zwölf Meter hohe Kamerakran wird geschwenkt und auf Schienen verschoben, Scheinwerfer geschleppt und Kabel verlegt. „Filmjunge“ Lina hat schon ein rotes Näschen. Wenn es zu kalt wird oder in gefährlichen Situationen, kommt auch schon mal ein Baby-Dummy zum Einsatz. Doch Mutter Katja Metzdorf, die bei den Dreharbeiten immer vor Ort ist, achtet schon darauf, dass es für Lina nicht zu brenzlig wird.


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