|
Frettermühle. (ff) Die Mühle ist
anheimelnd beleuchtet und drinnen singt der
Männergesangverein Schönholthausen Weihnachtslieder. Warme
Gemütlichkeit, doch an der Tür wird ein junges Paar mit
einem frierenden Baby vom Wirt abgewiesen. Das Konzert des
MGV wird vom fiktiven Radio Lennetal live übertragen und
jede Störung lässt den Wirt noch mehr aus der Haut fahren.
Alle Befürchtungen von Inhaber
Klaus Brill, sein Mühlencafe könnte jetzt in den Ruf der
schroffen Ungastlichkeit geraten, sind jedoch völlig
unbegründet. Vielmehr stammt die Szene, die auf die
teaminterne Bezeichnung 2993.18 hört, aus dem Drehbuch der
RTL-Serie „Unter uns“, die in dieser Woche in der Gemeinde
Finnentrop aufgezeichnet wurde. „Ruhe am Set“, rief
Aufnahmeleiter Gerrit Regul am Donnerstag in Frettermühle,
als die Herbergs-Szenen zum einstündigen Weihnachts-Special
gefilmt wurden, das am 22. Dezember gesendet wird. Auch
Hans-Werner Rademacher vom Tourismusamt der Gemeinde ist an
diesem kalten Novembermorgen mit am Drehort: „Das Team hatte
bei uns im September wegen der Dreharbeiten angefragt und
war nach den ersten Ortsbesichtigungen hellauf begeistert“. |
Und tatsächlich fand Regisseur
Chris Heininger in der Gemeinde Finnentrop ideale
Bedingungen für das moderne Wintermärchen vor: „Allein die
kleine Scheune in Fehrenbracht ist mit ihrem Inventar ein
Schmuckstück. Normalerweise müssen wir einen LKW mit
Requisiten mitschleppen, um so eine Scheune auszustatten“.
Um die Rahmenbedingungen zu schaffen, musste
Organisationstalent „Radi“ Rademacher allerdings einige
Telefonate führen, bevor sich das 40 Mann starke Team mit
dem Fahrzeugtross auf den Weg ins Sauerland machen konnte.
Eine Schafherde musste zur richtigen Zeit am passenden Ort
sein, Strassen mussten gesperrt werden und am Drehort wurden
ein Polizeiwagen und ein Reisebus gebraucht.
Neben den Hauptdarstellern
Andreas Büngen in der Rolle des Jan Gräser und Arissa Ferkic
alias Silke Seebach, ist Lina Metzdorf der heimliche Star
der Truppe. Alles dreht sich um die erst drei Monate alte
Hauptdarstellerin, die das Baby Robinson verkörpert. Decken
werden herbei geholt, wärmende Taschen geschleppt, Lina soll
ja nicht frieren. Zufall.
Im Brusttragegurt von Andreas
Büngen fühlt sich die Kleine sichtlich wohl. |
Die beiden Schauspieler
sind schon alte Kollegen, Lina hatte schon vier Wochen lang
bei Dreharbeiten im Studio mitgespielt. „Normalerweise
werden auch solche Babyrollen gecastet, doch die Mutter von
Lina ist eine Freundin unserer Produktionsleiterin“,
berichtete Produktionsassistentin Janna Bardewyck über den
glücklichenUnd schon geht es auch weiter im minutiös
gestaffelten Drehplan des Grundy-UFA-Teams. Der zwölf Meter
hohe Kamerakran wird geschwenkt und auf Schienen verschoben,
Scheinwerfer geschleppt und Kabel verlegt. „Filmjunge“ Lina
hat schon ein rotes Näschen. Wenn es zu kalt wird oder in
gefährlichen Situationen, kommt auch schon mal ein
Baby-Dummy zum Einsatz. Doch Mutter Katja Metzdorf, die bei
den Dreharbeiten immer vor Ort ist, achtet schon darauf,
dass es für Lina nicht zu brenzlig wird. |