Rönkhausen. (ff) Der Saal tobte, als die Darsteller am Wochenende wieder alle Register ihres Könnens zogen. Die Schützenhalle platzte bei zwei Vorstellungen förmlich aus allen Nähten, rund 600 Zuschauer verfolgten den ganz normalen Wahnsinn im Irrenhaus „Pension Schöller“. Die wochenlange Probenarbeit hatte sich gelohnt, die Laienschauspieler der örtlichen Löschgruppe feierten mit ihrem aktuellen Schwank wieder einen großen Erfolg.

Vater des Erfolgs war wie in jedem Jahr Hubertus Hoffmann, der neben seiner Verkörperung des Major a.D. Gröber auch die Regie führte. Der Hobbyregisseur erinnerte an die Anfänge der Laienschauspielerei in Rönkhausen: „Bereits nach dem Krieg wurde Theater gespielt, doch mit dem Aufkommen des Karnevals wurde es hier ruhig um die Schauspielerei.“ Doch damit wollte sich der begeisterte Hobbydarsteller, der bereits in seinem Heimatdorf Sundern-Hagen Theater spielte, nicht abfinden und inszenierte 1984 die erste Aufführung der „Theaterneuzeit“ in Rönksen. Noch heute schmunzelt Hubertus Hoffmann über die ersten Gehversuche: „Ich hatte damals den Pastor um seine Hilfe gebeten, und so wurden zu den Theaterabenden die Mikrofone samt Ständern aus der benachbarten Kirche in die Schützenhalle verfrachtet“.

„Damals war es bei den Proben in der Halle so kalt, daß meine Frau im Souffleusenkasten Moonboots tragen mußte“, berichtet Hubertus Hoffmann über die damals noch mangelnde Isolierung der Schützenhalle. Der Erfolg gab den Akteuren recht: So gab es Zuschauer, die nicht genug bekommen konnten und sich gleich beide Vorstellungen am Theaterwochenende anschauten. Nach drei erfolgreichen Jahren folgte dann eine schöpferische Pause: „Erst 1991 war mit dem Theaterverein ein Partner gefunden worden, der sich bei den jährlichen Aufführungen mit uns abwechselte“, erinnert sich der Feuerwehrmann, der bis jetzt bei allen Rollenspielen mit von der Partie war. Anfangs nur als Darsteller, ist er später in die Aufgaben des Regisseurs hineingewachsen.

Doch solch eine Laieninszenierung funktioniert natürlich nicht ohne zahlreiche Helfer, die nicht im Rampenlicht glänzen. So führt Souffleur Bernd Albers in seinem Holzkasten im Bühnenboden eher ein Schattendasein, hat aber schon so manchem Akteur bei einem Texthänger wieder auf die Sprünge geholfen. Reinhard Hoffmann und Christof Kremer zeichnen für den aufwendigen Bühnenbau verantwortlich und Hugo Arnold kümmert sich um die Bühnengestaltung. In der Maske sorgen Waltraud Reich und Petra Hüttemann mit reichlich Puder dafür, daß den Akteuren im Scheinwerferlicht nicht das Näschen glänzt. Und auch im nächsten Jahr werden die emsigen Helfer um Theaterkapitän Hubertus Hoffmann dafür sorgen, daß sich in Rönkhausen wieder der Vorhang öffnet.

Foto (von links): Eva Haase als Schriftstellerin Josephine Krüger, Katja Schuppert in der Rolle der Witwe Ulrike Sprosser, Dietmar Schuppert alias Philipp Klapproth und Willi Weiss, der am Wochenende in der Rolle von Schöllers Neffen Eugen Rümpel für zahllose Lacher sorgte.
  

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Text und Bild von Kai Hoffmann                                    zurück