Himmel vorhanden – ein Engel gesucht“

Rönkhausen. (ff) Als sich der Vorhang am Samstag endlich zur Premiere öffnete, fiel den Darstellern die ganze Anspannung der wochenlangen Proben wie ein Stein vom Herzen. „Doch zehn Sekunden vorher, wird dir jeder Arzt einen Puls von 180 attestieren“, wußte Eva Haase kurz vor der ersten Aufführung aus eigener Erfahrung zu berichten. Am Wochenende lockte die Laienschauspielschar der Löschgruppe Rönkhausen wieder über 600 restlos begeisterte Zuschauer in die dortige Schützenhalle. Da beim ledigen Großbauer Xaver Hochberger, der von Dietmar Schuppert überzeugend verkörpert wurde, schon der Himmel auf Erden vorhanden war, fehlte nur noch der passende Engel. Lange Rede, kurzer Sinn – im Verwechslungsspiel auf dem Hochberger Hof drehte sich alles um das ewig junge Thema Liebe.

Ob Eva Haase, die die Rolle der alten Wirtschafterin Threse herzerfrischend mit Leben erfüllte, oder Jörg Großmann, der dem rotznäsigen Jungkechten Blasi seine Schlagfertigkeit verlieh – die Laiendarsteller aus dem Glingedorf glänzten wieder einmal in professioneller Manier. Und da waren dann noch die heiratswillige Afra (Steffi Soemer), die die Wüste Gobi für eine ehemalige Verflossene des Hochberger Bauern hielt oder der Gurglbauer (Hubertus Hoffmann), der stolz zu berichten wußte, das seine Tochter drei Silvester Agrarweisheiten studiert hat. In den Rollen zweier Waldarbeiter, die endlich den lang ersehnten Engel in die Wohnstube bringen, hatten Josef Bröcher und Albert Köper dann im wahrsten Sinne des Wortes eine tragende Rolle. Doch der ohnmächtige Engel entpuppt sich als die abgestürzte Drachenfliegerin Monika Engel alias Jutta Habbel. Und der Gurglbauer brachte es auf den Punkt: „Mit der Liebe ist es wie mit einer Lebensversicherung. Je später du eintrittst, desto teurer wird die ganze Sache“. Zwerchfellattacken gas es reichlich und bei manchem Zuschauer kullerten vor lauter Gaudi die Freudentränen.

 

Aber auch hinter den Kulissen lief alles reibungslos: Für das gepuderte Näschen der Freizeit-Protagonisten zeichneten Verena Hoffmann und Petra Hüttemann verantwortlich. Thomas Kremer, Ralf Sasse und Dirk Rau rückten den Dreiakter ins rechte Licht und sorgten für den guten Ton. Der stellvertretende Löschgruppenführer Bernd Albers zwängte sich wieder mal in den engen Souffleusenkasten. Doch auch nach dem sich am gestrigen Nachmittag der letzte Vorhang geschlossen hat, gönnen sich die Akteure keine lange Pause. Direkt nach Karneval muß Regisseur Hubertus Hoffmann seine Laienschauspielschar wieder zusammentrommeln. Denn auf Einladung der Kulturgemeinde steht die Truppe am 26. April 2003 mit dem Schwank „Der kühne Schwimmer“ auf der Bühne der Finnentroper Festhalle wieder vor großem Publikum.

 

Foto: Eva Haase (Mitte) brillierte als alte Wirtschafterin Threse an der Seite von Dietmar Schuppert als Großbauer Xaver und dem rotznäsigen Jungknecht Blasi alias Jörg Großmann (rechts).

 

 

klick auf die Bilder zur Vergrößerung

Text und Bilder von Kai Hoffmann

zurück