Attendorn/ Finnentrop. (ih) Jeder kennt ihn - den Jungen, der in der Zaubererwelt lebt und dort zu einer Berühmtheit wurde, weil der mächtigste Magier aller Zeiten ihn nicht töten konnte. Den Jungen, der mit seinen Freunden Ron und Hermine gegen Trolle und Riesenspinnen kämpft und versucht, die finsteren Machenschaften seines Todfeindes Lord Voldemort zunichte zu machen. Den Jungen, der mit seinem Rennbesen der Marke Feuerblitz der Held auf dem Quidditch- Spielfeld ist. Wirklich jeder kennt ihn. Und wenn man selbst noch kein Buch über ihn gelesen hat, kennt man zumindest jemanden, der die Wälzer regelrecht verschlingt. Die Rede ist natürlich von Harry Potter.

Bereits Monate vor dem Verkaufsstart des sechsten Bandes kursierten Gerüchte, was in “Harry Potter und der Halbblutprinz” passieren würde. Englische Buchmacher nahmen sogar Wetten an, wer in Joanne K. Rowlings neuem Werk das Zeitliche segnen würde. Nachdem dieses besonders gut gehütete Geheimnis für die der englischen Sprache mächtigen Fans bereits am 16. Juli enthüllt wurde, musste sich viele deutsche Leser bis zum vergangenen Freitag um Mitternacht gedulden, ehe sie sich wieder auf die Reise in die magische Welt machen konnten. Dies nahmen wieder einige Buchhändler zum Anlass, ihre Kunden mit ausgefallenen Ideen rund um den kleinen Magier nachts in die Geschäfte zu locken und gemeinsam die Veröffentlichung zu feiern.

Isabell Hoffmann, Inhaberin der Buchhandlung Hoffmann in Attendorn, hatte die kleinen und großen Freunde des jungen Zauberers auf die Burg Schnellenberg eingeladen, die sich an diesem Abend in die Zauberschule Hogwarts verwandelte, in der Harry Potter und seine Freunde lernen, wie man Zaubertränke mischt und mit welchem Zauberspruch aus Teetassen Rennmäuse werden. Diese Idee erfreute sich derartiger Beliebtheit, dass sie sogar einigen Kunden absagen musste. Der Raum war stilecht dekoriert worden und glich mit vier langen Tischen, die die vier Häuser der Zauberschule repräsentieren, dem Speisesaal in Hogwarts. So hatten die begeisterten Fans die Möglichkeit einmal die berühmte Zauberschule zu besuchen, deren Portale für Muggel, also Nicht-Magier, eigentlich verschlossen bleiben. Zu Beginn der Feier wurden die Gäste, wie auch die Neulinge in den Büchern, mit Hilfe des sprechenden Huts auf die vier Tische aufgeteilt und wurden zu Mitgliedern der Häuser Gryffindor, Ravenclaw, Hufflepuff oder Slytherin. Zauberer Pikkus begeisterte vor allem die kleinen Harry Potter-Vernarrten und brachte ihnen einige nützliche Zaubertricks bei. Kurz vor Mitternacht zeigten einige Artisten um Feuerspucker Ernst Klein ihr Können und führten im dunklen Innenhof der Burg eine beeindruckende Feuerjonglage vor, bevor Pikkus pünktlich zur Geisterstunde das neuste Abenteuer von Harry Potter herbeizauberte.

Die Buchhandlung Frey ähnelte an diesem Abend von außen dem Bahnhof Kings Kross, wo die Zauberschüler jedes Jahr den Zug besteigen, um in das Internat zu fahren. Im “Gasthaus Zu den drei Kesseln” konnten sich die zahlreichen Besucher an hexerischen Leckereien wie Drachenblut, Geisterkekse oder Butterbier bedienen. Ein Schokoladenbrunnen sprudelte an diesem Abend Zauberschlamm. Bei der Vorab-Lesung aus dem ersten Kapitel lauschten die meist verkleideten Gäste gespannt und konnten danach ihr Wissen über die magische Welt in einem Quiz testen. Danach prämierte Inhaber Michael Frey die besten Kostüme. Die eindeutigen Gewinner waren Mirco Möncks und Birgit Ochel, die sich mit ihren Verkleidungen als Harry Potter und Professor Trelawney besonders viel Mühe gegeben hatten. Als um Mitternacht die neuen Bände endlich verkauft werden durften, hatte sich schon eine lange Schlange gespannter Leser vor dem Verkaufsstand eingefunden.

Auch in der Buchhandlung am Rathaus in Finnentrop wurde der neue Band mit Spannung erwartet. Thomas, Rebekka und Mario warteten schon um 6 Uhr vor dem Laden, um möglichst schnell zu erfahren, welche Abenteuer Harry Potter in dem neuen Schuljahr erleben wird, obwohl sie selbst eigentlich Herbstferien haben und ausschlafen könnten. Gemeinsam mit weiteren Kunden und den Inhaberinnen Elisabeth Schäfer und Uta Deitenberg kosteten sie die eigens für die Veröffentlichung dieses Bandes hergestellten Backwerke, die eine Sechs darstellten und machten es sich in der Lesecke gemütlich, um mit dem 656 Seiten dicken Wälzer anzufangen.

 

Zauberer Pikkus auf der Burg Schnellenberg

Michael Frey und die

Gewinner des Kostümwettbewerbs

(von links) Elisabeth Schäfer

und Uta Deitenberg mit ihren

ersten Kunden

Noch eine aktuelle Meldung:

Sauerlandkrimi-Autor Phillip Kordes liest im Rahmen der “Langen Nacht der Bibliotheken” am 28.10.05 ab 20.00 Uhr in der Buchhandlung am Rathaus in Finnentrop aus seinem neuen Roman “Windvögel”.

 


Text und Bilder von Ina Hoffmann (ff)

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