Finnentrop. (ff) Wenn am Gründonnerstag die Kirchenglocken verstummen, drehen vielerorts die Kläppsterer ihren Runden. Bereits im Morgengrauen um sechs Uhr, mittags punkt zwölf und am Abend um 18 Uhr tönen dann die Kläppstern und Ratschen durch die Straßen. So auch in Finnentrop, wo in den 90er Jahren der Osterbrauch schon auszusterben drohte. Im Jahre 1999 setzte sich dann Willi Niklas für die Anfertigung und flächendeckende Verteilung von neuen Kläppstern ein. Seither ziehen, organisiert nach Straßenzügen, die Jugendlichen sowohl im Unter- wie im Oberdorf wieder ihre Runden.Nachdem die Krachschläger ihre Bahnen gezogen und sich für eine kleine Spende der Bürger für ihre Mühen mit lauten Gerattere bedankt haben, wird am Ostersonntag das Osterfeuer oberhalb des Nordzubringers entfacht. Seit Wochen haben die Maiböcke ausgediente Weihnachtsbäume und Strauchwerk zusammengetragen und nach einem ausgeklügelten Schema mit raffinierter Luftführung aufgeschichtet. Da in diesem Jahr das Osterfest kalendarisch sehr früh auf dem Programm stand, hatten die Maiböcke an einigen Samstagen beim Aufbauen noch mit Eis und Schnee zu kämpfen.

Doch scheinbar resistent gegen Kälte und Nässe haben die Burschen wieder einen mächtigen Haufen zusammengebracht, der mit dem Licht der Osterkerze angezündet wurde. Dazu zogen am frühen Abend einige Maiböcke in einem Fackelzug von der Katholischen Pfarrkirche zum Feuerplatz. Während am Nachmittag noch die Sonne vom Himmel lachte, zogen am Abend dann dichte Wolken auf, die es pünktlich zum Osterfeuer kräftig regnen ließen. Obwohl dadurch der große Zuschaueransturm leider ausblieb, wohnten dem faszinierenden Flammenschauspiel wieder zahlreiche Unentwegte bei.

Seit 1988 organisieren die Maiböcke das Feuer, das die bösen Geister des dunklen Winters vertreiben soll. Nach mehren Umzügen, die jeweils durch die Bebauung der alten Feuerstellen bedingt waren, haben sich die Maiböcke jetzt oberhalb der Vogelstange eingerichtet und richten dort jedes Jahr die geschlagene Fichte mit Muskelkraft ohne den Einsatz von moderner Technik als Feuerstamm auf. Obwohl die naturverbundenen Burschen nicht über Nachwuchssorgen klagen müssen, werden doch immer wieder bereitwillige Helfer für die mühevolle Arbeit gesucht.

Das eigens ins Leben gerufene Juniorteam sorgt bei den Arbeitseinsätzen immer für ein emsiges Getümmel am Feuerplatz. Die Maiböcke lassen auch andere an ihren Erfolgen, die sie durch Getränkeverkäufe erzielen, teilhaben. So wurden inzwischen rund 8000 Euro für caritative Patenschaften und Zuwendungen an die Finnentroper Kindergärten gespendet. Spätestens wenn Bäckermeister Volker Lennemann im nächsten Jahr wieder seine Kümmelsemmel backt, werden die Osterbräuche in Finnentrop erneut aufleben.


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Text und Bilder von Kai Hoffmann                                    zurück