Datum: 04.01.2006

Quelle: Kai Hoffmann

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Finnentrop. (ff) Warum in den Musical-Dome nach Köln oder zum Theater im Hamburger Hafen reisen, wenn das Gute doch so nah liegt ? Das dachten sich auch die über 500 begeisterten Zuschauer, die am Dienstag der „Musical Night“ in der Festhalle Finnentrop einen imposanten Rahmen boten und ein volles Haus bescherten.

Auf Einladung der Kulturgemeinde gastierte das zwölfköpfige Ensemble um Bandleader Axel Törber in Finnentrop.Bei der Best-of-Show der bekanntesten Musicalmelodien wurden die Ohrwürmer aus den verschiedensten Produktionen präsentiert. Ob „Tonight, tonight“ und „Maria“ aus der „West Side Story“, oder „Nur sein Blick“ aus „Jekyll and Hyde“, die Truppe um Schlagzeuger Axel Törber bot die Highlights der letzten Jahre auf. Die Zuschauer fühlten sich in der fast dreistündigen Revue regelrecht in das New Yorker Theaterviertel, den Broadway am Times Square, versetzt. Der kreative Schlagzeuger zeichnete auch für die Moderation und die Arrangements verantwortlich.

Seine sechsköpfige Band bildete die Basis für einen stimmungsvollen Abend, der von den sechs Solisten stimmlich vollendet wurde.Lediglich die Ausstattung und das Bühnenbild fielen etwas spärlich aus. Bei der Vielzahl der gebotenen Stücke blieben aufgrund der knappen Umkleidepausen die Kostüme, die ansonsten gerade die großen Produktionen ausmachen, leider auf der Strecke. Da wirkte „Simba“, der Nachwuchskönig in „Der König der Löwen“, bei seinem „Ich will jetzt gleich König sein“, ausstaffiert mit Hot pants und einem Kinderrucksack, schon recht dürftig. Und ein Queen-T-Shirt gepaart mit einem weißen Jäckchen machen noch lange keinen Freddie Mercury aus.

Aber ansonsten überzeugte der Musical-Reigen vollends: Die Band spielte sich vor allem im zweiten Teil in die Herzen der Zuschauer: Bassist Karsten Fernau erntete mit seinen fetzigen Showeinlagen auf der Bühne reichlich Applaus. Zu wahren Begeisterungsstürmen ließen sich die Zuschauer bei den Vorträgen der Solisten hinreißen. Alexandra Gentzen aus Bielefeld, die schon in „Les Miserables“ in Duisburg mitwirkte, und Corie Townsend aus Houston boten hervorragende gesangliche Unterhaltung.

Die Texanerin war auch für die Choreografie des Abends zuständig. Obwohl Nick Lloyd beim Starlight-Express zwar mit Rollschuhen seine rasanten Pirouetten auf der Bühne drehte, paßte doch irgendwie sein Pajetten-Outfit nun gar nicht zum Skating-Original aus Bochum.

Das störte bei seiner Stimme allerdings niemanden: Der gebürtige Londoner begeisterte neben seinem Kollegen Simon Tunkin, der schon im „Phantom der Oper“ in London und Hamburg auf der Bühne stand, auch das Finnentroper Publikum.

Die Bandbreite der Songs war gewaltig: Nach der rührseligen Ballade aus „Evita“, über „Mack the knife“, einem schmissigen Abba-Medley, Jesus Christ Superstar von Andrew Lloyd Webber und der Rocky Horror Show,  gipfelte der Abend in einem furiosen Finale mit den bekannten Songs der legendären Band „Queen“. Bei „We are the champions“ kannte der Beifall keine Grenzen mehr: Standing Ovations für großartige Sänger und eine fulminante Band.

  


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