Sommerfest des MC Finnentrop
Lenhausen. (ff) Obwohl sich das Gelände hinter dem Bahndamm aufgrund des aufgeweichten Bodens am Wochenende schnell in eine Schlammwüste verwandelte, blieben die Biker beim 18. Sommerfest des MC Finnentrop zumindest von weiterem Nass von oben verschont. Des einen Freud, des anderen Leid – während die Kids auf ihren Crossmaschinen dem Schlamm durchaus auch was Positives abgewinnen konnten, erwies sich der Wiesenboden vor der Theke für Durstige als nicht sehr tragfähig. „Doch der harte Kern kommt immer, da könnte es auch ruhig schneien“, ist sich Hanno Hoffmann vom MC Finnentrop sicher. Dieser harte Kern war aber schon recht groß, fanden sich doch bereits am Freitag mehr als 300 Zweiradfreunde auf dem Gelände des Schäferhundevereins ein. Mit rockigen Hits aus der Konserve, auf eine zweite Liveband wurde nicht zuletzt aus Kostengründen in diesem Jahr verzichtet, wurden die zweiradelnden Gäste am Lagerfeuer standesgemäß begrüßt.
Begann der Samstag noch mit einem üppigen Frühstück im Regen, hatte der Wettergott im Laufe des Tages ein Einsehen mit den Bikern. Nach der obligatorischen Sauerlandrundfahrt blinzelte gar die Sonne mal vom Himmel und verdrängte die trübe Wolkendecke. Ideale Voraussetzungen, um den Abend mit einem open-air-Konzert zu beschliessen. Mit der General Lee Band, die sich aufgrund einer Umbesetzung nach eineinhalb Jahren erstmals wieder dem Publikum präsentierte, ging es dann auch mächtig zur Sache. Die sechs Musiker aus Plettenberg boten ihren Fans nach eigenen Angaben „hart gespielten Rock `n Roll“. Die 1989 gegründete Formation, hat mit einem neuen Sänger und Keyboarder, ihr vielfältiges Repertoire über den Südstaatenrock hinaus erweitert.
Bartel Lamers vom MC Frisia aus Amsterdam, der wie jedes Jahr wieder mit von der Partie war, hatte gleich drei „Frischlinge“, die ihre Premiere beim Motorradtreffen im Sauerland feierten, mitgebracht. Auch Stammgast Armin van der Beck war mit seinem BMW-Gespann - das Motorrad wurde 1956 gebaut und der Seitenwagen stammt von 1953 - wieder vertreten. Mit seinen 73 Jahren heimste er dann auch den Pokal für den ältesten Teilnehmer ein. Der rüstige Seniorbiker hat schon manchen holprigen Kilometer mit seinen Motorrädern auf dem Buckel. „Es gibt nichts, was der Armin mit dem Motorrad nicht schon angestellt hätte“, weiß Hanno Hoffmann über den begeisterten Nordkapfahrer zu berichten. Bei den Kinderspielen, schließlich war das Motorradtreffen wieder ein Fest für die ganze Familie, hatte der 11-jährige Marcel Branscheidt die Nase vorn. Mit 26 Teilnehmern konnte sich der befreundete MC Dottingen den Pokal für den größten Club mit in die süddeutsche Heimat nehmen. Für die Schrauberei an seiner zweizylindrigen Suzuki Intruder wurde Winfried Rotka aus Iserlohn mit dem Pokal für den exclusivsten Umbau belohnt.
Den 73 Mitgliedern des MC Finnentrop ist wichtig, daß nicht nur aktive Motorradfahrer zu ihrem jährlichen Sommerfest pilgern. Auch Zaungäste, die sich mit dem Lebensgefühl der Biker identifizieren können und sich mal wieder ein öliges Näschen holen wollen, sind immer herzlich willkommen. Schließlich ist beim heimischen Bikerclub sogar satzungsmäßig festgeschrieben, daß der Besitz eines Motorrades nicht Voraussetzung für eine Mitgliedschaft ist, sondern das bloße Interesse am Zweirad vollkommen ausreicht.
Foto: Der älteste und der jüngste Teilnehmer - Stammgast Armin van der Beck und die Kids vom MC Finnentrop

Text und Bild von Kai Hoffmann