Datum: 27.09.2006

Quelle: Kai Hoffmann

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Ostentrop. (ff) Der Finnentroper Gemeinderat tagte am Dienstag ausnahmsweise im großen Saal des Gasthof Melcher in Ostentrop. Wo ansonsten die Laienschauspieler des Theatervereins für Lachsalven sorgen, war jetzt trockene Kommunalpolitik angesagt. Wenn das Genre auch wesentlich ernster angesiedelt ist, kam die Unterhaltung auf der politischen Bühne aber dennoch nicht zu kurz.

Die Finnentroper Ratsherren hatten aus der Not eine Tugend gemacht und das Angenehme mit dem Nützlichen verbunden. Zum einen findet im Sitzungssaal des Rathauses derzeit eine Kunstausstellung statt, zum anderen wurde die Gelegenheit genutzt, den MGV „Cäcilia 1850“ Ostentrop für seine Anstrengungen zur Erlangung des Meisterchortitels bei einem Heimspiel in der Ostentroper Scala zu ehren.

Während andere Chöre mit einem massiven Nachwuchsproblem zu kämpfen haben, liegt das Durchschnittsalter beim MGV Cäcilia bei gerade 44 Jahren. Diese Zahl bestätigt auch den optischen Eindruck, dass sich offensichtlich in Ostentrop sehr viele junge Männer dem Chorgesang verschrieben haben. Obwohl die Sänger jetzt schon auf eine über 150 Jahre währende Vereinsgeschichte zurückblicken können und der MGV damit der älteste Chor im Kreis Olpe ist, zählt der MGV aufgrund des Alters der einzelnen Mitglieder sicherlich zu den jüngeren in der Gemeinde Finnentrop.

Und dabei sehen sich die 48 Aktiven unter dem gemeinsamen Vorsitz von Meinolf Hermes und Volker Theile nicht als bloße Zweckgemeinschaft, vielmehr stellen sie sich neben der vereinsintern gepflegten Geselligkeit, zu den verschiedensten Anlässen in den Dienst der dörflichen Gemeinschaft.

Beim Bundesleistungssingen im Mai diesen Jahres erreichten die Sänger den Titel eines Meisterchors, den sie in den nächsten fünf Jahren führen dürfen. „Eine solche Höchstleistung, und das können nicht aktive Sänger vielleicht gar nicht richtig einschätzen, geht deutlich über das normale Maß an Probenarbeit hinaus“, unterstrich Bürgermeister Dietmar Heß in seiner Festrede, dass ein solches Ziel nur durch absolute Einigkeit im Verein angestrebt werden kann.

Und so präsentierten sich die Mannen um ihren Dirigenten Christof Feldmann dann auch stolz in einem T-Shirt, auf dessen Rücken in dicken Lettern „Erster Meisterchor im Frettertal“ prangte. Neben der Disziplin der Sänger ist sicherlich auch Christof Feldmann ein wesentlicher Baustein dieses Erfolges. Bereits seit seinem neunten Lebensjahr hat sich der Gerlinger der Blasmusik verschrieben, mit 15 Jahren entdeckte er den Chorgesang für sich und seit zehn Jahren ist Christof Feldmann erfolgreich als Chorleiter tätig. Nur wer live erlebt hat, wie engagiert der junge Dirigent vor seinem Chor agiert, kann nachvollziehen, wie er seine Sänger mitreißt und förmlich zu Höchstleistungen treibt.


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