| Musik-Schamane Mario Hené, der den Blödelbarden auf seiner
sechs-saitigen Midi-Gitarre begleitete, hatte für seinen Bühnenpartner,
der seine Leibesfülle mit dem obligatorischen Hawaiihemd kaschierte,
einen Tipp zum Abnehmen parat: „Man soll ja auch nicht mehr essen, als
man heben kann“. Jürgen von der Lippe, der die Ächtung des Kannibalismus
zumindest für voreilig hält, ließ sich von derlei Ratschlägen wenig
beeindrucken, plauderte aus seinem lasterhaften Leben und zitierte eine
Lebensweisheit seines Großvaters: „Alkohol in Maßen genossen, kann auch
in großen Mengen nicht schaden“. Ein Kindheitstrauma verfolgt ihn noch
bis heute: „Bei meiner ersten Begegnung mit Sex hatte ich furchtbare
Angst. Ich war allein“. Und so wechselten sich köstliche Parodien und
Lieder zur Gitarre, wie die Bergpredigt in der Countryversion, mit der
Aufarbeitung der im erzkatholischen Aachen der frühen 60er Jahre
durchlebten Pubertät ab. Eingeführt in die Geheimnisse der körperlichen
Liebe durch den größten Fachmann im Kollegium, dem Religionslehrer,
wundert sich der Hobbyzauberer von der Lippe noch heute: „Da erkärte uns
jemand ein Spiel, für das er selbst gesperrt war“. |
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| Einleuchtende Tipps zum Autofahren im angetrunkenen
Zustand, „Stockbesoffen sollte man immer in der Fahrbahnmitte fahren,
das bietet dem Gegenverkehr mehr Ausweichmöglichkeiten“, ergänzten das
über zweistündige Programm ebenso wie die geistreichen Weisheiten über
das nicht unproblematische Zusammenleben von Mann und Frau. Da war der
wachsende Bauch des Mannes über 40 schnell erklärt: „Da hat der
arbeitslose Zwerg wenigstens ein Dach über`m Kopf“. Keine platte
Plauderei, sondern für seine Fans, die restlos begeistert waren, ein
gelungener Abend. Jürgen von der Lippe, der nach eigenen Angaben seit
seiner Pfadfinderzeit unter einer milden Form des Helfersyndroms leidet,
bot kurzweilige wie hintergründige Unterhaltung und hatte sein Publikum
jederzeit fest im Griff. |
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