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Finnentrop. (ff) Die Zuschauer waren restlos aus dem
Häuschen und tanzten zwischen den Sitzreihen. „Wo nimmt die
Frau nur diese sagenhafte Stimme her?“, fragten sich die
Zuhörer verblüfft. Der Bandname „Who`s that girl?“ konnte es
kaum besser treffen, wer war diese stimmgewaltige Frau dort
oben auf der Bühne?
Chris Schmitt begeisterte an der Seite ihres Duopartners
Ralf Oehmichen am Freitagabend die knapp 100 Zuschauer im
Kinosaal, der wieder einmal als Kulisse für ein
außergewöhnliches Konzerterlebnis diente. Stücke von den
Beatles, den Rolling Stones oder Bob Geldorf wechselten sich
mit Eigenkompositionen des Rock-Gitarren-Duos ab. „Who`s
that girl?“ spielten Lieder von ihren bisher erschienenen
Longplayern „Little Goodies“ und „Again“. Das Unplugged-Duo
begeisterte durch seinen schier unerschöpflichen
Facettenreichtum, ihre Coverversionen von Rockklassikern
rissen die Zuhörer von den Sitzen. |
Für Chris Schmitt war schon als Kind klar, das sie einmal
Sängerin werden wollte. Nach der Ausbildung als Bürokauffrau
in einem Musikclub, dadurch war sie natürlich schon
vorbelastet, war ihr weiterer Lebensweg bereits
vorprogrammiert. Der Weg der zierlichen Rockröhre führte
schnurstracks auf die Bretter, die die Welt bedeuten. „Who`s
that girl?“ sind der absolute Geheimtipp in der Szene,
diesem Ruf wurden sie auch im Finnentroper Lichtspielhaus
gerecht. Mit dem Ausnahmegitarrist Ralf Oehmichen hat Chris
Schmitt einen Partner an ihrer Seite, der sein Instrument
virtuos beherrscht und ihre charismatische Ausstrahlung
optimal ergänzt.
Die spärliche Bühnenausstattung mit lediglich zwei
Akustikgitarren sagt nichts über die gewaltige Bühnenpräsenz
der beiden Topmusiker aus. Die Kulturgemeinde Finnentrop tut
gut daran, den Veranstaltungsort Kino mit derlei
Unpluggedkonzerten weiter auszubauen. |
Auch wenn der Zuschauerstrom noch nicht so fließt, wie es
sich die Veranstalter gewünscht und die Musiker verdient
hätten, ist dieser Spielort ein absolut angesagter
Geheimtipp. Im zweiten Teil des Abends präsentierte „Kuersche“
aus Hannover zusammen mit seinem Schlagzeuger Karsten Kniep
sein aktuelles Album „Oxygen Overdose“. Der quirlige
Gitarrist faszinierte mit seinen technischen
Effekt-Haschereien auf der Akustikgitarre und der „Kommander“
an den Drums trieb den besonderen Sound wuchtig voran. Die
beiden Musiker erzeugten als Duo eine Klangfülle, die manch
mehrköpfige Band blass aussehen lässt. Kuersche verpasste
den Zuschauern eine gehörige Überdosis Sauerstoff und ließ
regelrecht die Puppen im Kinosaal tanzen. Nach seinem
Auftritt als Support für Extrabreit im Jahre 2005 gastierte
Kuersche bereits zum zweiten Mal in Finnentrop.
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