Datum: 19.11.2007

Quelle: Kai Hoffmann

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Finnentrop. (ff) Die Zuschauer waren restlos aus dem Häuschen und tanzten zwischen den Sitzreihen. „Wo nimmt die Frau nur diese sagenhafte Stimme her?“, fragten sich die Zuhörer verblüfft. Der Bandname „Who`s that girl?“ konnte es kaum besser treffen, wer war diese stimmgewaltige Frau dort oben auf der Bühne?

Chris Schmitt begeisterte an der Seite ihres Duopartners Ralf Oehmichen am Freitagabend die knapp 100 Zuschauer im Kinosaal, der wieder einmal als Kulisse für ein außergewöhnliches Konzerterlebnis diente. Stücke von den Beatles, den Rolling Stones oder Bob Geldorf wechselten sich mit Eigenkompositionen des Rock-Gitarren-Duos ab. „Who`s that girl?“ spielten Lieder von ihren bisher erschienenen Longplayern „Little Goodies“ und „Again“. Das Unplugged-Duo begeisterte durch seinen schier unerschöpflichen Facettenreichtum, ihre Coverversionen von Rockklassikern rissen die Zuhörer von den Sitzen.

Für Chris Schmitt war schon als Kind klar, das sie einmal Sängerin werden wollte. Nach der Ausbildung als Bürokauffrau in einem Musikclub, dadurch war sie natürlich schon vorbelastet, war ihr weiterer Lebensweg bereits vorprogrammiert. Der Weg der zierlichen Rockröhre führte schnurstracks auf die Bretter, die die Welt bedeuten. „Who`s that girl?“ sind der absolute Geheimtipp in der Szene, diesem Ruf wurden sie auch im Finnentroper Lichtspielhaus gerecht. Mit dem Ausnahmegitarrist Ralf Oehmichen hat Chris Schmitt einen Partner an ihrer Seite, der sein Instrument virtuos beherrscht und ihre charismatische Ausstrahlung optimal ergänzt.

Die spärliche Bühnenausstattung mit lediglich zwei Akustikgitarren sagt nichts über die gewaltige Bühnenpräsenz der beiden Topmusiker aus. Die Kulturgemeinde Finnentrop tut gut daran, den Veranstaltungsort Kino mit derlei Unpluggedkonzerten weiter auszubauen.

Auch wenn der Zuschauerstrom noch nicht so fließt, wie es sich die Veranstalter gewünscht und die Musiker verdient hätten, ist dieser Spielort ein absolut angesagter Geheimtipp. Im zweiten Teil des Abends präsentierte „Kuersche“ aus Hannover zusammen mit seinem Schlagzeuger Karsten Kniep sein aktuelles Album „Oxygen Overdose“. Der quirlige Gitarrist faszinierte mit seinen technischen Effekt-Haschereien auf der Akustikgitarre und der „Kommander“ an den Drums trieb den besonderen Sound wuchtig voran. Die beiden Musiker erzeugten als Duo eine Klangfülle, die manch mehrköpfige Band blass aussehen lässt. Kuersche verpasste den Zuschauern eine gehörige Überdosis Sauerstoff und ließ regelrecht die Puppen im Kinosaal tanzen. Nach seinem Auftritt als Support für Extrabreit im Jahre 2005 gastierte Kuersche bereits zum zweiten Mal in Finnentrop.

 

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