Finnentrop. (ff) Überraschende Wende in der Debatte um die Einstufung der Kirchstraße als Anliegerstraße: Der UWG-Fraktionsvorsitzende Günter Linn aus Lenhausen signalisierte jetzt, bei einem entsprechenden Antrag der Anlieger auf Neueinstufung der Kirchstraße, diese Forderung bei der nächsten Ratssitzung zu unterstützen. Linn, der sich bei dem Treffen der Anwohnervertretung mit den Fraktionsvorsitzenden und Finnentroper Ratsherren in der vergangenen Woche noch zurückhaltend gab, meinte dazu: „Ich wollte mir erst ein Bild machen“.

Diese Eindrücke nahm der Fraktionsvorsitzende der Unabhängigen dann am Donnerstag mit in die Mitgliederversammlung, die sich mit einer „eindeutigen Tendenz“, so Linn, dafür aussprach, einen Antrag auf Einstufung der Kirchstraße als Haupterschließungsstraße oder gar eine entsprechende Einzelsatzung mitzutragen. „Es macht wenig Sinn, wenn der Antrag von der UWG kommt, der wird sowieso wieder abgewürgt“, gab Günter Linn zu bedenken. Stefan Wintersohle, im Zivilberuf Rechtsanwalt, verfaßt jetzt einen entsprechend lautenden Antrag seitens der Anlieger, über den es dann bei der nächsten Ratssitzung am 18. Mai zu einer Aussprache kommen muß.

Die UWG kann durchaus der Argumentation der Anwohner folgen und sieht aufgrund ihrer starken Frequentierung ebenfalls einen Sonderstatus der Kirchstraße. Günter Linn konnte sich auch über die privat durchgeführte Verkehrszählung vom stellvertretenden Bürgermeister Günter Schneider, die er zur Argumentation im Rahmen des Gesprächs mit den Anwohner bemühte, nur wundern. „Aber vielleicht zaubert auch die CDU noch eine wahlgerechte Lösung aus dem Hut, es stehen in diesem Jahr immerhin noch Kommunalwahlen ins Haus“, resümierte Linn bei einem Gespräch mit der Westfalenpost. Obwohl die UWG seit zehn Jahren bei ihren Vorstößen im Rat von den großen Fraktionen eher argwöhnisch beäugt wird, sehen die Anwohner jetzt einen Silberstreif am Horizont: „Ein kleiner, aber wichtiger Schritt in die richtige Richtung“, zog Christian Vollmert von der Anliegervertretung eine positive Bilanz. Auch Schützenchef Stefan Wintersohle sieht in der Position der Unabhängigen „eine Entscheidung mit wegweisender Signalwirkung für die anderen Fraktionen“.

„Wäre die Straße schon vor zehn Jahren saniert worden, bevor die ganze Sache umlagefähig geworden ist, würden die Anwohner jetzt nicht in diesem Maße belastet. Auch damals war die Kirchstraße schon Dauerthema im Rat“, erläuterte Günter Linn einen der Beweggründe zur jetzigen Meinungsbildung der UWG. Laut Kommunalem Abgabengesetz müssen die Anlieger bei der derzeit vorliegenden Deklarierung der Kirchstraße als Anliegerstraße mit 50 Prozent an den Kosten der Fahrbahn und mit gar 60 Prozent beim Gehweg beteiligt werden. Bei einer Neueinstufung oder einer Einzelsatzung, die Verwaltung und Rat bisher kategorisch ablehnen, würde sich die Sanierung für die Anwohner erheblich günstiger gestalten. Sollte bei der nächsten Ratssitzung eine dementsprechende Entscheidung gefällt werden, wäre dies noch rechtzeitig vor der Auftragsvergabe, die Maßnahme ist dieser Tage ausgeschrieben worden.

 

Auch die UWG Finnentrop sieht aufgrund ihrer starken Frequentierung einen Sonderstatus der Kirchstraße und die damit verbundene erhebliche Belastung der Anlieger.


 

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Text: & Bild: Kai Hoffmann