Finnentrop. (ff) Schon in den 60er Jahren erkannte der inzwischen verstorbene Ex-Bürgermeister Walter Grauheer die Bedeutung der Kirchstraße als pulsierende Verkehrsader: „Die Kirchstraße ist die zweite Hauptstraße Finnentrops“, so nachzulesen auf Seite 365 der Finnentroper Chronik.

Im Vorfeld der geplanten Sanierung, mit der in der zweiten Jahreshälfte begonnen werden soll, ist zwischen der Gemeinde und den Anliegern eine Debatte um die Deklarierung der Kirchstraße als Anliegerstraße entbrannt (wir berichteten). Am Montag fanden sich nun die Finnentroper Ratsvertreter und die Fraktionsvorsitzenden auf Einladung der Anwohnervertretung in der Festhalle ein, um diesen Punkt zu erörtern. Trotz kontroverser Diskussionen konnten die Kommunalpolitiker den Anwohnern keine Hoffnung auf eine Einstufung als Haupterschließungsstraße machen. Man wolle sich keinen Präzedenzfall schaffen, der irgendwann zum Bumerang werden könnte, so der einhellige Tenor aller Fraktionen. Vielmehr wurde die Tatsache, die geplante Änderung der entsprechenden Gebührensatzung nicht schon vor der Sanierung der Kirchstraße erlassen zu haben, schon als Entgegenkommen der Gemeinde gewertet. „Von seiten der Anlieger hatten wir gar nicht mit einem solchen Widerstand gerechnet, den sahen wir eigentlich aus einer ganz anderen Richtung kommen“, wunderte sich der stellvertretende Bürgermeister Günter Schneider, der damit auf die ansässigen Gewerbebetriebe anspielte. Politisch sieht Schneider keine Möglichkeit, an der Deklarierung der Straße irgend etwas zu ändern.

Den von Anwohner Stefan Wintersohle geprägte Begriff des „Bypass“ zum nicht beseitigten Bahnübergang, stellte der SPD-Fraktionsvorsitzende Bernd Dahlmann in Frage und verwies auf ein sehr viel geringeres Verkehrsaufkommen als oftmals angeführt. Günter Schneider hatte sich gar die Mühe gemacht und privat eine Verkehrszählung durchgeführt, die die Anwohnervertreter allerdings nicht als repräsentativ ansahen.

Die Anwohner, vertreten durch Clemens Bernemann, Christian Vollmert, Peter Thiele und Stefan Wintersohle beharrten nach der ergebnislosen Debatte weiterhin auf der Forderung zur Neueinstufung der Kirchstraße als Haupterschließungsstraße, bei der die Anlieger nur 30 anstelle der geplanten 50 Prozent der Kosten berappen müssen. Ferner sehen die Anlieger keinen Bedarf, eine neue, kostenintensive Straßenbeleuchtung zu installieren. Doch lediglich beim Vorschlag der Anwohner, als Vorauszahlung nur 50 Prozent als erste Abschlagszahlung zu veranschlagen, signalisierten die Ratsherren Bereitschaft, diese Variante dem Rat vorzutragen.

 

Parkchaos beim sonntäglichen Kirchgang. Eine nicht unerhebliche
Belastung für die Anwohner der Finnentroper Kirchstraße, die ohnehin zu
wenig Parkmöglichkeiten bietet.
 

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Text: & Bild: Kai Hoffmann