Finnentrop. (ff) Im Rahmen der Anliegerversammlung in der vergangenen Woche wagte Anwohner Clemens Bernemann den Vorstoß, für die Kirchstraße aufgrund ihres Sonderstatus gar eine Einzelsatzung für die Gebührenabrechnung zu fordern. Das die arg strapazierte Straße dringend saniert werden muss, ist bei Verwaltung und Anwohnern unstrittig, doch beim „lieben Geld“ entbrannte eine kontroverse Debatte, die für die Anwohner offensichtlich noch nicht ausgestanden ist. Widerstand regt sich, Knackpunkt der Diskussion ist die Tatsache, daß die Kirchstraße als Anliegerstraße ausgewiesen ist.

Zahlreiche Geschäfte, Handwerksbetriebe, Mitarbeiterparkplätze der Firma Metten, die katholische Pfarrkirche und nicht zuletzt die Festhalle sorgen für eine starke Frequentierung der teils ohnehin schmalen Fahrbahn. Selbstverständlich gibt es auch in anderen Orten der Gemeinde Finnentrop Schützenhallen, die an Anliegerstraßen gelegen sind, doch bei der Finnentroper Festhalle handelt es sich um die größte ihrer Art in der Kommune, die zudem noch alleiniger Spielort des Programms der Kulturgemeinde ist. Zudem findet sich im Gemeindegebiet keine Anliegerstraße, an der neben der Schützenhalle obendrein auch noch die örtliche Kirche angesiedelt ist. Mit diesem „Privileg“ ist einzig die Finnentroper Kirchstraße ausgestattet, für die Anwohner keine unerhebliche Belastung. Desweiteren beobachten die Anlieger immer wieder, das Autofahrer die Kirchstraße nutzen, um Stauungen vor dem Bahnübergang zu umfahren. Stefan Wintersohle, der als Schützenchef und Anwohner gleich doppelt betroffen ist, prägte im Verlauf der Anwohnerversammlung den Begriff des „Bypass“ für den nicht beseitigten Bahnübergang in der Tallage.

Bei einer Deklarierung als Anliegerstraße werden die Anwohner bei der Fahrbahnerneuerung mit 50%, beim Gehweg gar mit 60% an den Kosten beteiligt. Als Berechnungsgrundlage dient die gesamte Grundstücksfläche, die je nach Geschosshöhe des darauf errichteten Hauses noch mit einem Faktor multipliziert wird. So wird die Festhalle aufgrund ihrer Höhe mit 125%, die Pfarrkirche gar mit 150% veranschlagt. Auch bei den Grundstücksgrößen zählen die Kirchengemeinde mit rund 4000 Quadratmetern und der Bürgerschützenverein mit 9000 Quadratmetern zu den gößten Anliegern. Die Alternative nach Baurecht hieße Haupterschließungsstraße, bei der die Anwohner nur mit 30 % an den Kosten beteiligt würden.

Der Bauausschuss der Anwohnerschaft, zu dem neben Clemens Bernemann auch die Anlieger Stefan Wintersohle, Christian Vollmert und Peter Thiele zählen, hat jetzt die Finnentroper Ratsvertreter und die Fraktionsvorsitzenden nach den Osterfeiertagen zu einem konstruktiven Gespräch ins Rondell der Festhalle eingeladen, um diese Problematik vor Ort zu diskutieren. Danach soll eine weitere Anwohnerversammlung, diesmal allerdings ohne Vertreter der Verwaltung, folgen, um die weitere Vorgehensweise abzustimmen.

 

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Anliegerstraße ? Beim Hausfrauennachmittag der Sparkasse Finnentrop, zu dem in der vergangenen Woche rund 500 Damen in der Festhalle weilten, kam der Verkehr auf der Kirchstraße teilweise völlig zum Erliegen. Eine nicht unerhebliche Belastung für die Anlieger.

 

 

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Text: & Bild: Kai Hoffmann