Datum: 26.02.2006

Quelle: Kai Hoffmann

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Finnentrop. (ff) Das Narrenschiff bekam kräftig Schlagseite, als die Finnentroper Narren am Samstag zu schunkeln begannen. Über 700 Jecke erlebten unter dem Motto „Bei 1001 Nacht wird gefeiert und gelacht“ ein spritziges Programm des Festkomitees Finnentroper Karneval. Tosender Applaus, als Obersultan Wilfried „Flied“ Beckmann Vorjahresprinz Christian I. „Prinz von Neubrücke“ verabschiedete. Knisternde Spannung, als dann der neue Prinz durch das rote Fragezeichen trat und unter den Klängen der „Alten Garde“ des Fanfarenzuges in die Halle einmarschierte.

Donnernder Applaus für Prinz Jürgen I. Figaszewski, der die Narren in der aktuellen Session regiert. Das Leben des 57-jährigen Energieanlagen-elektonikers ist von der Musik geprägt. So war er 1964 Gründungsmitglied der Beatgruppe „The Firebirds“, spielte im „Original Sauerland Trio“, gründete 1986 die Showformation „Sound Transfer“ und ist seit 2004 als Bassist und Sänger in der „Südwestfalen Big-Band“ aktiv. Und so fasste er seine Antrittsrede auch gleich in einen musikalischen Rahmen und sang sich in die Herzen der Finnentroper Karnevalisten.Danach bestieg Reinhold Beckmann nach jahrelanger Abstinenz die Bütt und lieferte gleich ein wahres Spitzenprogramm ab.

Der rüstige Rentner, der als Sitzungspräsident des Batavia-Clubs reichlich Erfahrung auf der Karnevalsbühne sammeln konnte, plauderte munter aus dem Nähkästchen. Die Schilderung seines Lebens im Altenheim „Haus Gnadenbrot“, einer karitativen Vollzugsanstalt, riss die Zuhörer von den Sitzen. Der Routinier trat den Beweis an, dass die Senioren im Karneval noch lange nicht zum alten Eisen gehören und manchem jungen Hüpfer noch was vormachen können. Natürlich wurde in seinem Vortrag auch die aktuelle Kommunalpolitik aufs Korn genommen. So gab er Bürgermeister Heß den Tipp, den umstrittenen Mobilfunkspargel „Dietmar 1“ doch einfach im „Freigehege“ des Seniorenhauses aufzustellen: „Wir haben doch eh nicht mehr so lange zu leben“.Völlig überflüssig war dagegen der Auftritt von Paco. „Von wem ?“, fragten sich die Gäste im Saal. Der Spanier war als Containerbewohner in der fünften Staffel von Big Brother im TV zu sehen. Schade, dass die Finnentroper Narren einem solch untalentierten Exhibitionisten auch noch eine Plattform für seine flachen Späße boten. Ansonsten war das Programm  der örtlichen Vereine wieder sehr abwechslungsreich.

Neben den Stimmungsmachern Siggi & Flori und den Maiböcken, die das Dorfgeschehen durchleuchteten, waren auch die Garden aus Windhausen, Dünschede, Lenhausen und Bamenohl vertreten. Riesigen Beifall erntete wieder die schmucke Lennegarde, die neben dem aktuellen Gardetanz auch das neue Showtanzprogramm auf die närrischen Bretter zauberte. Wenn man sich die Lokalmatadore von Springmaus-, Schützen- und Jugendgarde anschaut, müssen sich die Finnentroper Karnevalisten keine Gedanken über mangelnden Nachwuchs machen.

Der neue Prinz Jürgen I. Figaszewski (rechts) bei der Proklamation durch Sitzungspräsident Wilfried „Flied“ Beckmann (Mitte). Links der Vorjahresprinz Christian I. „Prinz von Neubrücke“.

Die Lennegarde bei ihrem Showtanzprogramm. Die schmucken Lokalmatadore räumten wieder mächtig ab


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