Siegen/Finnentrop. (ff) Der am Jung-Stilling-Krankenhaus in Siegen stationierte Rettungshubschrauber „Christoph 25“ erlebte jetzt eine Verjüngungskur und wurde damit auf den neuesten, technischen Stand gebracht. Die bisher auch für den Kreis Olpe und damit natürlich auch für die Gemeinde Finnentrop zuständige MBB BO 105 wurde gegen den hochmodernen Eurocopter EC 135 ausgetauscht. Das bereits seit einigen Wochen in Siegen eingesetzte Fluggerät wurde am Freitag unter den Augen der versammelten Prominenz aus Politik und Verwaltung offiziell seiner Bestimmung übergeben und erhielt im dortigen Hangar des ADAC den kirchlichen Segen.
Nicht das der neue Eurocopter den Einsatzort aufgrund seiner höheren Geschwindigkeit schneller erreicht, er ist dabei auch leiser, umweltfreundlicher und im Verbrauch sparsamer. Die beiden Triebwerke des „gelben Engels“ leisten über 600 PS. Das 3,3 Millionen Euro teure Fluggerät ist derzeit das Vorzeigeobjekt der ADAC-Luftrettungs-Flotte.
Besonders im ländlichen Bereich stellt die Luftrettung eine wichtige Komponente in der Rettungskette dar und schließt die Lücken des bodengebundenen Rettungsdienstes. So trifft beispielsweise auch in der Gemeinde Finnentrop der Rettungshubschrauber in entlegeneren Orten oftmals noch vor dem Rettungsdienst ein. In vielen Fällen ist die schnelle Hilfe durch den fliegenden Notarzt lebensrettend. Während sich der Rettungswagen in den Randgebieten über schmale Landstraßen quälen muss, benötigt der RTH nur rund acht Minuten Flugzeit bis zu seinem Einsatzort in der Gemeinde Finnentrop, vorausgesetzt der Einsatz wird nicht durch Nebel auf der Rahrbacher Höhe behindert. In derlei Fällen kann zudem der orangefarbene Rettungshubschrauber „Christoph 8“ (Katastrophenschutz des Bundes) aus Lünen aushelfen.
Text: Kai Hoffmann
Der technische Vergleich des alten und neuen Rettungshubschauber (RTH) „Christoph 25“ am Standort Siegen:
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Technische Daten |
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MBB BO 105 |
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Triebwerke |
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Zwei Allison 250-C20 B je |
313 KW (420 PS) |
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Flugleistungen |
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Höchstzulässige Geschwindigkeit |
270 km/h |
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Reisegeschwindigkeit |
213 km/h |
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Dienstgipfelhöhe |
5182 m (17.000 ft) |
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Reichweite ohne Reserve |
575 km |
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Gewichte |
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Max. Abfluggewicht |
2500 kg |
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nutzbare Zuladung |
1119 kg |
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Standardkraftstoffmenge |
456 kg (570 ltr.) |
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Technische Daten |
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Eurocopter EC 135 |
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Triebwerke |
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Zwei Pratt & Whitney PW 206 je |
463 KW (621 PS) |
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oder zwei Turbomeca Arrius 2B1 je |
546 KW (732 PS) |
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Flugleistungen |
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Höchstzulässige Geschwindigkeit |
287 km/h |
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Reisegeschwindigkeit |
241 km/h |
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Dienstgipfelhöhe |
6096 m (19.995 ft) |
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Reichweite ohne Reserve |
785 km |
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Gewichte |
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Max. Abfluggewicht |
2720 kg |
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nutzbare Zuladung |
920 kg |
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Standardkraftstoffmenge |
576 kg ( 720 ltr.) |
Desweiteren setzt der ADAC in seiner Luftrettung auch Maschinen vom Typ BK 117 und MD 900 ein
Die Bundesrepublik Deutschland verfügt über ein nahezu flächendeckendes Netz von derzeit 53 Rettungshubschrauberstationen. Dieses weltweit vorbildliche und einmalige Luftrettungssystem, das in über 30 Jahren als Ergänzung zum bodengebundenen Rettungs- und Notarztdienst geschaffen wurde, hat sich als äußerst wirksam erwiesen. Der hohe Stellenwert ist heute unbestritten.
Seit der Etablierung der Luftrettung durch den ADAC - zunächst in Modellversuchen im Jahr 1968 - wurden in Deutschland bis dato mehr als 750.000 Einsätze geflogen, davon allein nahezu 220.000 Einsätze von der gemeinnützigen ADAC Luftrettung GmbH. Die ADAC Luftrettung GmbH betreibt 18 Rettungshubschrauberstationen und 4 Intensivtransporthubschrauberstationen. Die Flotte der ADAC-Luftrettung umfaßt zur Zeit 31 Hubschrauber.
Die Rettungshubschrauber können über die Notrufnummer 110/112 gerufen werden. Sie sind täglich von 7.00 Uhr morgens bis Sonnenuntergang einsatzbereit. In weniger als zwei Minuten ist die Maschine startklar. Ihr Einsatzradius beträgt 50 km. Alarmieren Sie den nächst erreichbaren Rettungshubschrauber immer dann, wenn die Hilfe eines Notarztes erforderlich ist und es sich nicht eindeutig um Bagatell-Unfälle handelt.
Er kommt bei
· Verkehrsunfällen
· Arbeits-, Haus- und Sportunfällen
· akuter Erkrankung
Beachten Sie folgendes Meldeschema für Ihren Notruf:
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Wo ist es passiert ? (Möglichst genaue Ortsangabe !)
· Was ist passiert ? (Kurze Notfallbeschreibung)
· Wieviele Erkrankte / Verletzte brauchen Hilfe ?
· Welche Verletzungen / Schädigungen liegen vor ?
· Wer meldet den Notfall ?
· Warten Sie auf evtl. Rückfragen des Disponenten der Rettungsleitstelle !
· Machen Sie sich beim Anflug des Rettungshubschraubers durch Einschalten der Warnblinkleuchten und Winken bemerkbar.
· Der Pilot sucht selbst den geeigneten Landeplatz.
· Legen Sie auf keinen Fall Tücher oder lose Gegenstände zur Markierung eines Landeplatzes aus.
· Halten Sie ausreichenden Sicherheitsabstand, und treten Sie nicht an die Maschine heran, solange sich die Rotorblätter drehen.
· Halten Sie sich für Fragen des Arztes oder der Polizei bereit.
Wenn Sie den Hubschrauber alarmieren, entstehen Ihnen keine Kosten, auch nicht bei Fehleinsätzen. Die ärztliche Erstversorgung und den Patienten-Transport zahlen die Krankenkassen. Die Einsatzkosten werden direkt mit den Sozialversicherungsträgern abgerechnet.
Das kann der Rettungshubschrauber:
Ø Der wesentliche Vorteil des Rettungshubschraubers: er bringt den Notarzt auf schnellstem Wege zum Verletzten. Das ist besonders wichtig, weil der Zeitpunkt der ärztlichen Erstversorgung in vielen Fällen über Leben und Tod entscheidet.
Ø Der Hubschrauber ist mit allem ausgerüstet, was der Arzt zur Notfallbehandlung braucht. Er kann außerdem zwei Patienten aufnehmen und sie in kürzester Zeit in die nächste geeignete Klinik transportieren.
Ø Der Hubschrauber fliegt ruhig und vibrationsarm, die ärztliche Behandlung wird während des Fluges fortgesetzt, so daß der Patient schonend und optimal versorgt transportiert wird.
Auch diese Aufgabe erfüllt der Rettungshubschrauber:
Ø Er bringt medizinisch erstversorgte Patienten aus einem Krankenhaus in ein anderes, falls es für die Endbehandlung besser geeignet ist.
Ø Er transportiert Arzneimittel, Blutkonserven, medizinisches Gerät oder Organe für Transplantationen. Er hilft bei der Suche nach Vermißten, zum Beispiel über Seen oder im Gebirge.(u.a. SAR-Dienst - search and rescue - der Bundeswehr)
10 goldene Regeln für den Umgang mit dem
Rettungshubschrauber:
1. Gemähtes Gras und lockerer Schnee werden bei der Landung des Hubschraubers hochgewirbelt, beeinträchtigen die Sicht und können die Sicherheit des Hubschraubers gefährden!
2. Vor der Landung herumliegende lose Gegenstände entfernen. Keine Tücher oder sonstige Zeichen auslegen!
3. Annäherung an den Hubschrauber nur von vorne mit Blickkontakt zum Piloten (sitzt auf dem rechten Sitz). Nicht laufen! Keine Gegenstände über den Kopf halten!
4. Niemals von hinten an den Hubschrauber herangehen! Der schnell drehende Heckrotor ist kaum zu sehen!
5. Wer auf die andere Seite will: Immer vorne um den Hubschrauber herumgehen!
6. Im schrägen Gelände auf unterschiedlichen Abstand des Rotors vom Boden achten! Immer von der Talseite her an den Hubschrauber herangehen!
7. Lose Bekleidungsstücke wie Mützen und Schals sowie Brillen bei Annäherung an den Hubschrauber festhalten!
8. Für Rettungsdienste und andere Fahrzeuge gilt: Nicht bis an den Hubschrauber heranfahren! Gefahrenbereiche beachten!
9. Bei laufenden Rotor begrenzt das Heckleitwerk den Arbeitsbereich beim Be- und Entladen. Hinter dem Heckleitwerk besteht Lebensgefahr!
10. Rauchverbot und kein offenes Feuer in der Nähe des Hubschraubers!
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