Gauklerfest in die Hansestadt die Zweite
Attendorn. (ff) Nicht nur die Zuschauer kommen gerne zum jährlichen Gauklerfest in die Hansestadt, auch die Künstler lieben das besondere Flair. Unter den über 80 Künstlern sind neben den zahlreichen Artisten, die ihre Premiere in Attendorn feiern, auch immer mal wieder alte Bekannte. Wie der Jongleur Mo de Bleu, inzwischen mit dem Trio MoRaMi auf Tour, der bereits 1996 mit von der Partie war. „Damals war noch nicht soviel High-Tech im Einsatz, inzwischen ist das hier eine Top-Veranstaltung“, kann sich Mo de Bleu noch gut an seine damaligen Auftritte erinnern. Der Mann kennt sich in der Szene aus, hat er doch inzwischen sein Hobby zum Beruf gemacht und steht als professioneller Artist nur noch auf der Varietebühne. In Attendorn wurde das Trio MoRaMi vom Trapezkünstler Olaf K. Spiers unterstützt.
Das prachtvolle Sommerwetter bescherte den Veranstaltern einen absoluten Zuschauerrekord. Nach Angaben eines überglücklichen Otto Haberkamp bevölkerten am Sonntag rund 25.000 Zuschauer die Attendorner Innenstadt. Schon am Samstag abend waren nach Angaben der Organisatoren rund 8000 Zuschauer zur Bühne am Alten Markt gekommen (wir berichteten). Otto Haberkamp vom Veranstalterteam hatte am Wochenende alle Hände voll zu tun und konnte seinen vielen Verpflichtungen nur nachkommen, in dem er mit dem Fahrrad zwischen den einzelnen Bühnen pendelte.
Beim Nachwuchswettbewerb auf der Bühne fünf am Kirchplatz belegten Thorsten Pawelak, Daniel Hermes und Jan Segatz mit ihren Devil-Sticks und dem Diabolo den vierten Platz. Auf Platz drei landete Franziska Weber mit ihrem Keulenswinging. Mine Tabche sicherte sich mit einer Jonglagenummer den zweiten Platz. Und als Sieger konnte Moderatorin Lioba Albus den Jongleur Malte Steinmetz präsentieren.
Trotz aller Gaukler, Artisten und Magier lebt eine solche Veranstaltung vom Publikum und seiner tatkräftigen Unterstützung, und die beschränkt sich in vielen Fällen nicht nur auf das brave Klatschen. Zahlreiche Akteure haben mehr oder weniger freiwillige Zuschauer mit in ihr Programm eingebunden. Eine Erfahrung, die auch Dirk Wollenhaupt aus Gummersbach am eigenen Leibe miterleben durfte. Der 47-jährige wurde spontan von Anarcho-Komödiant Herr Hundertpfund auf die Bühne „gezerrt“. Hinter dem Künstlernamen verbirgt sich Peter Weyel aus Freiburg, der in seiner skurrilen Artistikshow mit brennenden Keulen und derben Worten jongliert. Der Animateur verpasste seinem „Opfer“ gleich den Künstlernamen „Bärbel“ und hatte für den Ahnungslosen und das johlende Publikum manche Überraschung parat. Es fing alles so harmlos an, doch plötzlich fand sich „Bärbel“ nur noch mit Unterwäsche bekleidet auf der Bühne am Alten Markt wieder und assistierte dem Künstler bei einer waghalsigen Jonglagenummer. Dirk Wollenhaupt, der mit Opa Fritz und drei seiner vier Kinder gleich mit drei Generationen nach Attendorn gekommen war, machte den derben Spaß gerne mit. Denn gerade von diesen spontanen Zuschauern lebt das Gauklerfest.
Foto: Zur Orientierung: Zuschauer Dirk Wollenhaupt alias „Bärbel“ mit Sonnenbrille
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Text und Bilder von Kai Hoffmann