Finnentrop.
(ff) „Explosion in einem Gaslager, drei Mitarbeiter werden vermisst“, diese Lage
wurde von einem Mitarbeiter der Firma Esso-Brachthäuser am Samstagabend an die
Rettungsleitstelle in Olpe übermittelt. Den Einsatzkräften bot sich im
Industriegebiet Frielentrop II ein gespenstisches Szenario. Die Löschgruppen
Bamenohl und Finnentrop boten rund 40 Feuerwehrmänner auf, um die Situation in
den Griff zu bekommen. Drei Trupps unter Atemschutz suchten die Firmenhalle, in
der mit einer Nebelmaschine die völlige Verrauchung simuliert wurde, nach den
vermissten Personen ab. Mit sogenannten Fluchthauben konnten die Verletzten, die
von Jugendfeuerwehrleuten gemimt wurden, ins Freie gebracht und an den ebenfalls
mit ausgerückten Rettungswagen der Wache Finnentrop übergeben werden.
Unter Einsatz der
Drehleiter wurde mit dem Wenderohr eine Riegelstellung errichtet, um ein
Übergreifen des Brandes auf die Gebäude des benachbarten Kunststoffbetriebes
Andreas Franke zu verhindern. Unter Einsatz von krachender Pyrotechnik, die
elektrisch gezündet wurde, wurde der realistische Eindruck der brisanten
Ausgangslage eindrucksvoll unterstützt. Bei Einbruch der Dunkelheit mußte die
angenomme Einsatzstelle großräumig ausgeleuchtet werden. Da der Mineralölhändler
Brachthäuser seit kurzem auch eine Partnerschaft mit der Firma Messer Griesheim
betreibt, lagern auf dem Firmengelände über 400 Gasflaschen der verschiedensten
Kategorien. Zwei Mitarbeiter des Gaslieferanten standen den Feuerwehrkräften mit
Rat und Tat zur Seite. „Das Wissen um all diese Fragen trägt erheblich dazu bei,
dass der Schaden im Ernstfall so gering wie möglich bleibt“, erklärte Maik Otto,
Gase-Center-Berater von Messer, der gemeinsam mit Gebietsverkaufsleiter Eckhard
Steuber aus Siegen die Übung als „Zaungäste“ beobachtete.
Die
Industriegase-Spezialisten von Messer haben viel Erfahrung in der Zusammenarbeit
mit Feuerwehren, weil sie sich nicht nur an solchen Übungen beteiligen, sondern
auch in anderen Fällen gezielt mit den Wehren zusammenarbeiten. „Trotz der noch
jungen Partnerschaft haben wir schon einige erfolgreiche Vertriebs- und
Sicherheitsaktionen gemeinsam durchgeführt“, resümierte Inhaber Karl-Josef
Brachthäuser nach der Übung. Die Führungskräfte der Feuerwehr unterzogen im
Anschluß den Übungsablauf einer kritischen Betrachtung. „Übungen dienen dazu,
eventuelle Schwachstellen aufzudecken“, zog Gemeindebrandmeister Peter Schmitz
aus Heggen eine Bilanz, die dazu dienen sollte, solche Fehler im Einsatzfalle zu
verhindern.
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Text und Bilder von Kai Hoffmann
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