Finnentrop/Eilenburg. (ff) Der Belegschaft der Firma Eibach Federn in Frielentrop war es anläßlich der Folgen der Jahrhundertflut nicht genug, ihre Spende für die Flutopfer einfach nur anonym in einen großen Spendentopf zu überweisen, der zu großen Teilen von einem immensen Verwaltungsapparat verzehrt wird. Durch den persönlichen Kontakt eines Mitarbeiters wurde im sächsischen Eilenburg ein Kindergarten gefunden, der durch die Muldeflut erheblich beschädigt wurde und die finanziellen Mittel dringend benötigt.

Jetzt reiste eine Delegation des Betriebsrates nach Eilenburg, um der Leiterin des dortigen Bären-Kindergartens, Hella Mundry, eine Spende aus der Betriebskasse in Höhe von 5.000 Euro persönlich zu überreichen. Nach der Besichtigung der Bärchen-Kita war sich der Betriebsratsvorsitzende Wolfgang Simons absolut sicher, daß das Geld dort bestens aufgehoben ist: „Erstaunlich, welche übermenschliche Leistung die Einwohner und zahllosen Helfer nach Ablaufen der Wassermassen vollbracht haben. In den Straßen der Stadt erinnert nichts mehr an die übermächtige Flut“. Doch in den Häusern hat das schlammige und ölige Wasser dramatische Schäden verursacht.

In der Kindertagesstätte, in der ansonsten rund 120 Kinder betreut werden, mußte der gesamte Estrich und der völlig durchnässte Innenputz aufwendig entfernt werden. Das gesamte Erdgeschoß stand fast zwei Meter hoch unter Wasser, als in der Nacht des 13. August die Mulde und der Mühlgraben die gesamte Innenstadt überfluteten. Die elektrische Installation und die Heizungsanlage wurden nach Angaben der Amtsleiterin des Sozial- und Kulturamtes, Anne-Doris Riedel, völlig zerstört: „Auch die Möbel, die erst vor vier Jahren angeschafft worden waren, mußten wir komplett auf den Sperrmüll werfen“.  Die Kinder sind derzeit in einer Einrichtung im Eilenburger Osten untergebracht. Lediglich die Kinderkrippe konnte im Obergeschoss inzwischen ihren Betrieb wieder aufnehmen. Mit einem Abschluß der Sanierungsarbeiten ist nicht vor März des nächsten Jahres zu rechnen.

Das rund 18.500 Einwohner zählende Eilenburg am Rande der Dübener Heide liegt rund 25 Kilometer nordöstlich der Sachsenmetropole Leipzig. Rund 7.500 Einwohner sind von der Muldeflut direkt betroffen, etwa 1.350 Familien haben ihr gesamtes Hab und Gut verloren. Durch die zerstörerische Kraft der Wassermassen entstand im Stadtgebiet ein Gesamtschaden von rund 150 Millionen Euro !

 

 

Spendenübergabe

(von links) Ursula Klein, Kai Hoffmann, Werner Fuest, Wolfgang Simons (Betriebsrat Fa. Eibach Federn), Kita-Leiterin Hella Mundry, Amtsleiterin Anne-Doris Riedel vor dem Bärchen-Kindergarten.

Maroder Innenputz 

Da das schlammige Wasser von Dienstags bis Samstags in den Räumen stand, mußte der durchnässte Innenputz entfernt werden.

 

 

 

Heizung

Vor dem Winter ist es jetzt wichtig, daß die Heizungsanlage wieder in Betrieb genommen werden kann.

Hauptbahnhof Leipzig

Die Delegation des Betriebsrates, die in einer fast siebenstündigen Fahrt mit der Bahn angereist war, war besonders vom Leipziger Hauptbahnhof beeindruckt. Auf drei Ebenen befinden sich in dem Gebäude, das im Jahre 1997 fertiggestellt wurde, über 140 Geschäfte.

 

Große Spendenbereitschaft

Dem Kindergarten schlug nach der Flutwelle eine große Welle der Hilfsbereitschaft entgegen. Die überdimensionalen Schecks zeugen von der enormen Spendenbereitschaft.

Antonia

Auch die kleine Antonia hatte anläßlich der Spendenübergabe ihre helle Freude, was besonders Betriebsrätin Ursula Klein beeindruckte.

Informationen zu Eilenburg, der Hochwasserflut, die Beseitigung der Folgen und zu Spendenaktionen gibt es ständig aktualisiert unter www.eilenburg.de

 

 

Text und Bilder von Kai Hoffmann            klick auf die Bilder zur Vergrößerung

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