Datum: 28.10.2006

Quelle: Kai Hoffmann

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Finnentrop. Gerade feierte die Firma Eibach Federn ihr 55-jähriges Jubiläum mit Partnern aus 30 Ländern. Dabei handelte es sich zwar nicht um ein „echtes“ Jubiläum, doch Seniorchef Wilfried Eibach, das Senior hört er gar nicht gerne, hat es zur guten Tradition werden lassen, alle fünf Jahre Mitarbeiter, Nachbarn und Partner aus aller Welt zu einem Familienfest ins Sauerland einzuladen.

Seit 1980, dem Jahr des Umzugs des Unternehmens ins Industriegebiet Frielentrop, pflegt er diese Tradition. Damals gehörte Eibach zu den ersten Unternehmen, die ihre Zelte in Frielentrop aufschlugen. Die Erfolgsgeschichte des Federnspezialisten begann 1951 in einem Holzschuppen am Bahnhof in Rönkhausen. Der Urvater des Unternehmens, Heinrich Eibach, gründete dort eine Federnschmiede, deren späteren Ruhm er nicht mehr miterleben durfte. Er verstarb 1967, Sohn Wilfried übernahm zusammen mit Geschäftsführer Walter Korte die Geschicke des Stammwerkes in Rönkhausen, wo noch heute in einer ausgelagerten Produktion Drehfedern für Riemenspanner hergestellt werden. Die Expansion in die Fahrwerkstechnik im Jahre 1975 war die entscheidende Weichenstellung für den heutigen Erfolg. Da die Produktion im Rönkhauser Stammhaus aus allen Nähten zu platzen drohte, entschied man sich Anfang der achtziger Jahre für den Neubau und Umzug nach Frielentrop.

Nach zahlreichen Ausbaustufen präsentiert sich das Unternehmen dort heute mit über 18.000 Quadratmetern Gebäude- und Nutzfläche auf über 29.000 Quadratmetern Grundstücksfläche. Am Produktionsstandort Finnentrop sind derzeit rund 250 Mitarbeiter beschäftigt, weltweit hat Eibach rund 450 Mitarbeiter.

1987 wurde in den USA die Tochter Eibach Springs gegründet, der entscheidende Sprung nach Übersee.

 Inzwischen sind die Federnspezialisten auf allen fünf Kontinenten vertreten und werden durch nationale Importeure und Vertretungen in 80 Ländern repräsentiert. 1994 wurde Eibach Japan gegründet, Eibach UK folgte 1996 und nur ein Jahr später fiel der Startschuss für Eibach South East Asia in Australien. Die Gründung von Eibach South Africa wurde 2004 vollzogen.

Seit 2005 wird die Heinrich Eibach GmbH mit Ralph H. Eibach, Jürgen Schulte und Markus Simon in der dritten Manager-Generation geführt. Wilfried Eibach ist weiterhin als Vorstandsvorsitzender der Eibach Holding AG, unter der das Unternehmen im Jahr 2000 neu strukturiert wurde, aktiv. In der Produktion in Frielentrop, die von Betriebsleiter Michael Hesse gelenkt wird, werden auf CNC-gesteuerten Windeautomaten Prototypen, Einzelstücke, Klein- und Großserien mit einem Stab- oder Drahtdurchmesser von 0,2 mm bis 55 mm kalt- oder warmverformt. Im Vormateriallager werden über 2.000 Qualitäten, Ausführungen und Abmessungen bereitgehalten.

Eine breite Produktpalette im Industrie- und Fahrwerksbereich spiegelt das umfassende Spektrum der Möglichkeiten wieder. So werden sowohl Druck- und Zugfedern, wie auch Förder- und Dosierspiralen, Elemente für die Dichtungstechnik, Draht- und Flachformfedern hergestellt. Darüber hinaus verlassen auch hochwertige Ventilfedern, unter anderem für Schiffsdieselmotoren, nach umfangreicher Prüfung das Werk in Frielentrop. Im Fahrwerksbereich, der rund 50 Prozent der Fertigung darstellt, ist Eibach Komplettanbieter. Die hauseigene Performance-Linie „Pro-Kit“, ein Tieferlegungssatz mit sportlicher Abstimmung, wird durch Sportstoßdämpfer, Stabilisatoren, Gewindefahrwerke, Spurverbreiterungen und elektronischen Fahrwerksmodulen ergänzt.

Zahllose Erfolge im Motorsport unterstreichen die Qualität und den guten Ruf von Eibach, dem offiziellen Partner des BP Ford WRC-Teams. Das Rallye-Team um den in der Fahrerwertung auf Platz zwei liegenden Marcus Grönholm, fuhr beim WM-Lauf in der Türkei einen gefeierten Doppelsieg ein und führt jetzt die Markenwertung an. Aber auch in anderen Rennserien wie der Formel 1, NASCAR, CART, Stock Car Racing oder der Baja 1000 stellen Eibach-Produkte ihre Qualität unter Beweis.

Von diesem Know-how profitieren derzeit auch 20 Auszubildende, die im Werk Finnentrop in Berufen wie Federmacher, Industrie- und Zerspanungsmechaniker, Informatik- und Industriekaufmann und Fachkraft für Lagerlogistik ausgebildet werden. „The will to win“, ist für Wilfried Eibach, der sich bei der Federnkonstruktion nur ungern den Grenzen der Physik geschlagen gibt, mehr als nur ein plumper Slogan. Vielmehr stellt er seine Lebensphilosophie und das Motto seines Unternehmens eindrucksvoll dar.


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