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Anröchte. Eigentlich haben sie
die geplanten Interviewtermine schon längst hinter sich
gebracht und sollen in einer Stunde auf der Bühne stehen.
Doch obwohl Marta Jandová und die Jungs von Die Happy
eigentlich gar keine Zeit mehr haben, nehmen sie sich doch
noch ein paar Minuten und stellen sich den Fragen von Ina
Hoffmann aus Finnentrop, wo der NACHTFLUG die vier
Profimusiker am 13. Oktober in der dortigen Festhalle
präsentiert.
„Bei einem Festival ist das
schon okay“, erläutert Marta Jandová, die Frontfrau der Band
aus Ulm. „Wenn wir drei- bis viermal die Woche auf einem
Festival auftreten, ist man erst kurz bevor man die Bühne
betritt, ein wenig nervös. Das ist was anderes, wenn man auf
einem eigenen Konzert die ersten Lieder von einem neuen
Album spielt. Da hat man auch mal den ganzen Tag lang
Lampenfieber“. Aber schließlich kennen Die Happy jetzt ja
auch schon seit dreizehn Jahren den Bühnenzirkus und das
Rampenlicht, da wird man vor den Auftritten schon lockerer.
Und auf einem Open-air-Festival müssen sie auch keine Angst
haben, dass etwas Vergleichbares passiert, wie kürzlich bei
einem Konzert in Wolfsburg geschehen. „Wir standen gerade
auf der Bühne, als plötzlich der Feueralarm losging. Zuviel
Nebel auf der Bühne, die Feuerwehr rückte an und hat den
Club evakuiert. Aber als alles geklärt war, konnten wir dann
doch noch mit den Fans feiern“, erzählt Gitarrist Thorsten
Mewes.

Ina Hoffmann interviewte Gitarrist Thorsten
Mewes und Frontfrau Marta Jandová vor ihrem Auftritt beim
BIG DAY OUT 4.0
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„Und das ist das Wichtigste an
einer Tour“, fügt Marta hinzu, „diese zwei Stunden am Abend,
in denen wir ein direktes Feedback von unseren Fans
bekommen. Das ist der einzige Grund, weswegen wir mehrere
Wochen im Jahr auf der Straße und in Hotels verbringen“.
Denn eigentlich würde Thorsten viel lieber zu hause die neue
Wohnung einrichten und Marta vermisst ihr heimisches Bett
und ihren Freund, worüber sie sich in Anröchte allerdings
keine Gedanken machen muss. Denn zumindest ihr Freund,
Popsänger Sascha, war hinter den Kulissen zur Unterstützung
mit von der Partie. „Und schließlich haben wir ja auch eine
Verantwortung unseren Fans, wie auch den Veranstaltern und
natürlich uns selbst gegenüber. Wir wollen ja noch ein paar
Jahre weitermachen. Da kann man sich keine Starallüren wie
ein amerikanischer Superstar erlauben“, resümiert Thorsten.
Und deshalb würden Die Happy ein
Konzert auch nur dann absagen, wenn es unbedingt notwendig
ist. Wenn Marta die Stimme verlässt oder sich jemand der
Jungs den Arm bricht. Damit man solch eine Tour auch
durchsteht, hat Thorsten sein ganz eigenes Konzept:
„Kokain“, lacht er. „Nein, Scherz. Als Profi kann man es
sich nicht leisten nach dem Motto „Sex, Drugs and
Rock´n´Roll“ zu leben. Das steht man ja gar nicht durch,
wenn man jeden Tag auf der Bühne stehen soll. Natürlich
versucht man sich mit Sport fit zu halten. Ich jogge jeden
zweiten Tag, wenn es eben geht“. „Ich habe auf der Bühne
genug Sport“, meint Frontfrau Marta, die ansonsten ihrem
Motto „Sport ist Mord“ treu bleibt. Aber damit sie fit
bleibt, geht sie nach jedem Auftritt direkt unter die Dusche
und dann ins warme Bett.
Schließlich kann sie es sich
nicht erlauben, krank zu werden, denn Die Happy haben mit
der „No Nuts, No Glory“-Tour noch ein strammes Programm vor
sich. |
Nach dem Konzert in Finnentrop
am 13. Oktober geht es für acht Konzerte nach Tschechien, in
Martas Heimat, wo die Band auch schon einen hohen
Bekanntheitsgrad erreicht hat. „Dann versuchen wir noch die
Niederlande zu erobern“, erzählt Thorsten. „In Belgien,
Luxemburg, der Schweiz, Lichtenstein und Österreich haben
wir das auf dieser Tour schon geschafft“. Und auch in
Anröchte haben sie sicher wieder zahllose neue Fans
gewonnen. Das ist es, was Marta so an den Festivals schätzt:
„Man kann neue Menschen erreichen, die vorher noch nichts
von uns gehört haben. Die hören unsere Musik und mögen sie
vielleicht sogar. Außerdem ist da natürlich der Reiz, vor
einer so großen Menschenmenge zu spielen“.
Und genau diese Masse von rund
10.000 Besuchern auf dem „Big Day Out 4.0“ konnten die vier
bei ihrem anschließenden Auftritt mit ihrer rockig-frechen
Art mal wieder für sich begeistern. Während sich Marta
gerade noch ganz relaxt im VIP-Bereich geduldig den Fragen
stellte, verwandelt sich die stimmgewaltige Frontfrau beim
ersten Ton auf der Bühne zum tobenden Derwisch. Sie fegt
wild über die Bühne, macht den geneigten Zuhörer richtig an
und lädt Ladies in Love zum Mitsingen ein. Der straighte
Beat geht sofort in die Beine, Thorsten`s Gitarre knarzt im
herrlichen Analog-Sound aus den Boxen, und Frontfrau Marta
Jandová singt nicht nur extrem sexy, sondern textet so
offensiv wie noch nie.
Tickets für das Konzert mit DIE
HAPPY in der Festhalle Finnentrop sind unter
www.ticketnetz.de und unter der Hotline der Kulturgemeinde 0
27 21 / 512 151 erhältlich. Die Tickets kosten im Vorverkauf
17 Euro und an der Abendkasse 21 Euro. Weitere Infos unter
www.kulturgemeinde-finnentrop.de oder www.diehappy.de
Interview: Ina Hoffmann
Fotos: Kai Hoffmann
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