Datum: 24.08.2007

Quelle:

Interview - Ina Hoffmann

Bilder - Kai Hoffmann

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Anröchte. Eigentlich haben sie die geplanten Interviewtermine schon längst hinter sich gebracht und sollen in einer Stunde auf der Bühne stehen. Doch obwohl Marta Jandová und die Jungs von Die Happy eigentlich gar keine Zeit mehr haben, nehmen sie sich doch noch ein paar Minuten und stellen sich den Fragen von Ina Hoffmann aus Finnentrop, wo der NACHTFLUG die vier Profimusiker am 13. Oktober in der dortigen Festhalle präsentiert.

„Bei einem Festival ist das schon okay“, erläutert Marta Jandová, die Frontfrau der Band aus Ulm. „Wenn wir drei- bis viermal die Woche auf einem Festival auftreten, ist man erst kurz bevor man die Bühne betritt, ein wenig nervös. Das ist was anderes, wenn man auf einem eigenen Konzert die ersten Lieder von einem neuen Album spielt. Da hat man auch mal den ganzen Tag lang Lampenfieber“. Aber schließlich kennen Die Happy jetzt ja auch schon seit dreizehn Jahren den Bühnenzirkus und das Rampenlicht, da wird man vor den Auftritten schon lockerer. Und auf einem Open-air-Festival müssen sie auch keine Angst haben, dass etwas Vergleichbares passiert, wie kürzlich bei einem Konzert in Wolfsburg geschehen. „Wir standen gerade auf der Bühne, als plötzlich der Feueralarm losging. Zuviel Nebel auf der Bühne, die Feuerwehr rückte an und hat den Club evakuiert. Aber als alles geklärt war, konnten wir dann doch noch mit den Fans feiern“, erzählt Gitarrist Thorsten Mewes.

 

Ina Hoffmann interviewte Gitarrist Thorsten Mewes und Frontfrau Marta Jandová vor ihrem Auftritt beim BIG DAY OUT 4.0

 

„Und das ist das Wichtigste an einer Tour“, fügt Marta hinzu, „diese zwei Stunden am Abend, in denen wir ein direktes Feedback von unseren Fans bekommen. Das ist der einzige Grund, weswegen wir mehrere Wochen im Jahr auf der Straße und in Hotels verbringen“. Denn eigentlich würde Thorsten viel lieber zu hause die neue Wohnung einrichten und Marta vermisst ihr heimisches Bett und ihren Freund, worüber sie sich in Anröchte allerdings keine Gedanken machen muss. Denn zumindest ihr Freund, Popsänger Sascha, war hinter den Kulissen zur Unterstützung mit von der Partie. „Und schließlich haben wir ja auch eine Verantwortung unseren Fans, wie auch den Veranstaltern und natürlich uns selbst gegenüber. Wir wollen ja noch ein paar Jahre weitermachen. Da kann man sich keine Starallüren wie ein amerikanischer Superstar erlauben“, resümiert Thorsten.

Und deshalb würden Die Happy ein Konzert auch nur dann absagen, wenn es unbedingt notwendig ist. Wenn Marta die Stimme verlässt oder sich jemand der Jungs den Arm bricht. Damit man solch eine Tour auch durchsteht, hat Thorsten sein ganz eigenes Konzept: „Kokain“, lacht er. „Nein, Scherz. Als Profi kann man es sich nicht leisten nach dem Motto „Sex, Drugs and Rock´n´Roll“ zu leben. Das steht man ja gar nicht durch, wenn man jeden Tag auf der Bühne stehen soll. Natürlich versucht man sich mit Sport fit zu halten. Ich jogge jeden zweiten Tag, wenn es eben geht“. „Ich habe auf der Bühne genug Sport“, meint Frontfrau Marta, die ansonsten ihrem Motto „Sport ist Mord“ treu bleibt. Aber damit sie fit bleibt, geht sie nach jedem Auftritt direkt unter die Dusche und dann ins warme Bett.

Schließlich kann sie es sich nicht erlauben, krank zu werden, denn Die Happy haben mit der „No Nuts, No Glory“-Tour noch ein strammes Programm vor sich.

Nach dem Konzert in Finnentrop am 13. Oktober geht es für acht Konzerte nach Tschechien, in Martas Heimat, wo die Band auch schon einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht hat. „Dann versuchen wir noch die Niederlande zu erobern“, erzählt Thorsten. „In Belgien, Luxemburg, der Schweiz, Lichtenstein und Österreich haben wir das auf dieser Tour schon geschafft“. Und auch in Anröchte haben sie sicher wieder zahllose neue Fans gewonnen. Das ist es, was Marta so an den Festivals schätzt: „Man kann neue Menschen erreichen, die vorher noch nichts von uns gehört haben. Die hören unsere Musik und mögen sie vielleicht sogar. Außerdem ist da natürlich der Reiz, vor einer so großen Menschenmenge zu spielen“.

Und genau diese Masse von rund 10.000 Besuchern auf dem „Big Day Out 4.0“ konnten die vier bei ihrem anschließenden Auftritt mit ihrer rockig-frechen Art mal wieder für sich begeistern. Während sich Marta gerade noch ganz relaxt im VIP-Bereich geduldig den Fragen stellte, verwandelt sich die stimmgewaltige Frontfrau beim ersten Ton auf der Bühne zum tobenden Derwisch. Sie fegt wild über die Bühne, macht den geneigten Zuhörer richtig an und lädt Ladies in Love zum Mitsingen ein. Der straighte Beat geht sofort in die Beine, Thorsten`s Gitarre knarzt im herrlichen Analog-Sound aus den Boxen, und Frontfrau Marta Jandová singt nicht nur extrem sexy, sondern textet so offensiv wie noch nie.

Tickets für das Konzert mit DIE HAPPY in der Festhalle Finnentrop sind unter www.ticketnetz.de und unter der Hotline der Kulturgemeinde 0 27 21 / 512 151 erhältlich. Die Tickets kosten im Vorverkauf 17 Euro und an der Abendkasse 21 Euro. Weitere Infos unter www.kulturgemeinde-finnentrop.de oder www.diehappy.de

 

Interview: Ina Hoffmann

Fotos: Kai Hoffmann

 

Marta und Thorsten signierten auch Tickets

für das Konzert in Finnentrop

Marta`s Freund Sascha, zusammen mit

Revolverheld-Sänger Johannes

 

 

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