Finnentrop. (ff) Den Anfang in der Gemeinde Finnentrop machte im Jahre 2003 der Bürgerschützenverein mit der Stationierung eines Frühdefibrillators in der Festhalle. Aufgerüttelt durch einem lebensbedrohlichen Zwischenfall beim Schützenfest 2002 schafften die Schützenbrüder mit Unterstützung der Finnentroper Apotheken das durch Laien anwendbare Gerät an. Während die Bürgerschützen mit dem sogenannten AED-Gerät seinerzeit noch Neuland beschritten haben, findet die Defibrillation durch Nichtmediziner immer größere Verbreitung. So hat die Firma Arvin Meritor nach Angaben der dortigen Sicherheitsfachkraft Stefan Kracht im Februar diesen Jahres einen Defi angeschafft und auch die ThyssenKrupp Stahl AG plant laut Jürgen Stiesberg, Sicherheitsfachkraft im Werk Finnentrop, den Kauf eines solchen Gerätes.

Im Rahmen der Initiative „Kampf dem Herztod“ der Björn-Steiger-Stiftung wurde am Freitag ein weiteres AED-Gerät bei der Firma Eibach Federn übergeben. Betriebsleiter Michael Hesse, im Unternehmen auch für die Arbeitssicherheit verantwortlich, konnte im Beisein von Betriebsarzt Karl Griese einen „Heartstart FR 2+“ in Empfang nehmen, der jetzt am Produktionsstandort Frielentrop zentral platziert wird. Die Geschäftsleitung des Federnherstellers, vertreten durch Ralph H. Eibach, war spontan bereit, die lebensrettende Beschaffung zu finanzieren. „Automatische externe Defibrillatoren (AED) sollten so selbstverständlich werden wie Feuerlöscher“, wirbt Jörn Fries, Geschäftsführer der Björn-Steiger-Stiftung, für eine flächendeckende Verbreitung der Lebensretter. Waren während der ersten Versuche im Jahre 2001 gerade einmal 100 AED`s deutschlandweit verfügbar, konnte inzwischen allein die Steiger-Stiftung rund 11.000 Defibrillatoren vermitteln.

Nach Angaben der Stiftung versterben in Deutschland jedes Jahr rund 130.000 Menschen am plötzlichen Herztod, rund 20-mal so viele wie im Straßenverkehr jährlich tödlich verunglücken. Mit jeder Minute, die nach dem Eintritt des Kreislaufstillstandes verstreicht, sinkt die Überlebenschance des Patienten um sieben bis zehn Prozent. Die besten Ergebnisse werden bei einer Defibrillation innerhalb von drei Minuten erzielt. Die ersten irreparablen Hirnschäden treten bereits nach fünf Minuten auf. „Kein Notarzt und kein Rettungsdienst der Welt sind schneller beim Betroffenen als der anwesende Laie“, ist sich Jörn Fries im Gespräch mit der Westfalenpost sicher und fordert daher die flächendeckende Aus- und Fortbildung von Ersthelfern in diesem Bereich. Die Herz-Lungen-Wiederbelebung mit Frühdefibrillation ist die einzig wirksame Behandlung  beim sogenannten Kammerflimmern, einem unkoordinierten Arbeiten der Herzmuskulatur. Falsch machen kann der Laienanwender eigentlich nichts: Ein Voicerecorder gibt dem ausgebildeten Helfer akustische Anweisungen, die visuell von den jeweils blinkenden Tasten zusätzlich unterstützt werden, und rät nur nach einer entsprechenden EKG-Auswertung zum eventuell notwendigen Elektroschock.

Foto: (von links) Betriebsarzt Karl Griese, Betriebsratsvorsitzender Wolfgang Simons, Geschäftsführer Ralph H. Eibach und Betriebsleiter Michael Hesse bei der offiziellen Übergabe des AED-Gerätes am Freitag.


klick auf das Bild zur Vergrößerung

Text und Bild von Kai Hoffmann                                    zurück