Rönkhausen. (ff) Als sich am Dienstagabend ein 41-jähriger Mieter im Heizungskeller eines Wohnhauses in der Bahnhofstraße aufhielt, wurde er durch Geräusche und Feuerschein im Bereich des Kamins auf einen Brand aufmerksam. Bevor er gegen 21.55 Uhr die Rettungsleitstelle in Olpe alarmierte, warnte er die übrigen Hausbewohner. Die 52-jährige Hausbesitzerin und ihr 56-jähriger Lebensgefährte konnten sich daraufhin unverletzt ins Freie retten. Die zuerst eintreffende Löschgruppe Rönkhausen, deren Tatendrang kurz vor der Einsatzstelle von einer geschlossenen Bahnschranke gebremst wurde, meldete schon auf der Einsatzfahrt hellen, weithin sichtbaren Feuerschein im Dachbereich und forderte umgehend Verstärkung nach.
Neben den Brandschützern aus Rönkhausen, deren Einsatz von Rolf-Dieter Reich koordiniert wurde, waren die Löschgruppen aus Finnentrop, Bamenohl, Heggen, Ostentrop, Lenhausen und Fretter vor Ort. Rund 100 Einsatzkräfte, darunter auch Helfer des DRK, bemühten sich den Brand, der sich inzwischen über das erste Obergeschoss und das Dachgeschoss ausgebreitet hatte, unter Kontrolle zu bekommen. Unter Zuhilfenahme der Drehleiter aus Bamenohl wurde die Dachhaut geöffnet, um den eigentlichen Brandherd ausmachen zu können. Die Löschwasserversorgung wurde aus der Lenne sichergestellt. Die Bahnlinie Hagen/Siegen mußte dazu zeitweise voll gesperrt, um die Schlauchleitungen unter den Gleisen hindurch verlegen zu können. Der Notfallmanager der Bahn AG war ebenfalls zur Unterstützung der Einsatzleitung, die ihr Domizil im Einsatzleitwagen aus Finnentrop bezogen hatte, vor Ort.
Neben den Flammen mußten die Blauröcke vor allem gegen die klirrende Kälte ankämpfen. Aus dem Wohnhaus ausfließendes Löschwasser gefror schlagartig zu bizarren Skulpturen. Mitarbeiter des Gemeindebauhofs wurden nachgefordert, um Streusalz zur Einsatzstelle zu bringen. Das Strahlrohr der Drehleiter fror zeitweise gar völlig ein. Die Löscharbeiten gestalteten sich äußerst schwierig, da das Haus im hinteren Bereich aufgrund der Böschungslage nur schwer zugänglich war. Das DRK versorgte die durchfrorenen Einsatzkräfte in einem benachbarten Firmengebäude mit heißen Getränken. Neben Gemeindebrandmeister Peter Schmitz aus Heggen und seinem Vize Werner Geueke aus Serkenrode, war auch Kreisbrandmeister Werner Grüneböhmer aus Fretter in der Einsatzleitung tätig.
Eine Nachtwache verblieb bis in die frühen Morgenstunden an der Einsatzstelle. Das Gebäude wurde durch den Brand und die Folgeschäden durch das Löschwasser und die beißende Kälte erheblich beschädigt. Nach Angaben der Polizei beläuft sich der Schaden auf rund 150.000 Euro. Die Brandursache ist bisher ungeklärt, die Ermittlungen dauern an.
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Text und Bilder von Kai Hoffmann