Datum: 07.10.2006

Quelle: Kai Hoffmann

Bericht kommentieren klick

zurück  


Finnentrop. (ff) Kampflos werden die Finnentroper ihren Bahnhof wohl nicht der Abrissbirne preisgeben, dies ist am Mittwoch bei einer Info-Veranstaltung der Interessengemeinschaft „Alter Ortskern“ deutlich geworden. Rund 70 Interessierte hatten sich im bis auf den letzten Platz gefüllten Gasthof „Zum Alten Hof“ eingefunden, um den Vortrag des Referenten Prof. Dr. Hubertus Halbfas aus Drolshagen zu hören.

Während der Gastredner anfangs das Thema des Abends „Der Zentralort Finnentrop und seine Probleme – Ist der Bahnhof Finnentrop noch zu retten?“ zu verfehlen schien, er berichtete lediglich von einem Telefonat mit Bürgermeister Heß, brachten seine Thesen in der Diskussion dann doch die entscheidende Wende. „Jetzt sind wir endlich mal in eine vernünftige Diskussion eingestiegen. Vorher war das immer nur ein Abklatsch von Argumenten“, brachte es Hermann Schmelzer auf den Punkt.

„Man darf jetzt keine Verkomplizierung herbeiführen, die Thematik nicht auf Abriss oder Erhalt des Empfangsgebäudes reduzieren, vielmehr muss ein Gesamtkonzept für die Tallage her“, fasste Halbfas zusammen. Der Vorsitzende des Kreisheimatbundes kam nicht umher, auch den „polemischen Bericht in der FAZ“ zu zitieren, der Finnentrop die Endhärte attestierte: „Seien wir ehrlich, so falsch lag der Autor damit nicht“. Nach Auffassung von Halbfas ist eine Gestaltungssatzung notwendig: „Wie soll die Gesamtstrasse auf Dauer ein gefälligeres Äußeres erhalten?“.

Gesprächsleiter Christian Vollmert verwies nochmals auf das Grußwort von Bürgermeister Heß zum Jahreswechsel, in dem er seinerzeit bereits den Abriss des Empfangsgebäudes für das Jahr 2006 ins Auge fasste. Der stellvertretende Bürgermeister Günter Schneider, der mehrfach betonte, nicht im Auftrag von Dietmar Heß an der Versammlung teilzunehmen, hatte angesichts der hitzigen Diskussion keinen leichten Stand: „Aber es muss auch alles finanziert werden“.

„Wenn der gesuchte Investor sich in das alte Gebäude verlieben soll, ist es vermutlich verloren“, resümierte Halbfas. „Soll es gerettet werden, muss eine Trägerkonstruktion geschaffen werden, die das Gebäude multifunktional zu nutzen weiß“. Nach einer heftigen Diskussion um die Ausrichtung von Lebensmitteldiscountern, den Verhandlungserfolgen mit der Bahn AG in anderen Kommunen und „dem fehlenden Verhältnis von Bürgermeister Heß zum Bahnhof“, rief Hermann Schmelzer zur Gründung einer Bürgerinitiative auf, die dann auch mehrheitlich beschlossen wurde. Bis Mitte November soll ein Kompetenzteam gegründet werden, das noch vor Abschluss des Investoren-Auswahlverfahrens der Gemeinde ein Konzept zur Tallage erarbeiten soll. „Gegen ein schlüssiges Gesamtkonzept kann sich dann auch die Politik nicht verschließen“, sah Halbfas gute Chancen zum erfolgreichen Dialog mit dem Gemeinderat.

 

Von links: Christian Vollmert, Dr. Hubertus Halbfas und Hermann Schmelzer


klick auf die Bilder zur Vergrößerung