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Finnentrop.
(ff) Kampflos werden die Finnentroper ihren Bahnhof wohl
nicht der Abrissbirne preisgeben, dies ist am Mittwoch bei
einer Info-Veranstaltung der Interessengemeinschaft „Alter
Ortskern“ deutlich geworden. Rund 70 Interessierte hatten
sich im bis auf den letzten Platz gefüllten Gasthof „Zum
Alten Hof“ eingefunden, um den Vortrag des Referenten Prof.
Dr. Hubertus Halbfas aus Drolshagen zu hören.
Während der
Gastredner anfangs das Thema des Abends „Der Zentralort
Finnentrop und seine Probleme – Ist der Bahnhof Finnentrop
noch zu retten?“ zu verfehlen schien, er berichtete
lediglich von einem Telefonat mit Bürgermeister Heß,
brachten seine Thesen in der Diskussion dann doch die
entscheidende Wende. „Jetzt sind wir endlich mal in eine
vernünftige Diskussion eingestiegen. Vorher war das immer
nur ein Abklatsch von Argumenten“, brachte es Hermann
Schmelzer auf den Punkt.
„Man darf
jetzt keine Verkomplizierung herbeiführen, die Thematik
nicht auf Abriss oder Erhalt des Empfangsgebäudes
reduzieren, vielmehr muss ein Gesamtkonzept für die Tallage
her“, fasste Halbfas zusammen. Der Vorsitzende des
Kreisheimatbundes kam nicht umher, auch den „polemischen
Bericht in der FAZ“ zu zitieren, der Finnentrop die Endhärte
attestierte: „Seien wir ehrlich, so falsch lag der Autor
damit nicht“. Nach Auffassung von Halbfas ist eine
Gestaltungssatzung notwendig: „Wie soll die Gesamtstrasse
auf Dauer ein gefälligeres Äußeres erhalten?“. |
Gesprächsleiter Christian Vollmert verwies nochmals auf das
Grußwort von Bürgermeister Heß zum Jahreswechsel, in dem er
seinerzeit bereits den Abriss des Empfangsgebäudes für das
Jahr 2006 ins Auge fasste. Der stellvertretende
Bürgermeister Günter Schneider, der mehrfach betonte, nicht
im Auftrag von Dietmar Heß an der Versammlung teilzunehmen,
hatte angesichts der hitzigen Diskussion keinen leichten
Stand: „Aber es muss auch alles finanziert werden“.
„Wenn der
gesuchte Investor sich in das alte Gebäude verlieben soll,
ist es vermutlich verloren“, resümierte Halbfas. „Soll es
gerettet werden, muss eine Trägerkonstruktion geschaffen
werden, die das Gebäude multifunktional zu nutzen weiß“.
Nach einer heftigen Diskussion um die Ausrichtung von
Lebensmitteldiscountern, den Verhandlungserfolgen mit der
Bahn AG in anderen Kommunen und „dem fehlenden Verhältnis
von Bürgermeister Heß zum Bahnhof“, rief Hermann Schmelzer
zur Gründung einer Bürgerinitiative auf, die dann auch
mehrheitlich beschlossen wurde. Bis Mitte November soll ein
Kompetenzteam gegründet werden, das noch vor Abschluss des
Investoren-Auswahlverfahrens der Gemeinde ein Konzept zur
Tallage erarbeiten soll. „Gegen ein schlüssiges
Gesamtkonzept kann sich dann auch die Politik nicht
verschließen“, sah Halbfas gute Chancen zum erfolgreichen
Dialog mit dem Gemeinderat.
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