Rönkhausen. (ff) Eher durch Zufall kamen Wanderer bei einer Tour durch den Wald oberhalb Rönkhausens einer Umweltsünde auf die Spur. Im gräflichen Forst wurden Waldwege durch das Einbringen von Bauschutt verfestigt. Allerdings wurde hierzu nicht sortenreiner Bauschutt, sondern vielmehr Bauschuttabfälle verwendet. Nachdem die Wanderer unter anderem Silikonkartuschen, Folienreste und Kabel entdeckten, verständigten sie den, aufgrund einer Urlaubsvertretung zuständigen, Revierförster Horst Osswald aus Schliprüthen. Dieser traf sich vor rund zwei Wochen oberhalb des Kersting-Weg mit den Wanderern und machte vor Ort Fotos zur Beweissicherung. Das Erdreich der Waldstraße war mit einer Planierraupe, die offensichtlich schon längere Zeit in dem Waldstück gestanden haben muss, beiseite geschoben worden. Mit etlichen LKW-Ladungen schaffte dann ein Unternehmen den Bauschutt heran, der später wieder mit Erdreich abgedeckt wurde. Doch neben den zulässigen Fliesen, Waschbetonplatten und Ziegeln wurden auch Teerreste, Drainagerohre, Baustahl, PVC-Reste, Spanplatten, Eternit und Aluminiumleisten entdeckt.

„Die Verfestigung von Waldwegen mit Bauschutt ist bei einer entsprechenden Genehmigung durchaus üblich, aber nicht mit solchem Abfall“, wunderte sich Horst Osswald über die verantwortungslose Verunreinigung und meldete diese an das Staatliche Forstamt in Attendorn. In der letzten Woche fand jetzt ein Ortstermin mit dem Waldbesitzer, dem Grafen von Plettenberg, der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises Olpe und dem Staatlichen Forstamt statt. Matthias Borgmann, beim Forstamt Neu-Listernohl für den Bereich Hoheit zuständig, bestätigte auf Anfrage der Westfalenpost, daß der eingebrachte Abfall inzwischen ordnungsgemäß zurückgebaut worden sei und die Wege wieder mit sauberem Erdreich abgedeckt wurden. „Der Ausbau von Wegen in dieser Form ist durchaus zu begrüßen, sofern ordentliches Material verwendet wird“, so Borgmann, der die Sache damit als erledigt ansieht. Ob bei früheren Maßnahmen ebenfalls derlei Abfall, der eigentlich auf die Deponie gehört, verwendet wurde, ist für die Behörden nicht mehr nachvollziehbar.

Für die Verursacher eine lukrative Angelegenheit: Während die Entsorgung von einer Tonne reinem Bauschutt beispielsweise beim Entsorgungszentrum in Olpe 29 Euro kostet, sind bei der Anlieferung von Baustellenmischabfällen satte 162 Euro pro Tonne zu berappen.

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Text und Bilder von Kai Hoffmann                                    zurück