Datum: 08.01.2006

Quelle: Kai Hoffmann

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Finnentrop. (ff) „Im Sauerland habe ich nicht wirklich das Gefühl, aus Köln raus zu sein. Das ist keine Gegend, bei der ich mir Gedanken mache nach dem Motto: Oh Gott, wie kommen wir jetzt mit der Mentalität klar?“, Wolfgang Niedecken kam zum Tourauftakt am Donnerstagabend in Finnentrop mit dem Publikum bestens zurecht.

„Wo zum Teufel liegt Finnentrop? Ich dachte schon, wir müssten an die Ostsee“, erzählte der Kultrocker von seinem ersten Blick auf den Tourplan. Doch die Frage war für den Vollblutmusiker schnell geklärt: „Aus Finnentrop kommen ja die Dicken Sauerländer. Meine Vater hatte früher ein Lebensmittelgeschäft und alles was auf dem Dachboden zur Aufbewahrung landete, wurde in ausgedienten Metten-Kartons gelagert“. Hoffentlich nehmen die Zuschauer den Kölschrocker nicht beim Wort, bat er doch die über 1200 Besucher in der proppenvollen Festhalle, ihm alle ausgedienten Metten-Kartons für seinen Dachboden zu schicken.

Wolfgang Niedecken liebt die Nähe zu seinem Publikum und bat schon im Vorfeld, dass sich die Ordnungskräfte im Bühnengraben möglichst unsichtbar machen sollten.

 Er wollte nicht ständig irgendwelche Security-Leute vor seiner Nase rumlaufen haben  und suchte von Beginn an den Kontakt zu seinen Fans. Und diese dankten es ihm mit frenetischem Gesang. Obwohl die Musiker wie auch die Mehrheit des Publikums in den 30 BAP-Jahren langsam ergraut sind, ließen es die Jungs um den kölschen Frontmann mächtig rocken. Michael Nass an den Keyboards, Werner Kopal am Bass, Helmut Krumminga an der Gitarre und Jürgen Zöller am Schlagzeug zogen alle Register ihres musikalischen Könnens. In dieser Besetzung spielt die Band seit 1999 zusammen.

Wolfgang Niedecken zeigte sich glänzend aufgelegt  und die Zuschauer spürten sofort, dass dort oben auf der Bühne Musiker zu Werke gehen, die mächtig Spaß an ihrer Arbeit haben. Wolfgang Niedecken erzählte zwischen den über 30 Stücken, die am Donnerstag auf der Setlist standen, immer mal wieder Anekdoten aus der Band-Vergangenheit. Man kauft dem Mann einfach ab, was er auf der Bühne zelebriert. Offen und frei raus, halt eine ehrliche Haut.

 

Beim Trip durch die Greatest-Hits der letzten drei Jahrzehnte fehlten natürlich auch die Gassenhauer wie Verdamp lang her, Kristallnaach, Jraaduss, Schöne Jrooß und der Müsli Män nicht. Der Saal tobte und zeigte sich für Nichtkölner zumindest bei den Refrains sehr textsicher.Zum Finale gab es dann auch noch „Hungry Hearts“ von Bruce Springsteen, mit dem Niedecken seit elf Jahren eine tiefe Freundschaft verbindet. Als Gastmusikerin war in Finnentrop auch Anne de Wolff, Geigerin der Gruppe Rosenstolz, mit auf der Bühne. Nach über drei Stunden und unzähligen schweißgetränkten Handtüchern entließ das rundum zufriedene Publikum die Band ins wohlverdiente Hotelbett. Ein gelungener Tourneeauftakt mit einem klasse Sound, den die Kulturgemeinde Finnentrop präsentiert hat.

Und auch ein Andenken aus Finnentrop geht seit Donnerstag mit BAP auf Reisen. Den „Altar“ mit allerlei Krimskrams aus der Bandgeschichte, um den sich die Musiker vor jedem Auftritt versammeln und gemeinsam einen Grappa trinken, schmückt jetzt auch ein Button und ein Aufkleber der Firma Metten. Und das, obwohl Wolfgang Niedecken Vegetarier ist.

 

 

Finnentrop. (ff) Die Westfalenpost hatte zum Tourauftakt in Finnentrop zur BAP-Zeitreise aufgerufen. Was haben sie in 30 langen BAP-Jahren erlebt? Vier WP-Leser hatten am Donnerstagabend Gelegenheit, Wolfgang Niedecken vor dem Konzert in der Festhalle backstage zu treffen.

Der BAP-Frontmann präsentierte sich als Musiker ohne jegliche Starallüren und lud zum lockeren Plausch in seine Garderobe.

Mit von der Partie war auch Ute Schulte-Clauss aus Olpe, die den Kölschrocker aus ihrer gemeinsamen Zeit in Rheinbach bei Bonn kennt.Wolfgang Niedecken besuchte das Gymnasium für Jungen und spielte 1968 bereits in seiner eigenen Band „The Troop“.

Ute Schulte-Clauss war zusammen mit ihren Klassenkameradinnen vom Mädchengymnasium bei zahllosen Proben und Auftritten der jungen Band dabei. „In dieser Zeit haben wir auch zusammen mit Wolfgang die Tanzschule in Rheinbach besucht“, erinnert sich Ute Schulte-Clauss. Obwohl sie schon zahlreiche Konzerte von BAP besucht hat, ergab sich nie die Gelegenheit, mit dem heutigen Kultrocker über die alten Zeiten zu plaudern.Der treue Fan von damals hatte dann auch gleich noch einige alte Aufnahmen aus der Zeit in Rheinbach dabei. Wolfgang Niedecken war begeistert und hätte sicherlich noch stundenlang mit den WP-Lesern weiter klönen können, wäre da nicht noch seine Verpflichtung auf der Bühne gewesen. Schließlich warteten noch drei Stunden schweißtreibende Arbeit auf den kölschen Jung.

 

 

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