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Finnentrop.
(ff) „Im Sauerland habe ich nicht wirklich das Gefühl, aus
Köln raus zu sein. Das ist keine Gegend, bei der ich mir
Gedanken mache nach dem Motto: Oh Gott, wie kommen wir jetzt
mit der Mentalität klar?“, Wolfgang Niedecken kam zum
Tourauftakt am Donnerstagabend in Finnentrop mit dem
Publikum bestens zurecht.
„Wo zum
Teufel liegt Finnentrop? Ich dachte schon, wir müssten an
die Ostsee“, erzählte der Kultrocker von seinem ersten Blick
auf den Tourplan. Doch die Frage war für den Vollblutmusiker
schnell geklärt: „Aus Finnentrop kommen ja die Dicken
Sauerländer. Meine Vater hatte früher ein
Lebensmittelgeschäft und alles was auf dem Dachboden zur
Aufbewahrung landete, wurde in ausgedienten Metten-Kartons
gelagert“. Hoffentlich nehmen die Zuschauer den Kölschrocker
nicht beim Wort, bat er doch die über 1200 Besucher in der
proppenvollen Festhalle, ihm alle ausgedienten
Metten-Kartons für seinen Dachboden zu schicken.
Wolfgang
Niedecken liebt die Nähe zu seinem Publikum und bat schon im
Vorfeld, dass sich die Ordnungskräfte im Bühnengraben
möglichst unsichtbar machen sollten. |
Er
wollte nicht ständig irgendwelche Security-Leute vor seiner
Nase rumlaufen haben und suchte von Beginn an den Kontakt
zu seinen Fans. Und diese dankten es ihm mit frenetischem
Gesang. Obwohl die Musiker wie auch die Mehrheit des
Publikums in den 30 BAP-Jahren langsam ergraut sind, ließen
es die Jungs um den kölschen Frontmann mächtig rocken.
Michael Nass an den Keyboards, Werner Kopal am Bass, Helmut
Krumminga an der Gitarre und Jürgen Zöller am Schlagzeug
zogen alle Register ihres musikalischen Könnens. In dieser
Besetzung spielt die Band seit 1999 zusammen.
Wolfgang
Niedecken zeigte sich glänzend aufgelegt und die Zuschauer
spürten sofort, dass dort oben auf der Bühne Musiker zu
Werke gehen, die mächtig Spaß an ihrer Arbeit haben.
Wolfgang Niedecken erzählte zwischen den über 30 Stücken,
die am Donnerstag auf der Setlist standen, immer mal wieder
Anekdoten aus der Band-Vergangenheit. Man kauft dem Mann
einfach ab, was er auf der Bühne zelebriert. Offen und frei
raus, halt eine ehrliche Haut.
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Beim Trip
durch die Greatest-Hits der letzten drei Jahrzehnte fehlten
natürlich auch die Gassenhauer wie Verdamp lang her,
Kristallnaach, Jraaduss, Schöne Jrooß und der Müsli Män
nicht. Der Saal tobte und zeigte sich für Nichtkölner
zumindest bei den Refrains sehr textsicher.Zum
Finale gab es dann auch noch „Hungry Hearts“ von Bruce
Springsteen, mit dem Niedecken seit elf Jahren eine tiefe
Freundschaft verbindet. Als Gastmusikerin war in Finnentrop
auch Anne de Wolff, Geigerin der Gruppe Rosenstolz, mit auf
der Bühne. Nach über drei Stunden und unzähligen
schweißgetränkten Handtüchern entließ das rundum zufriedene
Publikum die Band ins wohlverdiente Hotelbett. Ein
gelungener Tourneeauftakt mit einem klasse Sound, den die
Kulturgemeinde Finnentrop präsentiert hat.
Und auch ein
Andenken aus Finnentrop geht seit Donnerstag mit BAP auf
Reisen. Den „Altar“ mit allerlei Krimskrams aus der
Bandgeschichte, um den sich die Musiker vor jedem Auftritt
versammeln und gemeinsam einen Grappa trinken, schmückt
jetzt auch ein Button und ein Aufkleber der Firma Metten.
Und das, obwohl Wolfgang Niedecken Vegetarier ist.
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