Ostentrop. (ff) Was lange währt, wird dann umso besser - Die äußeren Bedingungen waren am Samstag optimal, um die Sonne zu putzen. Bereits vor mehreren Jahren hatte die Firma Esso-Brachthäuser anläßlich der Gewerbeschau im Industriegebiet Frielentrop unter den damaligen Teilnehmern eines Gewinnspieles eine Ballonfahrt verlost. Bei herrlich sonnigem Herbstwetter gingen jetzt Siegfried Jerger, Udo Rhode, Monika Rüschenberg und Vina Brachthäuser vom Sportplatz in der Koltermecke sprichwörtlich in die Luft. Mit Karl-Hermann Klaus aus Siegen hatten die vier „Erstlings-Aeronauten“ einen erfahrenen Piloten mit im Korb. In seinem sechsten Jahr als Ballonpilot hat er über 400 Fahrstunden auf dem Buckel.
Im zweiten Ballon chauffierte sein Bruder Rainer Klaus Fahrgäste aus Schönholthausen und Ostentrop. Auch Erich Schulte, der die Ballonfahrt bei einer Tombola des Sportvereins gewonnen hatte, Barbara Deitenberg, Michael Stell, Renate und Otto Simon, die allesamt die Fahrt zum Geburtstag geschenkt bekommen hatten, fieberten schon fast zwei Jahre diesem Start entgegen. Zum einen klappte es aus Termingründen nicht, zum anderen scheiterte es oftmals an den miesen Wetterbedingungen.
Doch
vor dem Vergnügen kamen die Passagiere erstmal ordentlich ins Schwitzen, mußten
sie doch beim Aufbau der 3400 Kubikmeter fassenden Hülle des Heißluftballon
die Arbeitshandschuhe überstreifen und mit anpacken. Um die Größe der
riesigen Ballonhülle zu verdeutlichen, erklärte Pilot Karl-Hermann Klaus:
„Zwei zusammengekauerte Menschen nehmen rund einen Kubikmeter Raum ein. Da können
sie leicht ausrechnen, wieviele Personen in unserer Hülle Platz finden würden“.
Nach dem Aufblasen mit einem motorangetriebenen Ventilator, wurden unter ohrenbetäubendem Lärm die ersten Wärmestöße mit dem Gasbrenner in die Hülle geblasen. Dann mußte alles ganz schnell gehen: Die über 20 Meter hohen Ballone richteten sich auf, alle umstehenden Zuschauer mußten sich als Ballast an den Korb hängen, die Passagiere stiegen zu und schon ging es ab wie mit einem Fahrstuhl. Mit Fahrtrichtung Fretter machten sich die mächtigen „Thermokugeln“ auf den Weg in die wolkenlose Weite. Obwohl der 100 Kilogramm zählende Gasvorrat der vier Flaschen eine Fahrzeit von rund vier Stunden zugelassen hätte, wurde der grenzenlosen Freiheit mit dem Sonnenuntergang ein natürlich bedingtes Ende bereitet.
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Text und Bilder von Kai Hoffmann