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Finnentrop. (ff) „Meine große
Befürchtung ist, dass eine große Wunde bleibt, falls der
Bahnhof abgerissen wird“, lautete das Fazit eines sehr
engagierten Plädoyers zum Erhalt des Empfangsgebäudes im
alten Ortskern von Finnentrop. Hermann Schmelzer, der 20
Jahre als Stadtdirektor in Drolshagen tätig war, hält die
Erwägung eines Abrisses des Bahngebäudes, das sich
inzwischen im Besitz der Gemeinde Finnentrop befindet, für
politisch unklug. Doch ist diese Entscheidung eigentlich
überhaupt schon gefallen ? Hierzu herrschte bei der
Bürgerversammlung, die am Donnerstag die Entwicklung der
Finnentroper Tallage zur Diskussion stellte, Uneinigkeit.
Während die einen von „Phantastereien“ sprachen, rückten die
anderen die Pläne schon in greifbare Nähe.
Die Veranstaltung der
Interessengemeinschaft „Alter Ortskern“ war bereits die
zweite Diskussionsrunde zu dem Thema in dieser Woche.
Nachdem bereits am Mittwoch der CDU-Ortsverband kurzfristig
eingeladen hatte, um die Pläne der Öffentlichkeit
vorzustellen, fanden sich am Donnerstag nochmals über 30
besorgte Bürger im Gasthof Otto Luke ein, um die
unbefriedigenden Zustände an der B 236 zu diskutieren. „Das
sich der Bahnhof heute in einem derart desolaten Zustand
befindet, ist vielleicht auch gewollt“, unterstellte Hermann
Schmelzer der Kommune durchaus ein gewisses Maß an Taktik,
sich der ungeliebten Immobilie auf diese Weise zu
entledigen. Nachdem momentan die Ansiedlung einer
Lebensmittelkette in diesem Bereich diskutiert wird, warnte
Schmelzer davor, den Bahnhof gegen einen Discounter
einzutauschen. „Nicht wegrasieren, sondern integrieren“,
lautete sein Motto zum Erhalt der sanierungsbedürftigen
Immobilie. |
„Schließlich hat der Bahnhof dem
Ort Finnentrop seinen Namen gegeben und nicht umgekehrt“,
sieht Schmelzer auch die Gefahr, dass Finnentrop ohne
Bahnhof als Haltepunkt für die Bahn AG uninteressant werden
könnte. „Welcher Investor ist denn bereit, Geld in die Hand
zu nehmen, um dort Geschäfte anzusiedeln? Schließlich reden
wir über fast 4000 Kubikmeter umbauten Raum, der sich in
einem maroden Zustand befindet“, resümierte Bernhard Sieler
und führte weiter aus: „Wenn der PLUS-Markt kommt, ist mir
der Spatz in der Hand lieber, als die sprichwörtliche Taube
auf dem Dach“. Nachdem die Firma Metten angekündigt hatte,
ihre Produktion 2007 komplett ins Industriegebiet
Frielentrop verlagern zu wollen, sieht Sieler hier die
nächste Brachfläche: „Dann stehen noch mal 16.000
Quadratmeter leer, deren Nutzung heute noch völlig unklar
ist“. Das Pro und Contra eines Lebensmitteldiscounters im
alten Ortskern wurde kontrovers und engagiert diskutiert.
„Die Bahn denkt nur platt
wirtschaftlich. Ein Abriss des Bahnhofs steht nicht im
direkten Zusammenhang mit der Schließung des Haltepunkts
Finnentrop“, war sich Franz-Josef Vollmert, der die Schiene
jeden Tag nutzt, sicher und attestierte dem
Verkehrsknotenpunkt bei der derzeitigen Auslastung nach
seiner Auffassung beste Chancen auf Erhaltung. Er
kritisierte allerdings die desaströse Informationspolitik
der Gemeinde beim Umgang mit diesem sensiblen Thema. Während
Thorsten Tillmann von der SPD-Fraktion noch von Rahmenplänen
sprach: „Noch ist im Rat nichts beschlossen, es gibt noch
keine Detailplanungen“, rückte der stellvertretende
Bürgermeister Günter Schneider die angedachten Lösungen gar
nicht in so weite Ferne: „So vage sind die Pläne gar nicht
mehr. |
Wenn der PLUS-Markt kommt,
kann auf einmal auch alles sehr schnell gehen“.
Thorsten Tillmann kündigte an,
hierzu eine Anfrage im Rat der Gemeinde einzubringen:
„Sollte dem Bau- und Planungsausschuss hier bereits
weitergehende Pläne vorliegen, als uns das bekannt, so wäre
das nicht in Ordnung“. Die Lage im alten Ortskern bleibt
weiter spannend, die Bürger stehen den Entwicklungen
gespalten gegenüber. Doch die weiteren Möglichkeiten hängen
in entscheidendem Maße von der Beseitigung des Bahnübergangs
ab und Schneider ist sich sicher: „Wir waren noch nie so nah
dran, wie zum jetzigen Zeitpunkt“.

Bürgerversammlung
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