Datum: 17.03.2006

Quelle: Kai Hoffmann

Bericht kommentieren klick

zurück  


Finnentrop. (ff) Jahrelang stand das Empfangsgebäude des Finnentroper Bahnhofs leer, führte ein Schattendasein. In dieser Woche besichtigten gleich zwei Gremien die verwaisten Räumlichkeiten. Am Mittwoch stand der technische Beigeordnete Aloys Weber der Interessengemeinschaft „Alter Ortskern“ bei einer Besichtigung Rede und Antwort, tags zuvor hatte bereits der Haupt- und Finanzausschuss das rund 108 Jahre alte Gemäuer, das sich inzwischen im Besitz der Gemeinde Finnentrop befindet, in Augenschein genommen.

Während sich der linke Gebäudetrakt ungeheizt mit feuchten Wänden präsentierte, wurden die Räume der rechten Gebäudehälfte noch vor einigen Jahren von der DB-Bauleitung bei der Umrüstung auf die digitale Gleistechnik genutzt. Ferner nutzt derzeit der „Warenkorb“ der Caritas die Flächen der ehemaligen Fahrkartenausgabe und der Gepäckabfertigung für ihre Aktivitäten. In diesem Gebäudeteil versieht auch eine moderne Heizungsanlage, die Ende der 90er Jahre eingebaut worden ist, noch ihren wärmenden Dienst.

Begleitet von einem Statiker und einem erfahrenen Zimmermann konnten sich die Mitglieder der Interessengemeinschaft um Hermann Schmelzer, Christian Vollmert und Gertrud Junker einen Eindruck über den baulichen Zustand verschaffen. „In puncto Standsicherheit des Gebäudes sehe ich auch für die nächsten 100 Jahre keine Probleme“, resümierte Aloys Weber, der allerdings Schwierigkeiten bei der Suche nach einem Investor für die umfassende Sanierung erwartet.

Nach Aussage von SPD-Fraktionschef Bernd Dahlmann kam der Haupt- und Finanzausschuss bei seiner Besichtigung zu der einhelligen Auffassung, dass der anfangs angedachte Gebäudeabriss erst in Frage kommt, wenn ein städtebauliches Gesamtkonzept für den gesamten Bereich vorliegt.

 

(von links) Dr. Uli Gunkel, Christian Vollmert, Alexander Nies, Aloys Weber und Hermann Schmelzer nach der Besichtigung vor dem Bahnhofsgebäude.

 

Die Interessengemeinschaft „Alter Ortskern“ bei der Besichtigung der Räumlichkeiten. Vorn links im Vordergrund: Hermann Schmelzer.

 


klick auf die Bilder zur Vergrößerung