Finnentrop. (ff) Nach der einschneidenden Änderung der Festfolge waren natürlich die Bürgerschützen sehr gespannt, wie ihr diesjähriges Schützenfest gelaufen ist. Am Samstag abend trafen sich die Schützen im Mittelsaal der Festhalle, um Bilanz zu ziehen. Schriftführer Wilfried König verlas den Schützenfestbericht und das Protokoll der letzten Versammlung im Rahmen des Waldfestes im Schee. Leider konnte Kassierer Manfred Gabriel keine positive Endabrechnung vorlegen, seine Schützenfestzahlen waren eher ernüchternd. Ob dies allein an der neuen Festfolge lag, die Bürgerschützen feierten erstmals von Freitag bis Sonntag, konnte man nicht abschließend analysieren. Viele Stimmen lobten den neuen Ablauf, andere wünschten sich den alten Modus zurück. Einige sprachen auch das im Nachbarort praktizierte „Rönkhauser Modell“ an. Die Rönkhauser Schützen feiern traditionell von Samstag bis Montag, lassen allerdings den Montagsfrühschoppen ohne Festzug ausklingen. Ein Modell, das auch in den Finnentroper Reihen eingehend diskutiert wurde, letztlich aber daran scheiterte, daß der neue König mit seinem Hofstaat erst im folgenden Jahr durch den Ort marschiert. Vor- und Nachteile wurden abgewägt, endlose Diskussionen geführt, wie der Samstagabend zu verbessern ist.
„Eine solch lange Abrechnungsversammlung haben wir noch nie abgehalten“, resümierte Schützenchef Stefan Wintersohle. Der erste Vorsitzende mahnte bei allen Verbesserungsvorschlägen zu bedenken, daß man nach einigen Modifizierungen letztlich ein schlüssiges Modell finden müsse: „Wenn wir jetzt anfangen, jedes Jahr die Festfoge ändern zu wollen, machen wir uns lächerlich“. Der geringere Bierumsatz läßt sich sicherlich auch damit erklären, daß die Bürgerschützen in diesem Jahr einfach weniger Stunden gefeiert haben. Der amtierende Schützenkönig Reiner „Amtmann“ Rüschenberg zog seine Bilanz des Festes und war aus der Sicht des Königs völlig begeistert. Er hob vor allem die stressfreie Vorbereitung des Sonntagsfestzuges hervor. Die Schausteller zeigten sich dagegen mit der aktuellen Lösung nicht zufrieden, klagten sie doch über erhebliche Einsatzeinbußen. Auch die stundenlangen Debatten brachten letztlich keine Patentlösung. Da eine Abstimmung für diesen Abend nicht geplant war, rief der Vorsitzende Stefan Wintersohle alle Schützenbrüder auf, die Winterpause zu nutzen, um den diesjährigen Testlauf nochmals Revue passieren zu lassen und zur Jahreshauptversammlung im kommenden Jahr realisierbare Vorschläge auszuarbeiten.
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Text und Bilder von Kai Hoffmann