Finnentrop. Im Landhotel Struck im
Repetal, am Vorabend des Konzerts der „Hooters“ in der Festhalle
Finnentrop, treffe ich zum ersten mal auf die schwedische Popband „Itchycoo“,
die am nächsten Tag als Support- Band der fünf Musiker aus
Philadelphia auf der Bühne stehen werden.
| Nach einer etwas turbulenten
Ankunft mittags am Flughafen Düsseldorf sitzen Mia Bergström
(27) und Tobias Gustafsson (30) schon mit Drummer Magnus,
der sie auf ihrer Tour begleiten wird, am Tisch, als ich mit
einigen Lennejunkern, den Organistatoren des Konzerts,
eintreffe. Herzlich begrüßen sie uns und entschuldigen sich
dafür, dass sie schon angefangen haben zu essen. „Wir waren
sehr hungrig“, erklärt Sängerin Mia auf deutsch. Auf meine
Frage, ob es ihnen recht wäre, jetzt ein Interview zu
führen, werde ich nicht, wie eigentlich erwartet, auf später
vertröstet. Mia und Tobias bitten mich begeistert, mich zu
ihnen zu setzen - von Starallüren keine Spur. Die könnten
sie sich allerdings erlauben, wo einige Zuschauer extra aus
Dänemark anreisen, nur um sie auf der Bühne zu sehen. |
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Als ich Mia dann frage, wo sie so
gut deutsch gelernt hat, antwortet sie, dass es in Schweden normal
ist, als dritte Fremdsprache deutsch zu lernen. Außerdem hat sie als
Kind sechs Monate mit ihrer Familie in Köln gewohnt.
Mia und Tobias lernten sich in der
Schule kennen und beschlossen einige Jahre später, „Itchycoo“ zu
gründen. Namensgeber war eine Bar in Göteborg, in der sie sich
damals immer trafen. Bevor sie sich entschlossen, zusammen Musik zu
machen, spielten sie in anderen Bands. „Mein erstes Lied habe ich
geschrieben, als ich 6 Jahre alt war. Dann kam länger nichts. Erst
als ich 16 war, habe ich mich entschlossen, weiter Musik zu machen“,
erzählt Sängerin Mia. Tobias hat mit 10 Jahren angefangen, Gitarre
zu spielen. Als sie ihren Eltern allerdings eröffneten, dass sie die
Musik zu ihrem Beruf machen wollen, waren diese gar nicht
begeistert. „Mein Vater hat mich vor den schlechten Bedingungen im
Musikgeschäft gewarnt und wollte, dass ich Tennisspieler werde“,
sagt Tobias. Aber das hat sich jetzt geändert. „Wenn ich jetzt zu
meinem Vater sage, dass ich vielleicht eine Ausbildung machen
sollte, antwortet er immer, dass er stolz ist, auf das was ich tue“,
fügt Mia hinzu.
Im Moment sind die beiden Schweden oft
im Studio in Berlin, um ihr neues Album aufzunehmen, das im nächsten
Jahr erscheinen wird. Dort lernten sie auch die Newcomer- Band
Silbermond kennen. „Sie sind sehr nette Menschen. Wir werden bald
mit ihnen auf Tour gehen“, verrät Mia. Doch bevor es so weit ist,
werden „Itchycoo“ auf einigen Festivals spielen und im Januar
vielleicht eine Clubtour machen. Außerdem erscheint im Herbst die
neue Single.
Als wir wieder nach Hause fahren, hören
wir im Auto das „Itchycoo“-Album. Wir freuen uns schon auf den
nächsten Tag und meine Begleiter pfeifen begeistert die Melodie mit.
Aus Schweden kommt noch mehr als Elche, Knäckebrot und Möbelhäuser-
nämlich richtig gute Musik. |