Attendorn. (ff) Es ist die familiäre und vor allem friedliche Atmosphäre, die dieses Open-air-Event alljährlich zum Publikumsmagneten werden läßt. In der inzwischen bereits 17. Auflage präsentierte sich das Kinder- und Gauklerfest frischer denn je. Bereits am Samstag abend sorgten nach Angaben von Otto Haberkamp vom Jugendzentrum rund 4000 Zuschauer am Alten Markt bei strahlendem Sonnenschein für ein volles Haus. Der freiwillige Beitrag von drei Euro wurde von den meisten Gästen in Anbetracht des Spitzenprogramms gerne entrichtet. Wie hatte es Mitorganisator Ernst Klein mal auf den Punkt gebracht: „Anfangs kritische Zuschauer, die vorher nicht bezahlt hatten, entrichten spätestens beim Verlassen des Festes ihren Obulus, nachdem sie erlebt haben, was hier geboten wird“.

So hatten die Macher des Gauklerfestes, das Jugendzentrum in Kooperation mit dem Kulturbüro, wieder einige Highlights aus dem Hut gezaubert.

Den Anfang machte am Samstag ein alter Bekannter. Für Musiker Michael Beckmann war es schon fast ein Heimspiel. Der in Heggen geborene Bassist arbeitet seit 1992 in Berlin als Produzent und Komponist. Mit der Band Q-Tips begann in Attendorn seine Karriere, später gastierte er mit den Bands Rainbirds und Depp Jones in der Hansestadt. Im „Mr. & Mrs. Cleans Wedding Orchestra“ schloß er sich jetzt mit lauter Spitzenmusikern zusammen, denen man ihre Spielfreude und die Liebe zur Musik gleich ansah. Ob Filmmusiken aus James Bond oder Pulp Fiction, die Jungs um Frontfrau Diane, Ex-Sängerin der Lemonbabies, begeisterten das Publikum.

 

Doch der Zeitplan beim Gauklerfest ist eng gesteckt, lauerte doch backstage schon das nächste Highlight: Culcha Candela, die multikulturelle Entdeckung der Berliner Musikszene. Dancehall-Ragga vom Feinsten begeisterte vor allem die jungen Zuschauer. Doch bei einem Bass, der einem die Hose flattern ließ, konnte sich niemand der Zuhörer dem Rhythmus der Truppe, die ihre Wurzeln in fünf Ländern und vier Kontinenten hat, entziehen. Bei deutsch-, englisch- und spanischsprachigem Gesang, eingängigen Grooves und leidenschaftlichem Latino-Sound war auf dem Alten Markt nur noch Party angesagt.
Beim preisgekrönten Trio „Eure Mütter“, das durch ihre skurillen Gags und absurde Situationskomik glänzte, wurde es dann mächtig nass auf der Bühne. Bei ihrer Weltmeisterschaft im Synchron-Haarewaschen blieb in den ersten Zuschauerrängen garantiert niemand trocken.

Den Abschluß des ersten Festivaltages bildete wieder eine Mischung aus Feuer, Liebe und Leidenschaft. Eine mitreißende Choreographie aus knalligen Rhythmen, Jonglage, Feuerspuckern, reichlich Fackeln und aufwendiger Pyrotechnik, die allesamt von „Eigengewächsen“ des Veranstalterduos präsentiert wurde. Nur durch den Einsatz von rund 300 ehrenamtlichen Helfern konnte am Wochenende wieder ein Familienprogramm der Superlative geboten werden, das in der Region einmalig ist.


Text und Bilder von Kai Hoffmann (ff)

klick auf die Bilder zur Vergrößerung

zurück