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Während die Boxengasse bei einem Formel 1-Rennen regelmäßig
an den Rennsonntagen zum Catwalk für die Schönen und Reichen
avanciert, gibt es an den Servicepunkten der Baja 1000 nur
staubigen Sandboden. „Project Baja“ nennen der Rallyeprofi
Armin Schwarz und seine Partner ihr faszinierendes
Dreijahresprogramm im Motorsportkalender der USA. Der
121-fache Weltmeisterschaftsstarter, Ex-Europameister und
zweifache Deutsche Meister startet 2007 in der populärsten
amerikanischen Offroad-Rennserie, der „Score International
Off Road Racing Series“.
Mit seinem Class-1-Unlimited-Buggy stehen in diesem Jahr
drei Wüstenrennen auf dem Programm, bevor der Höhepunkt der
Saison Mitte November startet. Bereits zum 40sten Mal geht
es auf mehr als 1.400 Meilen mit Vollgas quer über die
Halbinsel Baja California im Golf von Mexiko. Was sich dort
jährlich im November im mexikanischen Örtchen Ensenada,
südlich der Grenze zu Kalifornien, abspielt, gleicht einem
Ausnahmezustand. Die Baja 1000, die „Mutter aller
Wüstenrennen“, lockt einen Haufen Verwegener und Abenteurer
an. Die dortigen Schulen haben geschlossen und kaum jemand
geht zur Arbeit, alle wollen die tollkühnen Piloten in ihren
fliegenden Kisten sehen.
Aber die Baja 1000 ist nicht einfach nur eine Rallye, sie
ist ein brutales Rennen ohne festes Reglement.
Nur das Ankommen und natürlich das Siegen zählen.Mittendrin
auch Armin Schwarz, der seine 17-jährige Karriere als
Rallye-Werksfahrer 2005 mit einem Rennen in Australien
offiziell beendete. |
Im hochbeinigen Gitterrohrrahmen seines Buggys steckt ein
rund 700 PS starker V8-Motor. Wo ein normaler Geländewagen
mit rund 50 Stundenkilometern fahren kann, peitscht sein
Wüstenbuggy mit über 150 Stundenkilometern über die harte
Piste. „Diese Buggys sind die weltweit schnellsten
Landfahrzeuge für steinige und wellige Pisten“, resümiert
der 44-jährige Familienvater, der in sich in seiner
Wahlheimat Österreich mit Wandern, Klettern und
Mountainbiking für derlei Herausforderungen topfit hält.
Auf freien und sandigen Passagen erreichen die Fahrzeuge
auch Geschwindigkeiten über 220 Stundenkilometer.
Dabei tanzten die großvolumigen Räder an langen
Aufhängungen, die Federwege von bis zu 70 Zentimetern
erlauben. Im Fahrzeug von Armin Schwarz verrichten technisch
ausgeklügelte Federn aus dem Hause Eibach ihren rauen
Dienst. „Während das Know-How hier aus dem Sauerland stammt,
werden die Federn selbst direkt vor Ort bei unserer
Federn-Schwester Eibach Springs in den USA gefertigt“,
erklärt Konstrukteur Dirk Maiworm, der am Firmenstammsitz in
Frielentrop für die Entwicklung und Berechnung von
Fahrwerksfedern zuständig ist. Seit Jahren verbindet Armin
Schwarz und Eibach Federn eine erfolgreiche Partnerschaft,
die jetzt in diesem Wüstenprojekt gipfelte.
Auch bei Steinen von der Größe eines Medizinballs und
Löchern im Format einer Badewanne denken die Piloten nicht
im Entferntesten daran, den Gasfuß auch nur zu lupfen. |
„Wie
Ameisen in einem riesigen Sandkasten rennen diese Autos über
das Terrain“, zieht Armin Schwarz einen treffenden Vergleich
mit dem staatenbildenden Insekt. Und so hüpft der Buggy auch
durch die Wüste, eine extreme wie schweißtreibende
Herausforderung für Mensch und Maschine, aber eine lösbare
Aufgabe für die Federnprofis aus dem Hause Eibach. Weite
Sprünge, harte Landungen und mörderische Stöße – ultraharte
Belastungen für die auffällig rot beschichteten Federn, mit
denen das ganze Unternehmen Baja steht und fällt.
„Das Schwierigste sind die Überholmanöver“, weiß Schwarz aus
leidvoller Erfahrung, „der Vordermann kann Dich weder sehen
noch hören, trotz Licht und lauter Hupe. Kurz auf das Heck
aufgefahren und der Widersacher geht schon zur Seite“. Raue
Sitten, Rambo-Manieren unter den Fahrern. Im Privatleben von
Armin Schwarz, der italienisches Essen liebt, geht es
allerdings wesentlich gesitteter zu: „Der Dreh- und
Angelpunkt meines Lebens ist die Familie. Das allergrößte
Glück für mich, die Basis, aus der ich meine Kraft schöpfe“.
Auf aussichtsreicher Position liegend kam im letzten Jahr
nach einem Motorplatzer der Totalausfall. Im November gilt
es jetzt für die Frielentroper Federnprofis von Eibach,
ihrem „Wüstenfuchs“ Armin Schwarz erneut die Daumen zu
drücken.
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