Datum: 26.08.2007

Quelle: Kai Hoffmann

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Während die Boxengasse bei einem Formel 1-Rennen regelmäßig  an den Rennsonntagen zum Catwalk für die Schönen und Reichen avanciert, gibt es an den Servicepunkten der Baja 1000 nur staubigen Sandboden. „Project Baja“ nennen der Rallyeprofi Armin Schwarz und seine Partner ihr faszinierendes Dreijahresprogramm im Motorsportkalender der USA. Der 121-fache Weltmeisterschaftsstarter, Ex-Europameister und zweifache Deutsche Meister startet 2007 in der populärsten amerikanischen Offroad-Rennserie, der „Score International Off Road Racing Series“.

Mit seinem Class-1-Unlimited-Buggy stehen in diesem Jahr drei Wüstenrennen auf dem Programm, bevor der Höhepunkt der Saison Mitte November startet. Bereits zum 40sten Mal geht es auf mehr als 1.400 Meilen mit Vollgas quer über die Halbinsel Baja California im Golf von Mexiko. Was sich dort jährlich im November im mexikanischen Örtchen Ensenada, südlich der Grenze zu Kalifornien, abspielt, gleicht einem Ausnahmezustand. Die Baja 1000, die „Mutter aller Wüstenrennen“, lockt einen Haufen Verwegener und Abenteurer an. Die dortigen Schulen haben geschlossen und kaum jemand geht zur Arbeit, alle wollen die tollkühnen Piloten in ihren fliegenden Kisten sehen.

Aber die Baja 1000 ist nicht einfach nur eine Rallye, sie ist ein brutales Rennen ohne festes Reglement. Nur das Ankommen und natürlich das Siegen zählen.Mittendrin auch Armin Schwarz, der seine 17-jährige Karriere als Rallye-Werksfahrer 2005 mit einem Rennen in Australien offiziell beendete.

Im hochbeinigen Gitterrohrrahmen seines Buggys steckt ein rund 700 PS starker V8-Motor. Wo ein normaler Geländewagen mit rund 50 Stundenkilometern fahren kann, peitscht sein Wüstenbuggy mit über 150 Stundenkilometern über die harte Piste. „Diese Buggys sind die weltweit schnellsten Landfahrzeuge für steinige und wellige Pisten“, resümiert der 44-jährige Familienvater, der in sich in seiner Wahlheimat Österreich mit Wandern, Klettern und Mountainbiking für derlei Herausforderungen topfit hält.

Auf freien und sandigen Passagen erreichen die Fahrzeuge auch Geschwindigkeiten über 220 Stundenkilometer.

Dabei tanzten die großvolumigen Räder an langen Aufhängungen, die Federwege von bis zu 70 Zentimetern erlauben. Im Fahrzeug von Armin Schwarz verrichten technisch ausgeklügelte Federn aus dem Hause Eibach ihren rauen Dienst. „Während das Know-How hier aus dem Sauerland stammt, werden die Federn selbst direkt vor Ort bei unserer Federn-Schwester Eibach Springs in den USA gefertigt“, erklärt Konstrukteur Dirk Maiworm, der am Firmenstammsitz in Frielentrop für die Entwicklung und Berechnung von Fahrwerksfedern zuständig ist. Seit Jahren verbindet Armin Schwarz und Eibach Federn eine erfolgreiche Partnerschaft, die jetzt in diesem Wüstenprojekt gipfelte.

Auch bei Steinen von der Größe eines Medizinballs und Löchern im Format einer Badewanne denken die Piloten nicht im Entferntesten daran, den Gasfuß auch nur zu lupfen.

 „Wie Ameisen in einem riesigen Sandkasten rennen diese Autos über das Terrain“, zieht Armin Schwarz einen treffenden Vergleich mit dem staatenbildenden Insekt. Und so hüpft der Buggy auch durch die Wüste, eine extreme wie schweißtreibende Herausforderung für Mensch und Maschine, aber eine lösbare Aufgabe für die Federnprofis aus dem Hause Eibach. Weite Sprünge, harte Landungen und mörderische Stöße – ultraharte Belastungen für die auffällig rot beschichteten Federn, mit denen das ganze Unternehmen Baja steht und fällt.

„Das Schwierigste sind die Überholmanöver“, weiß Schwarz aus leidvoller Erfahrung, „der Vordermann kann Dich weder sehen noch hören, trotz Licht und lauter Hupe. Kurz auf das Heck aufgefahren und der Widersacher geht schon zur Seite“. Raue Sitten, Rambo-Manieren unter den Fahrern. Im Privatleben von Armin Schwarz, der italienisches Essen liebt, geht es allerdings wesentlich gesitteter zu: „Der Dreh- und Angelpunkt meines Lebens ist die Familie. Das allergrößte Glück für mich, die Basis, aus der ich meine Kraft schöpfe“. Auf aussichtsreicher Position liegend kam im letzten Jahr nach einem Motorplatzer der Totalausfall. Im November gilt es jetzt für die Frielentroper Federnprofis von Eibach, ihrem „Wüstenfuchs“ Armin Schwarz erneut die Daumen zu drücken.

 

Wechselfieber-

Armin Schwarz

übergibt das

 Steuer an Bret Hartman

Teamwork -das

Fahrertrio Armin Schwarz,

Matthias Kahle,

Bret Hartman

Armin Schwarz

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